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Gefährliche Huckelpiste
Spendenaufruf für Radweg nach Linum

Marco Winkler / 13.02.2019, 06:00 Uhr - Aktualisiert 13.02.2019, 14:05
Kremmen/Linum (MOZ) Der Kampf um einen Radweg entlang der L 16 zwischen Kremmen und Linum geht weiter. Noch bis 18. Februar sammelt eine Projektinitiative Spenden. Damit sollen eine Kostenschätzung für die Realisierung der seit Jahren gewünschten Fahrradtrasse sowie ein Finanzierungskonzept für die Umsetzung erstellt werden. „Es wird Zeit“, sagt Eva Witzgall von der Radweginitiative Kremmen-Linum mit Nachdruck. „Wir wollen damit ein Zeichen an die Politik senden, dass der Radweg nicht vom Tisch ist.“

Konkret geht es um die zehn Kilometer zwischen den beiden Orten, acht davon liegen in Oberhavel, zwei in Ostprignitz-Ruppin. „Wir wollen die Infrastruktur verbessern“, sagt Eva Witzgall aus Linum. Der touristische Aspekt – gerade in der Kranich-Saison – sei eher ein untergeordneter. Wenn auch einer, der nicht zu vernachlässigen ist. Witzgall berichtet von Besuchern, die mit dem Zug anreisen, ihr Fahrrad im Gepäck. Eine landkreisübergreifende Busverbindung gibt es nicht. „Am Bahnhof Kremmen wird ihnen dann schon einmal abgeraten, nach Linum zu fahren.“ Der Weg sei gefährlich. Gerade die Huckelpiste auf OHV-Gebiet habe es in sich.

Die OPR-Straße wurde vor Jahren ausgebaut – für Autofahrer. „Wir wollen die Dörfer, auch Flatow, verbinden. Viele wollen mit dem Rad in die Stadt oder nach Linum fahren, trauen sich aber nicht mehr“, so die 54-Jährige. Sie und ihre Mitstreiter halten die Strecke für unbefahrbar – für Familien, Senioren, Kinder. Schwere Landwirtschaftsfahrzeuge schlängeln sich über die schmale Straße. Die L 16 ist zudem Umfahrungsstrecke bei Unfällen oder Staus auf der A 24. „Seit Jahren wird für eine sichere Radinfrastruktur gekämpft, getan hat sich bisher nicht. Linum findet als Randregion zwischen den Kreisen kein Gehör“, so Witzgall.

2015 stieß sie zur lokalen Radweg-Initiative, die mittels eines Kooperationsvertrags vom Verein Changing Cities, der die Online-Plattform und das Netzwerk beisteuert, unterstützt wird. Ebenfalls als Partner im Boot sitzt der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) Brandenburg. 2018 sammelte die Initiative in beiden Landkreisen Unterschriften. „Die Resonanz war überwältigend“, so Witzgall. Mehr als 1 600 Menschen unterzeichneten die Forderung.

Jetzt: der nächste Schritt, der auch politische Verantwortungsträger erreichen soll. „Wir wollen parteiunabhängig zeigen, wie wichtig dieses Bürgeranliegen ist“, so Witzgall. Sie weiß, dafür braucht es einen langen Atem. „Aber das Thema schläft nicht wieder ein“, sagt sie.

Bis zum 18. Februar sollen für zwei zu erstellende Gutachten insgesamt 2 570 Euro zusammengekommen. Stand vom 12. Februar: 2 454 Euro konnten bisher gesammelt werden. Ein Gutachten der Planungsgesellschaft soll die Baukosten schätzen: Entwurf, Baugrunduntersuchung, Beschilderung, Ausgleichspflanzungen, Planungskosten. Das zweite Gutachten soll ein Finanzierungskonzept darlegen. „Hierbei soll auch ermittelt werden, welche Fördertöpfe für den Radwegbau angezapft werden können“, sagt Projektleiterin Eva Witzgall, die mit den Gutachten quasi in Vorleistung gehen will. „Sonst passiert wieder ewig nichts“, sagt sie.

Die Hoffnung der Radweginitiative ist, dass die Gutachten ihren Weg in die Kreistage der Landkreise finden. „Wir brauchen eine Mehrheit. So wie es jetzt ist, ist die Situation untragbar.“

Informationen zur  Initiative und zum aktuellen Spendenaufruf sind unter www.radweg-kremmen-linum.de zu finden.

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