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Schule der Löwen
Große Show im Kleinformat

Burkhard Keeve / 31.01.2019, 20:07 Uhr - Aktualisiert 03.02.2019, 10:08
Oranienburg (MOZ) Mit großen Erwartungen hatten die Wirtschaftsjunioren Oberhavel am Donnerstag zur „Schule der Löwen“ Kandidaten ins Oranienwerk eingeladen. Elf Bewerber um die Gunst der finanzkräftigen  Löwen präsentierten sich. Die kleine Show nach großem TV-Vorbild – die „Höhle der Löwen“ – kam sehr gut an.

Rund 80 Gäste amüsierten sich bestens. Das lag am professionellen Auftritt der Löwen, alles gestandene Jungunternehmer aus Oberhavel, an der unterhaltsamen Moderation durch Robert Nickel und vor allem aber an den Schülern, die ihre Geschäftsideen vorstellten, um Partner dafür zu gewinnen.

Den schwierigen Einstieg in die Show vor Publikum und laufender Kamera machte der Zwölftklässler Erik Dubs vom Runge-Gymnasium. Er wollte Finanzpartner für eine App gewinnen, mit der Veranstaltungen leichter geplant und organisiert werden können. Seine perfekt vorgetragene, und professionell anmutende Präsentation stieß bei den Löwen auf viel Lob. Prompt kam das erste echte Angebot der „Schule der Löwen“ von Torsten Reipert. „Ich finde die Idee toll. Ich biete dir mein Netzwerk an, um dich zu begleiten.“ Erik Dubs zögerte nicht lange. Doch auch noch andere Löwen stiegen mit ein, boten sogar Geld und wollten bei der Suche nach einem Programmierer für die App helfen. Nur Löwin Angelina Winzler machte schnell klar: „Die Produktion ist mir zu teuer. Ich bin raus.“ Ein Satz, den es auch bei der echten-Löwenshow öfter zu hören gibt. 

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Ideenschmiede in der Schule der Löwen

Videothek öffnen

Als zweiter Kandidat trat Johann Eger aus Hennigsdorf auf die Bühne. Im Sturm eroberte der Zwölfjährige, der übrigens der Erste war, der sich bei dieser Show bewarb, die Herzen aller. Seine Idee: „Menschen mit Demenz ein gutes Gefühl geben.“ Seine Oma, die 2017 starb, hatte Demenz. Für ihn gab es dabei ein Schlüsselerlebnis. Er hatte beobachtet, dass Menschen mit Demenz gern Dinge anfassen, mit den Händen an etwas spielen, herumzuppeln. Also dachte er sich eine Nestelschürze aus, „die berühren können und an der sie herumfummeln können“. Eine Beispielschürze musste Löwe Reipert gleich überziehen. Doch auch für ein großes Holzpuzzle mit alten Fotos der Betroffenen  suchte der Zwölfjährige noch Geschäftspartner. Spontan spendete Löwe Jens Stein, der die Show-Idee für Oberhavel hatte, 150 Euro. Der Tischler Erik Brandenburg bot für das Holz-Puzzle Unterstützung an. Löwen-Kollege Rico Rückstadt sagte begeistert: „Egal wie, ich steige mit ein.“ Auch seine Oma habe Alzheimer gehabt.

Doch nicht alle Kandidaten konnten punkten. Der 15-jährige Schüler Jonas Treptau aus Falkensee wollte die Not der Menschen in Afrika lösen. Die Löwen und das Publikum fühlten sich rasch von dem Thema überfordert. Applaus und Lob gab es trotzdem. Auch der zehnjährige Wim und sein Bruder Thijs Hennig (zwölf), die eine Art Brötchenbringedienst in Lehnitz aufziehen wollen, wurden von den Löwen vertröstet: „Reift eure Idee noch etwas aus und kommt nächstes Jahr wieder.“ „Das machen wir auch“, sagte Thijs hinterher.

Die „Schule der Löwen“ sollte Schule machen, fanden viele der 80 Gäste. Nur am Gesamtkonzept müsste noch gefeilt werden. Denn nach zweieinhalb Stunden war erst die Hälfte der Kandidaten auf der Bühne.

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