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Gemeinde sucht weiter Allgemeinmediziner / Eigentümer verzichtet auf Miete

Gesundheitsversorgung
Interesse an Falkenbergs Arztpraxis

Symbolbild
Symbolbild © Foto: dpa/Stephan Jansen
Steffen Göttmann / 14.02.2019, 08:00 Uhr
Falkenberg (MOZ) Die Gemeinde Falkenberg kann wieder hoffen. „Wir haben aktuell eine Anfrage für die Arztpraxis in Falkenberg“, sagte Holger Horneffer, Amtsdirektor des Amtes Falkenberg-Höhe, am Mittwoch auf Anfrage.

Die Praxis des Allgemeinmediziners ist seit 21. Dezember verwaist. Dr. Thomas Groß gab nach 13 Jahren seine Praxis auf und ging in den Ruhestand. Er hatte bereits einen Nachfolger gefunden, der jedoch im Oktober überraschend abgesagt hatte.

Amtsdirektor Horneffer und Ortsvorsteherin Karin Fritsche setzen seitdem alle Hebel in Bewegung, um die ärztliche Niederlassung zu erhalten. Wichtig sei, die Praxis im System der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) zu erhalten, unterstreicht Holger Horneffer. Die sei am Anfang nicht zur Kooperation bereit gewesen, weil rein statistisch die hausärztliche Versorgung im Mittelbereich Bad Freienwalde, zudem auch die Gemeinde Falkenberg gehört, mit 110 Prozent überversorgt ist. Die Einwohnerzahlen lassen jedoch unberücksichtigt, dass in der Region viele ältere Menschen leben und der Bedarf ärztlicher Versorgung höher ist als anderswo. Deshalb konnte die KV doch zur Zusammenarbeit bewegt werden.

„Wir fahren trotz der Anfrage weiter zweigleisig“, erklärte der Verwaltungschef. Derzeit laufe der Antrag bei der KV auf Einrichtung einer Zweitpraxis. Im Falle einer Genehmigung könnte eine Ärztin aus Bad Freienwalde stundenweise Sprechstunden in Falkenberg anbieten. Die Ärztin betreibt als Angestellte die Praxis des Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) der Krankenhaus Märkisch-Oderland GmbH des Landkreises. „Das geht natürlich nur für eine Übergangszeit“, fügte der Amtsdirektor hinzu. Deshalb wollen die Gemeindevertreter für ihre Praxis werben und tragen in der heutigen Sitzung des Finanzausschusses ihre Vorschläge vor.

Die Eigentümer des zentral in Falkenberg gelegenen Hauses, in dessen Erdgeschoss sich die Arztpraxis befindet,  kommen der Gemeinde entgegen und verzichten bis Mai auf Mieteinnahmen. Dr. Thomas Groß brauchte die Möbel nicht zu entsorgen, die Gemeinde übernahm sie. „Daher können wir einem möglichen Nachfolger eine voll eingerichtete Praxis übergeben“, sagt Holger Horneffer.

Dr. Thomas Groß versicherte kurz vor seinem Abschied gegenüber der MOZ, dass er von der Landarztpraxis gut gelebt habe. Er bereue es, dass er erst als 50-Jähriger von Berlin nach Falkenberg wechselte.

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