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zu Giffey
Ein brenzliger Moment

Günther Marx
Günther Marx © Foto: MOZ/Gerd Markert
Meinung
Günther Marx / 11.02.2019, 21:30 Uhr
Berlin (MOZ) Verglüht da eine Karriere? Familienministerin Franziska Giffey gilt als Hoffnungsträgerin der SPD, doch nun muss sie sich eines Plagiatverdachts erwehren.

Sie soll in ihrer Doktorarbeit in Teilen abgeschrieben haben. Quellen, so der Vorwurf, seien nicht oder nur unvollständig genannt worden. Sollte sich das bestätigen, würde Giffey nicht nur ihren Doktortitel verlieren, sie wäre auch – siehe Karl-Theodor zu Guttenberg oder Anette Schavan – politisch nicht mehr haltbar. Aber: Noch ist nichts bewiesen; und die Beurteilung ist oft nicht einfach. Zwischen klarem Betrug und nachlässigem Arbeiten ohne Täuschungsabsicht öffnet sich ein weites Feld.

Daneben stellen sich allerdings ein paar grundsätzliche Fragen: Warum etwa werden so viele Doktorarbeiten geschrieben, ohne dass eine wissenschaftliche Karriere angestrebt wird? Warum versagt die Kontrolle, wo doch „Doktorväter“ und „Doktormütter“ das Entstehen einer Doktorarbeit begleiten und diese am Ende bewerten. Und wie ist es um eine Gesellschaft bestellt, in der „Plagiatsjäger“ – zunächst oft anonym – sich auf die Pirsch begeben? Franziska Giffey versichert, sie habe ihre Arbeit nach bestem Wissen und Gewissen erstellt. Das freilich haben viele vor ihr auch getan, ehe sie gefallen sind. Es ist ein brenzliger Moment für sie.

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Paul Müller 11.02.2019 - 22:24:29

Mrs. Copy and Paste :) ...

... ich musste mir für meine Projektarbeit noch selbst was ausdenken ! Schaltpläne erstellen, die elektronischen Komponenten berechnen/ verlöten und am Ende jeweils ein Programm (für eine Phasenanschnittsteuerung) in Assembler + noch eine Benutzerführung auf einem Touchscreen in C programmieren und Doku schreiben - naja, andere brauchen eben nur Copy & Paste für die Karriere machen :)

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