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Gemeinden des Amtes Falkenberg-Höhe ändern Hauptsatzungen / Interesse noch gering

Demokratie
Kinder dürfen Dörfer mitgestalten

Beteiligt: 2011 gestalteten Kinder Spielplatztafeln in Falkenberg, jetzt dürfen sie bei der Planung mitentscheiden.
Beteiligt: 2011 gestalteten Kinder Spielplatztafeln in Falkenberg, jetzt dürfen sie bei der Planung mitentscheiden. © Foto: Marco Marschall
Steffen Göttmann / 14.02.2019, 08:15 Uhr
Falkenberg (MOZ) Die Gemeinden des Amtes Falkenberg-Höhe räumen Kindern und Jugendlichen künftig ein Mitspracherecht bei Themen ein, die sie betreffen. Sie kommen damit der Aufforderung des Gesetzgebers nach und ändern dahingehend ihre Hauptsatzungen.

Wippe, Schaukel oder doch lieber Karussell? „Wir haben bisher schon Eltern und Kinder eingebunden, wenn es beispielsweise um den Bau von Spielplätzen ging“, sagt Holger Horneffer, Amtsdirektor des Amtes Falkenberg-Höhe. Doch jetzt habe das Land die Kommunalverfassung geändert und die Kommunen zur Beteiligung von Kindern und Jugendlichen verpflichtet. Das Gesetz wurde vergangenen Juli verabschiedet und sollte bis 31. Januar umgesetzt werden, was die Kommunen zeitlich unter Druck setzte. Diese Frist haben die vier Gemeinden nicht ganz geschafft, befinden sich aber in der Endphase. Die Verwaltung folgte beim Verfahren einer Empfehlung des Städte- und Gemeindebundes.

Problem für die Dörfer war, dass die Kinder und Jugendlichen schon an der Änderung der Hauptsatzung beteiligt werden mussten. Das Interesse des Nachwuchses hielt sich jedoch in Grenzen. In Beiersdorf-Freudenberg folgte ein Kind der Einladung der Gemeinde, in Höhenland, Heckelberg-Brunow und Falkenberg blieben Bürgermeister  und Gemeindevertreter unter sich, obwohl Schulen und Kitas informiert worden waren.

„Wir müssen den Nachweis erbringen, dass wir es versucht haben“, sagt Horneffer. Das Ansinnen des Gesetzgebers hält der Verwaltungschef keineswegs für realitätsfern.  Es gebe viele Themen, bei denen die Bürger eingebunden werden. „Auch Kinder sind Bürger“, betonte der Amtsdirektor. Sie könnten durchaus an der Gestaltung eines Schulweges oder an der Einrichtung eines Jugendklubs beteiligt werden. Es sollte sich immer die Altersgruppe einbringen können, die es gerade betrifft.

Susanne Gollung, Mitarbeiterin der Amtsverwaltung, die mit der Kinder- und Jugendbeteiligung beauftragt ist, erläuterte kürzlich den Falkenberger Gemeindevertretern, dass für die Beteiligung des Nachwuchses unterschiedliche Formen vorgesehen seien. Möglich seien kleine Gespräche, offene Diskussionsrunden, aber auch projektbezogene  Workshops. Falkenbergs Gemeindevertreter votierten einstimmig für die entsprechende Änderung der Hauptsatzung. Sie wollen Erfahrungen sammeln, wie sich die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen  entwickelt. Die Heckelberger Gemeindevertreter stimmten am Montag über die Änderung der Hauptsatzung ab, die Gemeinde Höhenland am 30. Januar. Beiersdorf-Freudenberg wird als letzte im Bunde sich am 20. Februar mit dem Beschluss befassen.

Unterstützt werden die Kommunen laut Amtsdirektor Horneffer von Alexander Schromm vom Sozialpädagogischen Institut (SPI), das mit der Jugendarbeit im Amtsbereich beauftragt ist.  Er bringt den Kinder und Jugendlichen ihre künftige Verantwortung nahe und versucht sie, dazu zu bewegen, ihre neue Aufgabe wahrzunehmen.

Das SPI hat Erfahrungen in Bad Freienwalde gesammelt. Dort waren Kinder und Jugendliche im Jahr 2011 an der Gestaltung des Waldspielplatzes an der Köhlerei beteiligt worden. Die Sozialarbeiter begleiteten das Projekt und die Jugendlichen von den ersten Ideen über die Entwurfsplanung bis hin zur Ausführung. Die Stadt Bad Freienwalde hatte dafür Fördermittel bekommen. Voraussetzung war jedoch, dass sie Kinder und Jugendliche am Planungsprozess beteiligt. Der große Spielplatz mitten im Wald wird gut angenommen.

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