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Antrag
Baugenehmigung für Zentrum in Aussicht

Genehmigung in Aussicht: Zwischen Bahn und Eisenbahnstraße soll ein Wohn- und Geschäftskomplex entstehen.
Genehmigung in Aussicht: Zwischen Bahn und Eisenbahnstraße soll ein Wohn- und Geschäftskomplex entstehen. © Foto: Gerd Markert
Uwe Spranger / 14.02.2019, 08:00 Uhr - Aktualisiert 14.02.2019, 08:42
Neuenhagen (MOZ) In diesem Frühjahr könnte es tatsächlich losgehen mit dem Wohn- und Geschäftskomplex an der Eisenbahnstraße. Laut Bauordnungsamt des Landkreises ist der Bauantrag „fast bescheidungsfähig“.

„Es ist traurig, dass das alles so lange dauert“, gibt man sich im Berliner Büro der hcp-Gruppe auf MOZ-Anfrage kurz angebunden und Matthias Holst, der Chef, gibt erst gar kein Statement. Im vorigen August hatte er nach Rückmeldungen aus dem Bauordnungsamt vermutet, dass die Behörde bereits intensiv in der Bearbeitung sei, und gehofft, dass die Genehmigung nicht mehr lange auf sich warten lässt. Sechs Monate später hat er das Papier aber noch immer nicht  in der Hand.

Zumindest sieht es jetzt so aus, als wenn er bald Post aus Strausberg bekommt. Ende Januar sei die Zustimmung des Landesbetriebes Straßenwesen eingetroffen und auch der Prüfbericht zum Brandschutz  für das im Mai 2018 beantragte Wohn- und Geschäftshaus liege mittlerweile vor, erklärte Bauordnungsamtsleiterin Carla Bork. Nachgefordert werden musste zuletzt noch eine Unterschrift für die Stellungnahme der Gemeinde, denn das Dokument sei elektronisch eben ohne das Signet übermittelt worden. Aus ihrer Sicht könnte demnach in den nächsten Tagen der Stempel unter die Angelegenheit gemacht werden.

Natürlich sind der Amtsleiterin auch die juristischen Schritte von Matthias Kanter aus der Eisenbahnstraße bekannt. „Wir wissen, dass eine Normenkontrollklage vorliegt. Das hindert uns jedoch nicht am Bescheiden“, sagt sie nach Rücksprache mit dem Rechtsamt des Kreises. Schließlich basiere das Baurecht an der Stelle auf einem rechtskräftigen Bebauungsplan der Gemeinde, die die Planungshoheit habe.  Auch wenn Neuenhagens Bürgermeister Ansgar Scharnke in einem Schreiben ausdrücklich auch um Prüfung der Wirksamkeit des Bebauungsplans gebeten habe, liege das außerhalb der Kompetenz ihres Amtes. Sie sehe keinen Grund, einzugreifen. Es müsste sich sonst schon um offensichtliche Fehler handeln. Das sei aber nicht der Fall.

Was Kanters Problem betrifft, bei dem bei Starkregen fontänenartig ein Gemisch aus Regen und Fäkalien aus dem Abwasserschacht quillt und das Grundstück überschwemmt, könne sie Dramatik durchaus nachvollziehen. Hier sei jedoch die Gemeinde in der Pflicht und sollte „Vertrauen in die Zukunft aufbauen“. Beziehungsweise der Wasserverband Strausberg-Erkner (WSE) als Beauftragter der Kommune. „Es war nie erlaubt, dass Regenwasser in die Abwasserkanalisation fließt“, verdeutlicht sie. Gegebenenfalls müssten weitere Kontrollen erfolgen. Andre Bähler, technischer Leiter des Wasserverbandes, sagte der MOZ, man habe im Ort bereits etwa die Hälfte der  Anschlüsse geprüft und werde dies fortführen. Man setze zunächst nicht auf Konfrontation, sondern auf Einsicht der Grundstückseigner. Überdies kündigte er an, dass der Verband in Neuenhagen auch eine  neue Technik bei Schachtdeckeln zum Einsatz bringen werde, um den „Hotspot“ zu entschärfen – Deckel, die sich bei Eindringen von Regen verschließen. In der kommenden Woche wolle der WSE mit der Gemeinde festlegen, wo solche Deckel eingebaut werden. „Wir wollen gemeinsam eine Lösung für das Problem finden“, bekundete er.

Jedenfalls hat der Bauherr für das Wohn- und Geschäftshaus laut Carla Bork den Nachweis erbracht, dass das bei ihm anfallende Regenwasser auf dem Grundstück versickert, und auch die Abwasserkanalisation sei ohne Regen ausreichend dimensioniert. „Wir gucken da auch hin“, bestätigte sie.

Dem gebeutelten Anwohner bliebe noch ein weiterer juristischer Schritt, ein sogenannter Antrag auf einstweiligen Rechtsschutz. Gerichte seien dann in der Regel sehr schnell.  Ein solcher Antrag bedeute aber noch nicht, dass es in der Folge auch zu einem Verfahren komme.

In den Komplex an der Ecke Haupt-/Eisenbahnstraße werden als Ankermieter die Drogeriekette Rossmann und  die Bäckerei Märkisch-Edel samt Café mit Außenterrasse einziehen. Verträge waren zudem bereits für Büroflächen sowie mit Partnern aus dem medizinischen Bereich abgeschlossen. Für die Wohnungen gab es etliche Interessenten. Festmachen wollte hcp dies aber erst nach Baubeginn.

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