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Programmflyer
Fontane und die Schwiegermutter

Fontanes Nachtlager: Bei seinem Beeskow-Besuch kam der märkische Dichter in der Mönchsherberge unter.
Fontanes Nachtlager: Bei seinem Beeskow-Besuch kam der märkische Dichter in der Mönchsherberge unter. © Foto: Jörn Tornow
Olaf Gardt / 12.02.2019, 09:00 Uhr
Beeskow (MOZ) Am 20. Februar stellt das Land Brandenburg sein Programm für das Fontanejahr vor. In der Spreeregion Beeskow-Schwielochsee ist man schon weiter. Burg, Bibliothek, die Kirchengemeinde und der Tourismusverein haben gemeinsam mit der Stadt einen Fontane-Flyer zusammengestellt.

Die Neuntklässler des Beeskower Gymnasiums präsentieren ab dem 1. März im Flur des Deutschhauses die Ausstellung „Emilie“. Gezeigt werden von den Schülern gestaltete Karten zu verschiedenen Werken Fontanes. Die Gymnasiasten sind mit dem märkischen Dichter, dessen Geburtstag sich am 30. Dezember zum 200. Mal jährt, besonders verbandelt. Jene Emilie, nach der sie ihre Ausstellung benannt haben, war nicht nur die Ehefrau des Dichters, sondern auch Enkelin von Jean Pierre Barthélemy Rouanet, dem Namensgeber des Gymnasiums.

Der Soldat, Beamte und Kämmerer der Stadt Beeskow war eine schillernde Persönlichkeit. Das Fontane sich nicht näher mit ihm befasste, lag wohl auch daran, dass der Dichter über die Herkunft seiner Frau nicht so viel offenbaren wollte. Emilie war als uneheliches Kind der verwitweten Rouanet-Tochter Therese  und  des Garnisonsarztes zur Welt gekommen, was als höchst ehrenrührig galt.

Vielleicht auch deshalb ist der Satz „Beeskow ist nicht so schlimm, als es klingt“ nicht vom Notizbuch Fontanes bis in die Wanderungen selbst gelangt. Die Begeisterung für Fontane ist dennoch offenbar groß. So gibt es am 1. März neben der Ausstellungseröffnung im Gymnasium in der Bibliothek noch „Fontane zum Schmunzeln“. Ab 19 Uhr liest Alexander G. Schäfer unter dem Titel „Wer schaffen will, muss fröhlich sein“. Am Tag darauf startet eine Fontane-Rallye für Kinder durch die Stadt, spielt ein Erzähltheater über den Herrn von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland, wird eine Fontane-Ausstellung in der Bibliothek eröffnet.

Später im Jahr wird Sascha Bütow über touristische Wanderungen nach Beeskow in der Fontanezeit sprechen, Pfarrerin Elisabeth Preckel plant in der Alten Schule einen Vortrag über „Pastoren im Leben Fontanes“. Die Schlossfestspiele Ribbeck gastieren am 17. August mit „Effie Briest“ auf der Burg Beeskow. Der Autor Till Sailer ist als „Nachwanderer“ auf Fontanes Spuren. Er folgt Berichten von Günter de Bruyn, Franz Fühmann, Lothar Lang und anderen durch das Ruppiner Land, schreibt darüber und liest am 4. Oktober auf der Burg. Dazu gibt es Fotos von Elke Lang. Im Oktober wird zudem in der Marienkirche über Fontane und das Essen gesprochen, im Dezember kann man „´Fontanes Weihnachtsgeschichten am Feuer“ hören.

Der Tourismusverein organisiert zudem eine Fontane-Stadtführung. Und bei der kommt dann auch wieder die Verwandtschaft ins Spiel. Denn bei den Führungen ist Mutter Triepcke dabei, die Schwiegermutter Fontanes, die Jahre nach ihrer Liaison mit dem Garnisonsarzt doch noch einmal geheiratet hatte. Außerdem kann man wie zu Fontanes Zeiten auf Kutschfahrt gehen. Besichtigt werden die Beeskower und die Friedländer Burg sowie die Schlösser Groß Rietz und Kossenblatt. In Glienicke kann man das Grab des Kutschers Moll, mit dem Fontane auf Osterfahrt war, besuchen.

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