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Dokumente in altem Gebäude in Buch sind ausnahmslos Operationsprotokolle aus DDR-Zeiten

Staatsanwaltschaft
Aktenfund aus dem „Waldhaus“

Bereits am Dienstag nach einem Hinweis sichergestellt: Alte Dokumente aus dem Krankenhaus Buch. Entgegen erster Meldungen handelt es sich nicht um Patientenakten.
Bereits am Dienstag nach einem Hinweis sichergestellt: Alte Dokumente aus dem Krankenhaus Buch. Entgegen erster Meldungen handelt es sich nicht um Patientenakten. © Foto: Helios
Sabine Rakitin / 18.01.2019, 06:30 Uhr
Panketal (MOZ) Die Dokumente, die in einem leeren Gebäude des ehemaligen Klikums Buch gefunden wurden, stammen nicht aus der ehemaligen Stasi-Klinik, sondern aus dem „Waldhaus“, einer orthopädische Abteilung des Krankenhauses.Das teilte das Helios-Klinikum am Donnerstag mit.

Nach einer näheren Auswertung der am Dienstag auf dem Gelände der ehemaligen Städtischen Kliniken Buch gefundenen Dokumente lässt sich der Inhalt des Aktenfundes jetzt weiter konkretisieren. „Die Dokumente stammen nicht, wie in Presseberichten beschrieben, aus der ehemaligen Stasi-Klinik, die sich bis Ende 1989 auf dem Gelände befand, sondern aus der orthopädischen Abteilung des Städtischen Klinikums Buch, dem sogenannten Waldhaus“, erklärte Dr. Sebastian Heumüller, Geschäftsführer des Helios Klinikums Berlin-Buch, am Donnersttag. „Nach unserer derzeitigen, noch nicht abgeschlossenen Auswertung handelt es sich um OP-Bücher und Kopien von OP-Protokollen von orthopädischen und unfallchirurgischen Eingriffen.“

Der Fund umfasst nach jetzigem Kenntnisstand drei OP-Bücher, in denen Operationen von rund 6.000 Patienten in den Jahren 1962 bis 1979 im Waldhaus aufgelistet wurden, zwei Bücher zur Betäubungsmitteldokumentation aus den Jahren von 1967 bis 1976 sowie 27 Aktenordner mit Fotokopien von OP-Protokollen der Jahre 1991 bis 1999.

In keinem Fall habe es sich um Patientenakten gehandelt, die die Krankheitsgeschichte eines Patienten dokumentieren, sondern es handelt sich um meist einseitige Protokolle unfallchirurgischer und orthopädischer Eingriffe“, heißt es in einer Pressemitteilung des Helios-Klinikums vom Donnerstag. Die Aufbereitung des Fundes dauere – in enger Abstimmung mit den zuständigen Behörden – an.

Die OP-Dokumente wurden am Dienstag durch Helios Mitarbeiter nach einem Hinweis in einem eingebauten Wandschrank gefunden, in dem ansonsten die Kabelversorgung und Haustechnik untergebracht waren. Der heutige Besitzer des Areals, die Berliner Immobilienmanagement GmbH, plant derweil, Strafanzeige gegen Unbekannt zu stellen. Es besteht der Verdacht, dass sich widerrechtlich Zugang zum Areal und dem Gebäude verschafft wurde, in dem die Patientendokumente gefunden wurden.

Das städtische Klinikum Buch, das aus über 1000 Gebäuden auf verschiedenen Arealen im Norden der Hauptstadt verteilt war, wurde 2001 größtenteils von Helios übernommen. 2007 erfolgte der Umzug des Helios Klinikums Berlin-Buch an seinen neuen Standort. Das Areal des alten städtischen Klinikums wurde 2007 an die Berliner Immobilienmanagement GmbH verkauft.

Helios ist Europas führender privater Krankenhausbetreiber mit rund 100 000 Mitarbeitern. In Deutschland verfügt Helios über 86 Kliniken, 120 Medizinische Versorgungszentren (MVZ) und zehn Präventionszentren. Jährlich werden in Deutschland rund 5,2 Millionen Patienten behandelt.

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