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Die Beute ist bis heute verschwunden

Gestohlene Goldmünze
Alarmsicherung am Einstiegsfenster war defekt

Der angeklagte Ahmed R. sitzt zum Prozessauftakt im Zusammenhang mit dem Diebstahl der Goldmünze "Big Maple Leaf" aus dem Bode-Museum neben seinen Anwälten. Der spektakuläre Diebstahl der zentnerschweren Goldmünze aus dem Berliner Bode-Museum war vor knapp zwei Jahren groß in den Schlagzeilen. Nun beginnt am Landgericht der Prozess gegen vier junge Männer.
Der angeklagte Ahmed R. sitzt zum Prozessauftakt im Zusammenhang mit dem Diebstahl der Goldmünze "Big Maple Leaf" aus dem Bode-Museum neben seinen Anwälten. Der spektakuläre Diebstahl der zentnerschweren Goldmünze aus dem Berliner Bode-Museum war vor knapp zwei Jahren groß in den Schlagzeilen. Nun beginnt am Landgericht der Prozess gegen vier junge Männer. © Foto: Paul Zinken/dpa
dpa / 14.01.2019, 14:16 Uhr
Berlin (dpa) Der Diebstahl einer zwei Zentner schweren Goldmünze aus dem Berliner Bode-Museum gelang über ein Fenster, dessen Alarmsicherung defekt und deshalb deaktiviert war.

Seit etwa 2014 seien immer wieder Probleme mit der Technik an dem Fenster aufgetreten, sagte ein Leitender Mitarbeiter des Referats Sicherheit bei den Staatlichen Museen zu Berlin am Montag als Zeuge im Prozess vor dem Landgericht. Zeitweise sei das Fenster der Herren-Umkleidekabine dann nicht in der Alarmsicherung des Gebäudes gewesen.

Vier junge Männer sollen in der Nacht zum 27. März 2017 die 100 Kilogramm schwere Münze „Big Maple Leaf“ mit einem damaligen Goldwert von knapp 3,75 Millionen Euro gestohlen haben. Die Beute ist bis heute verschwunden. Ermittler vermuten, dass die Münze zerstückelt und verkauft wurde. Die deutschen Angeklagten im Alter von 20 bis 24 Jahren haben zu Prozessbeginn in der vergangenen Woche zum Vorwurf des Diebstahls in einem besonders schweren Fall geschwiegen.

Drei der mutmaßlichen Täter gehören einer arabischstämmigen Berliner Großfamilie an. Die beiden Brüder sowie ihr Cousin sollen laut Anklage über das Fenster im zweiten Obergeschoss in das Museum eingestiegen sein. Sie hätten dann eine Vitrine zertrümmert und die Münze mit Hilfe eines Rollbretts, eines Seils und einer Schubkarre zu einem Fluchtwagen geschafft. Der vierte Angeklagte soll zuvor als damaliger Wachmann in dem Museum Tipps gegeben haben.

Nach Angaben des Sicherheitsfachmanns der Staatlichen Museen, zu denen das Bode-Museum gehört, ist das mutmaßliche Einstiegsfenster nach Reparaturen allerdings „immer mal wieder in der Alarmsicherung gewesen“. Dass es Probleme gab, sei dem Wachpersonal bekannt gewesen.

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