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Der Zirkus Henry hat sein Winterquartier in Trebatsch / Vor drei Tagen kam hier ein Kamelbaby auf die Welt

Zirkusleben
Pflegeleichter Nachwuchs

Erst ein paar Tage alt: Werner Frank vom Zirkus Henry streichelt das männliche Kamel-Baby im Trebatscher Winterquartier. Links steht das Muttertier Marussia, ein sibirisches Steppenkamel.
Erst ein paar Tage alt: Werner Frank vom Zirkus Henry streichelt das männliche Kamel-Baby im Trebatscher Winterquartier. Links steht das Muttertier Marussia, ein sibirisches Steppenkamel. © Foto: Jörn Tornow
Larissa Benz / 07.02.2019, 07:15 Uhr - Aktualisiert 07.02.2019, 14:31
Trebatsch (MOZ) 60 Tiere des Zirkus Henry haben in einer Halle in Sabrodt ihr Winterquartier bezogen. Momentan sorgt dort Nachwuchs für Freude bei den Mitarbeitern.

Auf dem großen Gelände in Sabrodt stehen Wohnwagen mit Zirkusaufschrift, es riecht nach Heu. Betritt man die große Lagerhalle, schauen  Lamas, Alpakas, Ponys und Kamele aus ihrer Box heraus.  In einer Ecke steht ein kleines Kamelbaby, das sich liebevoll an seine Mutter schmiegt. „Es ist erst vor wenigen Tagen auf die Welt gekommen“, sagt Zirkusdirektor Georg Frank. Morgens um 5 Uhr habe er den Stall betreten und das Kleine habe schon dort gelegen.

Zwei weitere Kamele sind schwanger: „Obwohl wir schon öfter Nachwuchs hatten, ist das jedes Mal etwas besonderes für mich“, sagt Frank. Er habe lediglich Jungtiere im Stall, das älteste Kamel ist 8 Jahre alt. Generell können die Säugetiere bis zu 47 Jahre alt werden. Die älteren Tiere kommen auf einen Gnadenhof, sagt er: „Geschlachtet wird bei uns nicht“, betont er. In Trebatsch hat der Wanderzirkus ohne festen Sitz zum ersten Mal sein Winterquartier bezogen. Seit Januar gastieren die Künstler und Tiere hier: Zuvor wurde verzweifelt ein geeignetes Quartier gesucht, nachdem die Saison mit dem Winterzirkus in Frankfurt (Oder) zu Ende ging. Bis Anfang März noch möchte Frank in Trebatsch bleiben, im April geht es für drei Vorstellungen nach Beeskow: dann sind 21 Artisten mit an Bord, die zur Familie gehören. Frank führt den Zirkus in der siebten Familiengeneration, gegründet wurde er 1812 in Breslau. „Für mich ist das eine Berufung“, betont der 72-Jährige. Er könne sich keinen anderen Job vorstellen.

Etwa 40 Fahrzeuge, darunter Geräte- und Wohnwagen, zählt der Zirkus. Die Artisten sind mit den Tieren in Deutschland und Österreich unterwegs: „Ich glaube es gibt kaum einen Ort auf der Landkarte, den wir in den beiden Ländern noch nicht abgeklappert haben“, sagt er und lacht.

Der Winter sei  hart, gibt er zu: „Wir sind auf Futterspenden angewiesen, da wir im Winter quasi kein Einkommen haben“, betont er. Er freue sich, wenn er von Landwirten oder Märkten aus der Umgebung Heu oder anderes Futter bekomme, das nach dem trockenen Sommer besonders rar ist. Frank weiß, dass das Thema Tierhaltung im Zirkus immer wieder angeprangert wird. „Wir legen aber Wert darauf, dass es unseren Schützlingen gut geht“, sagt er. So verzichte man mittlerweile bewusst auf die Haltung von Wildtieren und versuche, die Transporte so kurz wie möglich zu halten.

Obwohl momentan keine Zirkusvorstellungen stattfinden, trete man in kleiner Besetzung gerne in Seniorenheimen, Schulen oder bei Feiern auf. Das sei für die Artisten auch eine willkommene Abwechslung zum Zirkusalltag.

Das reguläre Zirkusprogramm besteht laut Frank aus Tierdressuren, aber auch aus artistischen Programmpunkten. Viele seiner neun Kinder und 17 Enkelkinder sind dabei. Mit den Kamelen wird eine Freiheitsdressur gezeigt, auch die Pferde wirken daran mit. Der Begriff bedeutet, dass eine Dressur nicht vom Sattel, sondern vom Boden aus durchgeführt wird. Auch eine Schlangenakrobatik, eine Cowboynummer und Handstand-Akrobatik gehören zum Repertoire im Zirkus. Darüber hinaus zeigen Hochseilartisten ihr Können.

Mit dem Winterquartier in Trebatsch ist Frank sehr zufrieden: „Der Stall ist schön trocken und kühl“, sagt er. Gerade für die Kamele sei das ideal: „Im Kuhstall wäre das viel zu warm“, betont er. Generell seien Kamele sehr leicht zu halten: Sie essen viel und seien generell sehr genügsame Tiere.

Für das neu geborene Kamel in Trebatsch sucht der Zirkus noch einen Namen: „Wir würden uns freuen, wenn er etwas mit Trebatsch oder Beeskow zu tun hat“, sagt der Zirkusdirektor.

Anfragen für Auftritte des Zirkus Henry können unter Telefon 0152 53222806 gestellt werden. Vom 4. bis 7. April gastiert der Zirkus auf dem Bertholdplatz in Beeskow.

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