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Neuer polnischer Landrat und seine Stellvertreterin in Trebnitz / Großes Interesse an Jugendbegegnungen

Treffen
Gorzow bekräftigt Partnerschaft

Treffen in Trebnitz: Dolmetscherin Agnieszka Grzybkowska, die neue stellvertretende Landrätin von Gorzów Magdalena Słominska, der Trebnitzer Einrichtungsleiter Darius Müller, MOL-Landrat Gernot Schmidt und Gorzóws neuer junger Landrat Michał Wasilewski (v.l.)
Treffen in Trebnitz: Dolmetscherin Agnieszka Grzybkowska, die neue stellvertretende Landrätin von Gorzów Magdalena Słominska, der Trebnitzer Einrichtungsleiter Darius Müller, MOL-Landrat Gernot Schmidt und Gorzóws neuer junger Landrat Michał Wasilewski (v.l.) © Foto: Doris Steinkraus
Doris Steinkraus / 06.02.2019, 07:00 Uhr
Trebnitz (MOZ) Der Landkreis Gorzów hat mit der Kommunalwahl Ende 2018 eine neue Führungsspitze. Am Montagabend trafen sich der neue Landrat und seine Stellvertreterin mit Landrat Gernot Schmidt in Trebnitz. Beide Seiten sprachen sich für weitere gute Partnerschaftsbeziehungen aus.

„Ich gehöre zu der Generation, die keine Grenzen in Richtung Deutschland kennt“, erklärt der neue Gorzówer Landrat Michał Wasilweski. „In uns haben Sie treue Freunde.“ Mit seinen 37 Jahren gehört er zu den jüngsten Landräten jenseits der Oder. Auch seine Stellvertreterin Magdalena Słominska zählt erst 40 Lenze, macht in der Runde deutlich, dass sich an den guten nachbarschaftlichen Beziehungen mit Märkisch-Oderland nichts ändern solle. Die Zusicherung kommt von beiden am Ende des Gesprächs herzlich und offen. Ein gutes und wichtiges Signal für den Verein Bildungs- und Begegnungsstätte Schloß Trebnitz, sieht es der Vorstand mit seinem Vorsitzenden Christoph Berendt. Denn Herzstück der Vereinsarbeit ist seit nunmehr 27 Jahren die deutsch-polnische Zusammenarbeit. Sowohl der Landkreis Märkisch-Oderland als Mitbegründer des Vereins als auch der Landkreis Gorzów (Landsberg) sind Mitglied im Trebnitzer Schlossverein, haben zudem einen Sitz im Vorstand. Für den Vorstand war dies letztlich auch ausschlaggebend, die neue Führungsspitze einzuladen.

Einrichtungsleiter Darius Müller macht in seiner Präsentation deutlich, wie langjährig und eng die Beziehungen sind. Fast monatlich kommen deutsche und polnische Jugendliche zu Begegnungen im Schloss zusammen. Die Liste der gemeinsamen Projekte ist lang. Im vergangenen Jahr sorgte das Ausstellungsprojekt „Vergessene Grenze“ auf beiden Seiten der Oder für große Resonanz. Die Ausstellung im großen Überseecontainer war beim Herbstfest eröffnet worden, zog dann weiter nach Frankfurt und Posen.

Toleranz und gegenseitiger Respekt stehe für sie ganz obenan, versichert Magdalena Slominska, die für die PiS-Partei das Amt ausübt und ganz offensichtlich auf gleicher Wellenlänge wie Landrat Wasilewski von der Bürgerplattform schwimmt. Man wolle die Erfahrungen der deutschen Seite nutzen, etwa beim Ausbau des Radwegnetzes sowie im Umweltschutz und Tourismus, nennt Wasilewski Beispiele. Und macht klar, dass die Jugendbildung einen höheren Stellenwert erhalten soll. „Wir wollen im Landkreis, also in den ehemaligen östlichen Gebieten von Deutschland, historische Orte entwickeln, dort der Jugend die Geschichte erklären. Vorgesehen sind zweisprachige Dokumentationen und Schilder“, kündigt er an.

Einbringen will sich der polnische Landkreis auch in das Friedenswaldprojekt, obwohl der im polnischen Gorzyca im Landkreis Słubice liegt. Darius Müller berichtet von einer Aktion, die derzeit mit den verantwortlichen in Gorzyca vorbereitet wird. Der Ehrenvorsitzende des Trebnitzer Vereins, Eberhard Grasshof, hatte zu seinem 90. Geburtstag gebeten, statt Geschenke Geld für ein Friedenswald-Projekt zu geben. Es kam eine stattliche Summe zusammen. Am 30. August soll am Friedenswald in Gorzyca im Gedenken an den 80. Jahrestag des Überfalls der deutschen Wehrmacht auf Polen eine große deutsch-polnische Jugendbegegnung stattfinden und ein Findling mit Tafel enthüllt werden. Zu dieser Zeit findet ein von der Flick-Stiftung gefördertes deutsch-polnisches Musikprojekt in Trebnitz statt. Gemeinsam mit dem Kammermusikorchester wird es zu dieser Aktion ein Konzert in Gorzyca geben. Darius Müller und Christoph Berendt waren dazu bereits in Polen, erfuhren für das Vorhaben große Zustimmung.

Landrat Gernot Schmidt sieht das weitere Miteinander mit der neuen Verwaltungsspitze gesichert. Märkisch-Oderland unterhalte zwar Partnerschaftsbeziehungen zu drei polnischen Kreisen – neben Gorzów auch zu Słubice und Miedzychod – doch mit Gorzów gebe es seit Jahren die intensivsten Beziehungen. Auf beiden Seiten konnten dadurch zahlreiche Interreg-Projekte realisiert werden. Im Wirtschaftsamt des Kreises gibt es dazu extra einen Ansprechpartner, der perfekt Polnisch spricht. Landrat Michał Wasilewski lädt am Ende seinen deutschen Amtskollegen nach Gorzów ein.

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