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Gewerkschaft
Busse und Bahnen stehen in Frankfurt (Oder) wegen Warnstreiks still

Renè Matschkowiak / 05.02.2019, 07:52 Uhr - Aktualisiert 05.02.2019, 15:50
Frankfurt (Oder) (MOZ) Ein Warnstreik der Bus- und Bahnfahrer hat am Dienstagmorgen in Frankfurt (Oder) den öffentlichen Nahverkehr komplett lahm gelegt. Von Betriebsbeginn um 3.30 Uhr fuhren keine Busse und Bahnen durch die Stadt. Um kurz vor 9.00 Uhr wurde der Betrieb nach Angaben der Gewerkschaft wieder aufgenommen. 

„Die Streikbeteiligung lag bei 100 Prozent bei den Frankfurter Stadtverkehrsbetrieben", zeigte sich der Verhandlungsführer von Verdi Jens Gröger erfreut. „Wir wollten mit den ersten Warnstreiks nicht den Schülerverkehr treffen, deswegen haben wir uns die Ferien als Termin ausgesucht."

Gefordert wird 1 Euro und 80 Cent mehr Stundenlohn. „Das sind im Monat etwa 300 Euro mehr“, so Gröger. „Das Einstiegsgehalt bei Busfahrern liegt bei nur 11,70 Euro pro Stunde, erklärt er. Still gestanden hat der öffentliche Nahverkehr in der Oderstadt von 3.30 Uhr bis 9 Uhr. Am Donnerstag gibt es die nächste Verhandlungsrunde mit den Arbeitgebern. Sollte da nicht ein verbessertes Angebot vorliegen, kann es bis zum weiteren Verhandlungstermin am 6. März zu den nächsten Warnstreiks im Land Brandenburg kommen.

 Die Beschäftigten der Verkehrsbetriebe in Frankfurt (Oder) haben am Dienstagmorgen ihre Arbeit niedergelegt.
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Warnstreiks in Frankfurt (Oder)

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Dass Frankfurt gleich noch einmal bestreikt wird, ist aber eher unwahrscheinlich, so der Verhandlungsführer. „Sicherlich empfinden einige die Forderung als hoch“, sagt SVF Mitarbeiter Christian Alter. Allerdings gab es um die Jahrtausendwende viel Zugeständnisse der Arbeitnehmer, die jetzt der Arbeitgeber auch mal zurückgeben kann, findet er. „Nach wie vor bilden die Brandenburger Einkommen im ÖPNV das bundesweite Schlusslicht. So liegt zur Zeit das Einstiegsgehalt für die Bus- und Straßenbahnfahrer bei 1.983 brutto im Monat“, so Jan Augustyniak von den Frankfurter Linken.

 „Der Warnstreik werde hoffentlich dazu beitragen, dass die Arbeitgeber ein deutlich besseres Angebot machen. Es braucht mehr Zuschüsse vom Land für den ÖPNV, denn auch das Land müsste ein Interesse daran haben, dass niemand in Altersarmut gerät“, so der Kreisvorsitzende. Mehr Zuschüsse vom Land fordert auch Jens Gröger. „In Thüringen verdienen die Mitarbeiter im öffentlichen Nahverkehr etwa 300 Euro mehr, von Baden-Württemberg, wo es etwa 800 Euro mehr sind, gar nicht zur reden", so der Gewerkschafter. Konjunktur hatten am Dienstagmorgen jedenfalls die Dienste der Taxifahrer. Obwohl der Streik lange angekündigt war, stiegen trotzdem überraschte Menschen auf die Taxen um.

 

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