Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Außerdem hätten die Täter einen Steinhaufen mit roter Farbe beschmiert

Staatsschutz ermittelt
Zwischenfall am „taz“-Redaktionsgebäude

dpa / 14.01.2019, 10:46 Uhr - Aktualisiert 14.01.2019, 13:22
Berlin (dpa) Die „taz“, die SPD-Zentrale und andere Parteibüros werden Ziel von Plakataktionen. Dahinter könnten Rechtsextreme stehen.

Redaktionsgebäude und Parteiniederlassungen sind am Montag Ziel einer Plakataktion geworden. Im Internet bekannte sich die rechtsextreme Identitäre Bewegung dazu, die damit nach eigener Darstellung gegen die Verharmlosung linker Gewalt protestieren wollte. Betroffen waren in Berlin die „tageszeitung“ („taz“) und die SPD-Zentrale, wie die Polizei mitteilte.

Fotos der Gruppierung auf Twitter zeigten Aktionen auch vor dem ARD-Hauptstadtbüro in Berlin, dem Parteilokal der Linken in Lüneburg und dem Wahlkreisbüro der Grünen-Bundestagsabgeordneten Claudia Roth in Augsburg.

Nach Angaben der Berliner Polizei sollen sechs bis sieben Personen Plakate am „taz“-Haus in der Friedrichstraße angebracht, Flugblätter verteilt und eine Angestellte bedrängt haben. Der Staatsschutz ermittele wegen Hausfriedensbruchs, gefährlicher Körperverletzung und eines möglichen politischen Hintergrunds, sagte eine Polizeisprecherin.

Kurze Zeit später hätten sich Unbekannte vor der SPD-Parteizentrale in der Wilhelmstraße versammelt und dort ebenfalls Plakate angebracht. Der Staatsschutz prüft, ob es einen Zusammenhang mit der Aktion bei der „taz“ gibt.

Nach Angaben der „taz“ versuchte die Gruppe, ein Plakat mit einem Foto des verletzten Bremer AfD-Landeschefs Frank Magnitz aufzuhängen. Eine Mitarbeiterin habe die Unbekannten daran gehindert, mit einem Transparent der Identitären Bewegung zu posieren. Einer der Täter sei in das Haus eingedrungen und habe Flugblätter in den Eingang geworfen.

Die Identitäre Bewegung ist eine Gruppierung mit französischen Wurzeln, die seit 2012 auch in Deutschland aktiv ist. Sie wendet sich gegen „Multikulti-Wahn“, „unkontrollierte Massenzuwanderung“ und den „Verlust der eigenen Identität durch Überfremdung“. Sie wird vom Verfassungsschutz beobachtet. Laut dem Verfassungsschutzbericht 2017 hat die Bewegung hierzulande etwa 500 Mitglieder.

Bereits am Wochenende hatten Unbekannte in Berlin-Kreuzberg das Verlagshaus des Satire-Magazins „Titanic“ und das Büro der politischen Gruppierung „Die Partei“ mit Farbe beschmiert. Sicherheitsmitarbeiter hatten am Samstagmorgen verschiedene Wörter und Buchstabenkürzel an der Fassade in der Kopischstraße entdeckt, wie die Polizei mitteilte.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG