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Rad- und Wanderwege
Vandalismus an den Radwegen

Hat seine Rad- und Wanderwege nicht nur auf der Karte im Blick: Ludger Lamprecht ist oft mit dem Auto zwischen Joachimsthal, Oderberg und Bernau unterwegs und kontrolliert unter anderem die Beschilderung.
Hat seine Rad- und Wanderwege nicht nur auf der Karte im Blick: Ludger Lamprecht ist oft mit dem Auto zwischen Joachimsthal, Oderberg und Bernau unterwegs und kontrolliert unter anderem die Beschilderung. © Foto: Kai-Uwe Krakau
Kai-Uwe Krakau / 12.02.2019, 09:00 Uhr
Bernau/Eberswalde (MOZ) Rund 1000 Kilometer touristische Wander- und 600 Kilometer Radwege gibt es im Barnim – für ihre Erhaltung und Pflege ist Ludger Lamprecht zuständig.

Der Kreiswegewart – so die offizielle Bezeichnung für die Tätigkeit des 53-Jährigen – ist bei der Wirtschafts- und Tourismusentwicklungsgesellschaft mbH (Wito) angesiedelt und eigentlich ein Projekt. Im Jahr 2009 hatten sich sieben Städte und Gemeinden sowie der Landkreis Barnim zusammengetan und das Vorhaben ins Leben gerufen. Lediglich die Stadt Werneuchen und die Gemeinde Ahrensfelde machten nicht mit. Dort befindet sich der Regionalpark Barnimer Feldmark, um die Wege und deren Beschilderung kümmert man sich selbst. Ein Koordinator, so hieß es damals, sollte die gemeinsamen Interessen der Kommunen, aber auch der Tourismusgemeinschaften und der Unternehmen hinsichtlich des touristischen Wegenetzes im Auge haben. Dafür zahlen sie auch. 20 000 Euro kommen von den Städten und Gemeinden, 3000 Euro steuert der Landkreis Barnim bei. Verträge regeln die Leistungen und die jeweiligen finanziellen Anteile.

„Meine wichtigste Aufgabe ist es, das Rad- und Wanderwegenetz zu kontrollieren“, erzählt Lamprecht. Dafür ist er oft mit dem Auto, aber durchaus auch per Fuß in den Wäldern zwischen Joachimsthal, Oderberg und Biesenthal unterwegs. Wenn der Kreiswegewart dabei Schäden an den Wegen oder der Beschilderung feststellt, informiert er die jeweiligen Verantwortlichen. In der Regel sind das die Kommunen.  Kleinere Mängel werden von Lamprecht aber auch selbst beseitigt. Das können beispielsweise Verunrenigungen sein, ein in den Weg ragender Ast oder auch Beschädigungen an den Hinweisschildern.

Im vergangenen Jahr hat Lamprecht unter anderem drei Wanderwege verlegt. Das betraf Biesenthal, den Liepnitzsee, aber auch Eberswalde. Gründe dafür waren die Erweiterung eines Unternehmens und starke Aktivitäten von Bibern. Darüber hinaus unterstützte der Kreiswegewart die Planung der Rundwanderwege in Wandlitz und der Barnimer Kreisstadt.

Leider gab es auch 2018, wie schon in der Vergangenheit, wieder zahlreiche Vandalismusschäden. Deswegen und manchmal auch witterungsbedingt mussten an verschiedenen Standorten rund 60 Wegweiser erneuert werden. Die Materialkosten  – Pfosten, Schrauben, Halterungen und Farben mussten besorgt werden –   von mehr als 1000 Euro übernahmen die Baulastträger. Wegemarken wurden, sofern erforderlich, von Lamprecht gesäubert, freigeschnitten oder nachgezeichnet. An fünf Knotenpunkt-Standorten tauschte er die Übersichtstafeln aus oder erneuerte sie. Der Landkreis Barnim zahlte außerdem rund 1000 Euro an Materialkosten  für die Instandhaltung von Schildern für den Radverkehr.

Ein größeres Problem sind die inzwischen 15 bis 20 Jahr alten regionalen und überregionalen Radwege. Der Asphalt ist verschlissen, Risse klaffen, Wurzelbrüche sind erkennbar und nicht asphaltierte Strecken haben Löcher und Spurrinnen. Besonders auf dem „Berlin-Usedom-Radweg“ sehe es zwischen Biesenthal und Finowfurt ziemlich schlecht aus, weiß Lamprecht. Aber auch die „Tour Brandenburg“ im Abschnitt Sandkrug – Stecherschleuse sowie der „Oder-Havel- Radweg“  von Liepe bis Bralitz seien betroffen. In diesen Fällen, findet der Wegewart, sollte der Landkreis Barnim einmal grundsätzlich darüber nachdenken, ob er sich dort eine  Sanierung leisten kann.

Zu den Aufgaben des Kreiswegewartes gehört es ebenfalls, die vorhandenen Daten der Wegeführung und der Beschilderung ständig zu ergänzen und soweit erforderlich zu aktualisieren. Die Grundlage dafür sind die vom Landkreis Barnim herausgegebenen Rad- und Wanderkarten. Lamprecht leistet auch Zuarbeiten bei der Herausgabe von Flyern und anderen Publikationen  und hilft den Gemeinden und Ämtern in Abstimmung mit dem kreislichen Strukturentwicklungsamt bei der Planung und Konzipierung neuer Themenwege.

„Mit dem Projekt haben wir einen Überblick, kontrollieren, koordinieren und können Kleinst-reparaturen durchführen. Mehr ist einfach nicht leistbar“, bittet Wito-Geschäftsführer Rüdiger Thunemann um Verständnis dafür, dass nicht alles perfekt ist. Man müsse entsprechend der finanziellen und personellen Ausstattung eben Prioritäten setzen. Noch vor einigen Jahren habe jede Kommune gedacht, der Kreiswegewart sei nur für sie da. Wenn Lamprecht gerade Schäden durch mutwillige Zerstörungen in Groß Schönebeck beseitigte, rief Wandlitz an, weil dort ein Wegweiser umgefallen war. „Inzwischen hat sich das alles aber gut eingespielt“, so Thunemann.

In Brandenburg gibt es inzwischen wohl Tausende Kilometer Wanderrouten, die auch zunehmend vermarktet werden. Um den Erhalt kümmern sich aber vorrangig ehrenamtliche Kräfte. Die Wandervereine fordern daher schon seit einiger Zeit eine tatkräftige Unterstützung durch Kommunen und gewerbliche Tourismusanbieter. Ludger Lamprecht ist einer der wenigen hauptamtlichen Wegewarte im Land.

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Patrick Maziul 13.02.2019 - 22:30:52

15-20 Jahre Alte Radwege..

..das ist kein Alter wenn richtig gebaut wird. Die Deckschcht kann ab und zu Erneuert werden. Aber wie hier geschildert wird ist ganz sicher am Unterbau gespart worden. Zu wenig davon, ergibt die geschilderten Schäden. Gerade der Berlin-Usedom Radweg hat eine Überregionale Bedeutung, da sollte auch Geld in die Sanierung fließen. Radfahrer geben mehr Geld Vor Ort aus, als manche Denken. Also Landkreis Barnim, es darf Investiert werden.

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