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Schulkinowochen
Bürgel-Schüler erleben Zeitgeschichte

„Das schweigende Klassenzimmer“ - die deutsche Produktion basiert auf wahre Ereignissen in der DDR des Jahres 1956. Schüler der Rathenower Bürgel-Gesamtschule erfahren davon während der Schulkinowochen 2019.
„Das schweigende Klassenzimmer“ - die deutsche Produktion basiert auf wahre Ereignissen in der DDR des Jahres 1956. Schüler der Rathenower Bürgel-Gesamtschule erfahren davon während der Schulkinowochen 2019. © Foto: StudioCanal
René Wernitz / 14.01.2019, 15:35 Uhr
Rathenow (MOZ) Kino ist Geschmackssache, nicht jedes Genre bzw. nicht jeder Film begeistert oder interessiert gleichermaßen. Für die am Freitag beginnenden 13. Schulkinowochen im Land Brandenburg haben sich in und um Rathenow Favoriten heraus kristallisiert. Wie Organisator Jürgen Bretschneider berichtet, lägen Reservierungen  aus vier Schulen für drei Filme aus dem regulären Programm vor.  Das Haveltorkino wird am 29. und 31. Januar zum Unterrichtsraum mit gepolsterten Sesseln.

Laut Bretschneiders Angaben wollen rund 50 Schüler der Gesamtschule Bruno H. Bürgel eine Reise in die Zeitgeschichte antreten, „Das schweigende Klassenzimmer“ sehen und im Anschluss daran mit einem Zeitzeugen und „Rädelsführer“ einer Schülerrevolte ins Gespräch kommen. Es geht um wahre Ereignisse in der DDR des Jahres 1956. Laut Ankündigung sei die deutsche Produktion des Jahres 2018 ein „starkes Plädoyer für Wahrheit, Ehrlichkeit, Zivilcourage“. Darum geht’s: Mit einer kollektiven Schweigeminute im Geschichtsunterricht wollen Abiturienten in Storkow der im Ungarn-Aufstand gegen die Russen gefallenen Menschen gedenken. Das als konterrevolutionärer Akt betrachtet, fordert die sozialistische und Moskau-treue Staatsmacht binnen einer Woche die Auslieferung der Rädelsführer, oder die gesamte Klasse wird vom Abitur in der ganzen Deutschen Demokratischen Republik ausgeschlossen.

Nicht weniger dramatisch geht es in der französisch-belgischen Koproduktion „Fannys Reise“ (2013) zu. Dieser Film führt durch das von deutschen Truppen besetzte Frankreich des Jahres 1943. Protagonistinnen sind Fanny und ihre jüngeren Schwestern, die  von den Eltern einer Organisation anvertraut wurden, die sich während der deutschen Besatzung um jüdische Kinder kümmert. Schon bald ganz auf sich allein gestellt, geht es in Richtung Schweizer Grenze, wo sie ein Loch durch den Zaun in die Freiheit suchen. Das sehen sich 60 Schüler der Milower Inge-Sielmann-Schule an. Aus der Rathenower  Geschwister-Scholl-Grundschule und Pestalozzi-Schule liegen Reservierungen für 70 Kinder und Jugendliche vor, die für „Love, Simon“ (USA 2018) im Kinosaal Platz nehmen. Dieser Jugendfilm will seine Zuschauer mit Zwischentönen und Witz zur Erkenntnis ermutigen: Sei, wer du bist!

Für die anderen Filme im Rathenower Schulkino-Programm gebe es laut Jürgen Bretschneider  noch keine Anmeldungen, weder für Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ und „Wintertochter“ noch für „Wildes Herz“ und „Ex Machina“. „Insofern hoffen wir auf Anmeldungen aus weiteren Schulen in und um Rathenow für einen Kinobesuch, so der Organisator, der auch auf die Möglichkeit zur Absprache von Wunschfilmen, die nicht im regulären Programm auftauchen und an anderen Tagen laufen können. Davon wurde Gebrauch gemacht.

Am 24. Januar flimmert „Wall-E – Der Letzte räumt die Erde auf“ für 60 Schüler der Nennhausener Fouqué-Grundschule über die Leinwand, mit Moderation und anschließendem Filmgespräch. 79 Schüler der Friedrich-Ludwig-Jahn-Grundschule sehen am 1. Februar „Die kleine Hexe“.

Der Eintritt für die Filmvorführungen beträgt 3,50 Euro pro Schüler. Zwei Begleitpersonen pro Klasse können kostenfrei dabei sein. Mehr Infos gibt es per E-Mail an anmeldung@filmernst.de oder telefonisch unter 03378/209162. Das Schulkinowochen-Programm ist auf www.filmernst.de zu finden.

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