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Hegetag
Auch die Angler nervt der Biber

Jörg Hanisch / 11.02.2019, 06:00 Uhr
Eisenhüttenstadt (MOZ) Biber! Diese scheuen Nager beschäftigten die Freunde des Kreisangelverbandes während ihres Hegetages an den Kiesgruben ganz besonders. Hatten die Tiere doch das Jahr über ganze Arbeit geleistet

„Der heutige Hegetag steht ganz im Zeichen des Aufräumens, Müllbeseitigens und Ausästens“, sagt der Geschäftsführer des Kreisanglerverbandes Eisenhüttenstadt, Rainer Thonke, der mit seinen Mitstreitern gerade dabei ist aus dem Wasser gezogenes Totholz zu zersägen. Für Sportwart Maik Brandt eine echte Herausforderung, „die aber nicht unbedingt sein muss, denn hier hat der Biber richtig zugeschlagen. Biber und immer wieder Biber“, meint er, bevor er sich wieder seiner Arbeit zuwendet.

Während die anderen Männer dieser Gruppe mit Stahltrossen die Bäume ans Ufer ziehen, die zersägten Stücke aufschichten, hat Liam Thonke Zeit mit auf Spurensuche zu gehen. Lange dauert es nicht und wie Palisaden ragen Baumreste in der Uferregion aus dem Erdboden, denn der typisch kegelförmige Biberfraß ist nicht zu übersehen. Im Wasser liegen die abgestorbenen Bäume. Der angehende Tischler liebt Holz, aber nicht so: „Das ist heute eine Tagesaufgabe“, ist er sich sicher und kehrt zu den anderen zurück, um mit anzupacken.

Auch bei den anderen Gruppen, die rings um die Kiesgruben arbeiten und dafür sorgen, dass die Angelgewässer in einem ordentlichen Zustand sind, sieht es ähnlich aus. „Denn nur dann macht unser Hobby auch Spaß“, sagt Henry Petermann, der an diesem 18. Hegetag des Landesanglerverbandes Brandenburg als Sägekettenführer agiert und alle technischen Arbeiten überwacht.  Als Betreuer für die Kiesgruben ist er sowieso dafür zuständig. Pausenlos ist er rings um diese Gewässer unterwegs und rund zwölf davon sind als DAV Angelgewässer ausgewiesen.

Natur- und Gewässerschutz sowie der Erhalt der Artenvielfalt im Interesse der Allgemeinheit sind wesentliche Bestandteile nicht nur der Satzung des Kreisanglerverbandes Eisenhüttenstadt sondern werden, wie auch am Sonnabend zu sehen ist, aktiv gelebt – auch an diesem Tag an den Abschnitten des Oder-Spree-Kanals, wo oft Wettkämpfe stattfinden.

Die Eisenhüttenstädter sind nicht nur gern Gastgeber sondern fahren auch selbst zu Meisterschaften und haben da schon sehr erfolgreich um Pokale und Titel gekämpft. Andere Sportfreunde lassen den letzten Sommer Revue passieren und sind doch einigermaßen erstaunt, dass dieser dem Fischbestand nicht geschadet hat.

„Das nachdrückende Grundwasser hat wohl die Wasserqualität einigermaßen in der Waage gehalten, so dass es den Fischen nicht geschadet hat“, wird gemutmaßt. Nur der Algenwuchs sei ganz schlimm gewesen. „Früher wurden die einmal im Jahr entfernt“, erinnert sich Rainer Thonke. Heute sei das zu teuer und für den Verband nicht zu bezahlen. Deshalb sind die Angler ganz froh, dass die Natur das geregelt hat und zunächst einmal von einem ausreichenden und gesunden Fischbestand ausgegangen wird.

Nachgesetzt wurde in der Vergangenheit aus Fischzuchten, zum Beispiel nach harten Wintern. Überwiegend waren es Karpfen. Geangelt werden darf an den Kiesgruben östlich der Straße nach Vogelsang übrigens nur mit gültigen Fischereischeinen und Angelberechtigungen. Letztere gibt es beim Kreisangelverband. Für die Erlangung des Fischereischeines erfolgt die nächste Prüfung am 30. März in der Fährstraße 1.

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