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Seniorenzentrum
Wohngruppe statt Doppelzimmer

Jens Sell / 25.01.2019, 07:00 Uhr
Strausberg (MOZ) Mehr als nur Pflegeheimplätze: Das Interesse von Senioren und ihren Angehörigen an alternativen Wohnformen jenseits der Heim-Pflegebetten steigt. Die Awo baut deshalb im Seniorenzentrum Am Mühlenberg drei Etagen völlig um.

Betreutes Wohnen, Pflegewohnen, Servicewohnen – die großen Träger der stationären Altenpflege sind längst dahintergekommen, dass Senioren, die körperlich nicht mehr allein in der eigenen Wohnung zurechtkommen, nicht zwangsläufig im Pflegebett eines Heimes landen wollen. Schon einige Jahre gibt es die Seniorenwohnungen hinter dem Bonhoeffer-Senioren-zentrum der Stephanus-Stiftung. Vor wenigen Monaten erst hat ProCurand 76 Service-Seniorenwohnungen an der Wriezener Straße eingeweiht. Gut angenommen wurde auch die Senioren-Wohngemeinschaft von Schulte-Bau am Nordkreisel. Nun zieht die Arbeiterwohlfahrt nach. Der Bezirksverband Brandenburg-Ost als Träger des Seniorenzentrums Am Mühlenberg will in seinem Bestandshaus schon im Frühsommer auf drei Etagen jeweils zehn Seniorenzimmer in Wohngruppen vermieten. Derzeit arbeiten Strausberger und Frankfurter Firmen am Umbau im Inneren.

Die Zimmer haben Größen zwischen 22 und 37 Quadratmetern. In den Größeren, von denen es jeweils drei auf den drei Ebenen gibt, können auch Ehepaare einziehen, sagt die Leiterin des Seniorenzentrums, Viola Thürmann: „Alle Zimmer werden ihre Nasszelle mit Dusche haben, jede Etage aber auch ein Pflegebad mit Wanne.“

Ebenfalls auf jeder Ebene findet sich eine geräumige voll ausgestattete Wohnküche, in der es genügend Sitz- und Essplätze für die Bewohner gibt. „Wir wollen mit dem Angebot auf die differenzierten Lebenssituationen von Senioren eingehen, indem wir ihnen in unserem Zentrum die flankierenden Dienste gewährleisten“, sagt Viola Thürmann. So können die Bewohner die benachbarte Tagespflege nutzen, wo sie auch bis auf das Abendbrot verpflegt werden. Wer seinen Tag lieber allein  und selbstständig gestalte, könne das Mittagessen in der Gaststube Lieselotte einnehmen, ein Angebot, das inzwischen reichlich ein  Dutzend Senioren aus dem Wohngebiet Otto-Grotewohl-Ring nutzen. „Das freut uns besonders, weil wir hier gern – auch im Zuge der demografischen Entwicklung – ein Wohngebietszentrum mit Quartiersmanagement werden wollen“, sagt die Leiterin.

Schließlich betreibt der Awo-Ortsverein neben der „Lieselotte“ noch ein Seniorenbüro mit einem großen Klubraum, in dem wöchentlich Spielenachmittage stattfinden.

Auf Seniorenbedürfnisse zugeschnitten sollen die Dienstleistungen im Zentrum werden: Eine Allgemeinarzt-Praxis soll ins Erdgeschoss des Bestandsbaus einziehen, in der ersten Etage eröffnet im Mai eine Physiotherapie. Im Neubau gibt es bereits einen gut frequentierten Frisiersalon. Wenn die Bewohner der Wohngruppen ambulante Hauswirtschafts- oder Krankenpflege wünschen, haben sie die freie Wahl, sagt Viola Thürmann: „Inwieweit wir selbst ein Angebot schaffen, müssen wir anhand der Nachfrage und unserer Möglichkeiten dann sehen.“

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