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Bürgermeister im Interview
„Wir sind schuldenfrei!“

Volkmar Ernst / 15.01.2019, 09:00 Uhr - Aktualisiert 15.01.2019, 10:07
Löwenberger Land (MOZ) Heute Abend werden die Mitglieder der Gemeindevertretung  des Löwenberger Landes über den Haushalt für 2019 abstimmen. Redakteursprach mit Bürgermeister Bernd-Christian Schneck.(SPD) über das umfangreiche Zahlenwerk und anstehenden Investitionen.

Herr Schneck, wenn Sie den Haushalt zusammenfassen, welches sind die wichtigsten Eckdaten?

Da fallen mir auf Anhieb vier wichtige Aspekte ein: Erstens, es ist der erste Haushalt, in dem keine Kredite mehr auftauchen. Einen letzten noch vorhandenen Kredit in Höhe von 419 000 Euro haben wir zum Ende des vergangenen Ende ablösen können. Damit ist das Löwenberger Land schuldenfrei! Das stärkt unsere Position als Kommune bei Investitionen. Der zweite wichtige Punkt ist, dass wir die Hebesätze auch in diesem Jahr wieder nicht angehoben haben. Sie bleiben bei der Grundsteuer A mit 260, bei der Grundsteuer B mit 370 und der Gewerbesteuer mit 320 Prozent konstant. Der dritte Aspekt ist, dass wir bei der Aufstellung des Haushaltes bei den freiwilligen Aufgaben keine Kürzungen vorgenommen haben, weder im Bereich der Jugendarbeit, bei den Senioren noch bei der Unterstützung der Ortsteile. Keinesfalls vergessen möchte ich als vierten Punkt, dass das Löwenberger Land im vergangenen Jahr wieder gewachsen ist, und zwar exakt um 100 Einwohner. Ein Trend, der seit Jahren anhält und, was noch besser ist, sogar steigt.

Welche Ortsteile sind denn besonders begehrt?

Die meisten Zuzüge gab es 2018 in Grüneberg. Das dortige Wohngebiet ist komplett verkauft, auf vielen Grundstücken wird gebaut. In diesem Jahr wird vor allem in Nassenheide viel passieren, wenn die Parzellen im Wohngebiet an der Hohenbrucher Chaussee auf den Markt kommen. Insgesamt kann festgestellt werden, je besser die Ortsteile zu erreichen sind, desto begehrter sind sie als Wohn­standorte. Doch auch die Infrastruktur muss stimmen.

Dafür hat die Gemeinde viel getan. Welche Investitionen stehen in diesem Jahr an?

Die Größte ist der Erweiterungsbau für die Kita in Grüneberg. Hier sind die Planungen abgeschlossen  und der Bauantrag gestellt. Ich hoffe, dass der Bau im Laufe des Jahres hochgezogen werden kann. Ebenso wichtig ist der Umbau der Bushaltestelle  in Nassenheide, um sie für die Schulkinder sicherer zu machen. Dafür soll eine Extra-Haltespur angelegt werden, damit die Busse nicht mehr auf der Bundesstraße 96 halten müssen. Auch dafür liegen die Planungen vor. Noch in diesem Jahr soll gebaut werden.

Ganz so konkret sind die Planungen für das neue Spieleparadies in Teschendorf noch nicht.

Stimmt. Klar aber ist, dass der alte Standort zu klein ist und eine Sanierung nichts bringen würde. Deshalb muss eine neue Kita gebaut werden. Nachdem die Standortfrage geklärt ist, geht es nun an die Planungen für den Bau selbst. Dafür haben wir fast 300 000 Euro eingeplant, um hoffentlich noch in diesem Jahr den Bauantrag stellen zu können.

Welche weiteren Investitionen stehen für den Bereich Jugend und Schule an?

Abgesehen von den normalen Unterhaltungsmaßnahmen erhält die Libertasschule dieses Jahr noch ein neues Informatikkabinett und neues Mobiliar. Zusammen sind das rund 250 000 Euro, die wir als Gemeinde dafür ausgeben.

Wie sieht es bei der Feuerwehr aus?

Mit der Übergabe der Teschendorfer Feuerwache hat nun auch die letzte Löschgruppe im Gemeindegebiet eine neue Unterkunft bekommen. Das allerdings heißt nicht, dass nun für die Feuerwehr kein Geld mehr fließt. Nur wird jetzt vorrangig in neue Technik investiert. 380 000 Euro haben wir dieses Jahr im Haushalt für die Anschaffung eines HLF, eines Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeuges, eingeplant.

Was macht der Straßenbau?

Konkrete Baumaßnahmen stehen in diesem Jahr in Linde und Nassenheide an. In Linde wird die Griebener Chaussee saniert. Das war auch dringend notwendig. In Nassenheide werden der Weideweg und der Mühlenweg, also die Zufahrt zur Mühlensiedlung, gemacht. Dabei soll auch der Straßenbereich vor der Kita neu gestaltet werden.

Wie sieht es mit weiteren Instandhaltungsmaßnahmen aus?

Dabei müssen wir grundsätzlich zwischen Investitionen und Erhaltungsaufwendungen unterscheiden. Zu diesen Erhaltungsmaßnahmen gehören unter anderem die Instandsetzung der Bankette oder die Beseitigung von Rissen in der Straßenoberfläche. Für die diese Arbeiten haben wird 350 000 Euro eingestellt. Dazu muss aber auch gesagt werden, dass wir als Landgemeinde für rund 140 Kilometer Straßen zuständig sind. Da können wir nicht gleichzeitig überall sein und überall anpacken.

Wie geht es mit dem Ausbau des Radwegenetzes im Löwenberger Land weiter?

Der Lückenschluss von Nassenheide nach Teschendorf ist für dieses Jahr geplant. Im gemeindlichen Haushalt stehen die Mittel für den innerörtlichen Ausbau in beiden Ortsteilen zur Verfügung. Das Landesamt für Straßenwesen hat den Bau für dieses Jahr bestätigt. Etwas anders sieht es für den Radweg von Liebenberg nach Falkenthal aus. Da sind wird auf die Planungen des Landesamtes abgewiesen. Denn der Radweg soll gebaut werden, wenn das noch ausstehende Teil der Landesstraße 109 zwischen dem Ortsausgang Falkenthal und der Einmündung auf die Bundesstraße 167 gemacht wird. Aber da bleiben wir dran.

Die Gemeindevertreter kommen heute um 19 Uhr im Sitzungsraum der Verwaltung in Löwenberg zusammen.

Informationen zur Großgemeinde

■ Die Großgemeinde Löwenberger Land entstand 1997 durch den Zusammenschluss von zehn Gemeinden und wurde später mehrfach erweitert. Die Gemeinde ist amtsfrei und gehört zum Landkreis Oberhavel. Sitz der Verwaltung ist der Ortsteil Löwenberg.

■ Die 17 Ortsteile, die die Gemeinde bilden, sind: Falkenthal, Glambeck, Grieben, Großmutz, Grüneberg, Gutengermendorf, Häsen, Klevesche Häuser, Neuhäsen, Hoppenrade, Liebenberg, Linde, Löwenberg, Nassenheide, Neuendorf, Neulöwenberg und Teschendorf.

■ Die Gemeinde umfasst die historischen Gebiete des Landes Löwenberg, des Ruppiner Landes, Niederbarnims und der Uckermark. Sie gehört zum Pendlerverflechtungsraum der Großstadtregion Berlin und grenzt an Oranienburg an. ⇥(veb)

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