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Oder-Spree-Kanal
Stämme, Vlies und Steine halten das Ufer

Anke Beißer / 14.02.2019, 06:15 Uhr - Aktualisiert 14.02.2019, 08:33
Hartmannsdorf (MOZ) Eine Schubeinheit des Wasser- und Schifffahrtsamtes Berlin, Außenstelle Erkner, ist derzeit in Höhe Hartmannsdorf unterwegs. Von ihr aus wird das nördliche Ufer des Oder-Spree-Kanals saniert. Der reparaturbedürftige Abschnitt ist etwa 500 Meter lang.

Nur wer sich direkt auf Höhe von Schubschiff, Ladungsbehälter und Geräteschute befindet, spürt das leichte Vibrieren des Bodens, hört die vergleichsweise leisen Rammgeräusche. In Höhe der fast rechtwinkligen Kurve in Hartmannsdorf, nahe den Resten der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Brücke, lässt sich in diesen  Tagen die Sanierung des Oder-Spree-Kanal-Ufers beobachten.

Wie Wasserbaumeister Daniel Leppert vom Wasser- und Schifffahrtsamt Berlin, Außenstelle Erkner, erläutert, ist an dem 1891 erbauten Kanal immer etwas zu tun. Das liege in der Natur der Sache. Das Wasser sei stets in Bewegung, schlage am Ufer auf und ziehe es in Mitleidenschaft. Regelmäßig wird deshalb die Wasserstraße abgefahren, werden die Ufer in Augenschein genommen und in Schadensklassen eins bis vier eingeteilt.

Letztere ist jene, die eine Sanierung nach sich zieht. Die Erkneraner Außenstelle ist für die rund 37 Kilometer zwischen Spreenhagen und Wernsdorfer Schleuse zuständig. „Wir verfügen über die Technik., selber zu sanieren“, sagt der 35-jährige Meister. Es werden aber auch Fremdfirmen beauftragt.

Was den Ablauf anbelangt, so  werden entlang einer Flucht, die über ein orangefarbenes Seil markiert ist, etwa alle 25 Meter Kiefernstämme in den Kanalboden getrieben. Jene Flucht übrigens orientiert sich am Ursprungsufer des Kanals. Eventuelle Einengungen werden im Zuge der Sanierung ausgeräumt. Zwischen diese Pfähle werden lückenlos weitere Stämme gerammt und letztlich gemeinsam, quasi als Wand, abschnittsweise in Position gebracht – alles von der Geräteschute aus. Die Reihe wird später nicht mehr sichtbar sein, da sie knapp unter der Wasseroberfläche liegt.

„Der Kanal hat bis auf zwei Zentimeter plus/minus immer den gleichen Wasserstand“, erläutert Leppert. Auf die Uferböschung wird danach ein Vlies gelegt, das aufgrund seiner Zusammensetzung und eines eingearbeiteten Stahlgitters sehr langlebig ist. Dieser Teppich wird abschließend mit Wasserbausteinen bedeckt. „Danach haben wir mehrere Jahre Ruhe.“

Wie Daniel Leppert sagt, habe das Wetter in diesem, nicht allzu frostigen Winter mitgespielt. Wäre der Kanal zugefroren, hätten die Arbeiten unterbrochen werden müssen. Die Berufsschifffahrt werde nicht behindert. „Und Sportboote sind derzeit ja nicht unterwegs.“

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