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Probefahrt
Autotest Mercedes C-Klasse T-Modell

Die C-Klasse als T-Modell ist alles andere als ein schnöder Lastesel - hier handelt es sich um einen Nobel-Kombi.
Die C-Klasse als T-Modell ist alles andere als ein schnöder Lastesel - hier handelt es sich um einen Nobel-Kombi. © Foto: MOZ/Hajo Zenker
Hajo Zenker / 21.01.2019, 10:25 Uhr - Aktualisiert 28.01.2019, 13:21
Berlin (MOZ) Mercedes hat 2018 etwas weniger Wagen auf dem Heimatmarkt verkauft als im Jahr zuvor - die Stern-Marke verlor 2,2 Prozent, während der Gesamtmarkt ganz leicht (um 0,2 Prozent) schrumpfte. Während etwa die A-Klasse deutlich hinzugewann, fuhren E-Klasse, GLA und GLE spürbar im Minus. In der Mittelklasse gingen zwar auch bei der C-Klasse, dem Bestseller im Mercedes-Programm, die Absatzzahlen zurück, doch da die ewigen Konkurrenten Audi A4 und 3er BMW prozentual noch mehr verloren, ist dieser Mercedes weiterhin mit Abstand das erfolgreichste Modell in diesem Segment.

Unser Autor hat das T-Modell der Mercedes C-Klasse getestet.
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Motor

Vier Diesel und (einschließlich der besonders sportlichen AMG-Modelle) sieben Benziner stehen für die C-Klasse als T-Modell zur Verfügung - das ergibt eine sehr breite Leistungspalette von 122 PS bis 510 PS. Dabei sind mit der Überarbeitung alle Vierzylinder erneuert worden, um auch die schärfsten Abgasnormen erfüllen zu können. Der von uns gefahrene 220d holt aus vier Zylindern und zwei Litern Hubraum bis zu 194 PS und 400 Newtonmeter maximales Drehmoment (bereits bei 1600 Umdrehungen) und verspricht mit der Abgasnorm Euro 6d-Temp, deutlich sauberer als bisherige Diesel zu sein. Laut ADAC stoßen Euro-6d-Temp-Diesel 76 Prozent weniger Stickoxid aus als Euro-6b-Diesel und 85 Prozent weniger als Euro-5-Diesel. Ansonsten sorgt der neue 220d für ein souveränes Fahrerlebnis, geht es doch (bei kultiviertem Ton) in sieben Sekunden von 0 auf Tempo 100 und auf der Autobahn problemlos auf bis zu 233 Stundenkilometer. Die bei diesem Motor serienmäßige Neun-Gang-Automatik passt perfekt.

Karosserie/Ausstattung

Seit 1993 hört der Mittelklasse-Mercedes, damals das kleinste Erzeugnis mit Stern, auf den Namen C-Klasse. Längst ist die Stuttgarter Modellpalette stark gewachsen, gibt es deutlich kleinere Mercedes-Modelle. Die C-Klasse aber bleibt der Bestseller. Bei uns ist dabei der Kombi, bei Mercedes traditionell T-Modell getauft, sehr beliebt. Die vierte Generation gibt es seit 2014 und bekam deshalb nun ein Überarbeitung (gut die Hälfte aller Teile wurde erneuert), um noch bis 2021 einen frischen Eindruck machen zu können. Und gut, zeitlos, nobel, wertig sieht die C-Klasse als T-Modell unzweifelhaft aus. Das gilt für außen wie innen. Ein Handwerker-Mobil ist das ganz bestimmt nicht, ein Nobel-Dienstwagen dagegen ganz häufig schon. In dem 4,70 Meter langen Gefährt hat man vorn sehr ordentlich Platz, hinten sitzen zwei Erwachsene gut - wenn sie nicht zu groß gewachsen sind, die elegant abfallende Dachlinie fordert da Tribut. Der Kofferraum ist mit 460 Litern für einen Kombi dieses Segmentes nicht gerade riesig, aber gut zu nutzen. Zum Beispiel dank einer im Verhältnis 40/20/40 geteilten Rückenlehne, die sich vom Gepäckraum aus umklappen lässt. Und natürlich kann man gegen Aufpreis eine elektrische Heckklappe ordern, die sich mit einer Fußbewegung im Bereich des hinteren Stoßfängers aktivieren lässt. Die C-Klasse ist nicht nur hochwertig, sondern auch funktional. Allerdings erfordert es etwas Übung, um sich mit Hilfe eines Dreh-Drück-Rades und eines Touchpads auf dem Mitteltunnel durch die Menüs der vielfältigen Funktionen zu arbeiten. Ab Werk hat der Kombi mit Stern unter anderem sieben Airbags, ESP, Bremsassistent, Klimaautomatik, Tempomat, Fensterheber, Regensensor und elektrische Vordersitze. Es lassen sich aber noch sehr viele Assistenten zusätzlich bestellen, die dafür sorgen, dass der Fahrer nur noch wenig selbst machen muss - und natürlich auch den Preis in die Höhe treiben. So kann der Wagen dann etwa selbstständig auf der Autobahn überholen.

Fahrverhalten

Obwohl sich die heckgetriebene C-Klasse vor allem durch Langstreckentauglichkeit und also Komfort auszeichnet, ist das Fahrwerk durchaus auch dynamisch ausgelegt, flotte Kurvenfahrt ist also möglich. Das lässt sich per elektronischer Einstellung noch etwas nachschärfen. Die optionale Luftfederung macht dann alles noch einmal perfekter. Die Lenkung passt sehr gut, die Bremsen sind von der überaus zupackenden Art.

Wirtschaftlichkeit

Den Einstieg in ein T-Modell der C-Klasse gibt es ab 34.200 Euro mit dem 129-PS-Benziner. Der von uns gefahrene 220d startet bei 43.994 Euro. Das ist eine Menge Geld. Aber nichts im Vergleich zur stärksten AMG-Variante des T-Modells der C-Klasse, die mit 88.000 Euro zu Buche schlägt. Zum offiziellen Verbrauch des 220d von 4,8 Litern Diesel (128 g/km CO2) sollte man im normalen Leben einen knappen Liter mehr einkalkulieren. Was angesichts der PS-Zahl und der Größe immer noch ein sehr respektabler Wert ist.

Fazit

Mercedes liefert genau das, was man von einem langjährigen Stern-Bestseller erwarten kann - Noblesse im Design, modernste Technik und echte Funktionalität. Der 220d ist dabei eine besonders überzeugende Variante, da sie Fahrspaß mit niedrigem Verbrauch und niedrigen Emissionen verbindet. Das alles natürlich zum Mercedes-Preis.

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