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Bodenrichtwerte
Berliner Umland treibt Preise in die Höhe

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Symbolfoto © Foto: dpa/Jens Büttner
Stefan Lötsch / 14.02.2019, 09:00 Uhr
Beeskow (MOZ) Die Preise für Bauland im berlinnahen Raum steigen weiter, im Schnitt um 30 Prozent. In den Mittelzentren Fürstenwalde, Eisenhüttenstadt und Beeskow bleiben die Preise größtenteils konstant. Das ist Ergebnis der neuen Bodenrichtwerte.

„Spannend wird es nicht“, sagt Michael Schreiber, Vorsitzender des Gutachterausschusses zur Ermittlung der Bodenrichtwerte, wenn man ihn zu den neuen Bodenrichtwerten zum Stichtag 31. Dezember 2018 fragt. Der Trend der vergangenen Jahre hat sich auch 2018 fortgesetzt: im Berliner Umland sind die Grundstückspreise auch im vergangenen Jahre gestiegen. In Erkner, Woltersdorf und Schöneiche werden inzwischen teilweise 200 Euro für den Quadratmeter Bauland in manchen Regionen aufgerufen, Preise, die eigentlich bisher nur am Scharmützelsee in direkter Wasserlage erreicht wurden. Bis vor einigen Jahren galten in Erkner die Friedrichstraße, in Fürstenwalde die Eisenbahnstraße und in Eisenhüttenstadt die Neuzeller Straße mit 100 Eurro und mehr für den Quadratmeter als die teuersten Pflaster außerhalb der unmittelbaren Scharnützelseelagen wie der Husarenbucht in Wendisch Rietz und Alte Eichen. Davon kann nicht mehr die Rede sein. Eine Bodenrichtwertzone in Erkner und jeweils zwei in Schöneiche und Woltersdorf haben nun die 200-Euro-Marke geknackt. Zum Vergleich: In Beeskow bewegen sich die Preise zwischen 35 und 65 Euro, in Fürstenwalde liegt der Spitzenwert bei 130 Euro und in Eisenhüttenstadt bei 100 Euro, dort im Schnitt bei 60 Euro.

Michael Schreiber, der sich sonst mit Bewertungen zurückhält, interpretiert die Zahlen in den berlinnahen Gemeinden so: „Die Nachfrage nach Bauland übertrifft das Angebot.“ Die unbebauten Grundstücke würden knapp, das treibe die Preise nach oben. Gleiches gilt auch für bebaute Grundstücke, zumindest im Speckgürtel.

Wie uneinheitlich sich der Landkreis entwickelt, zeigt auch die Bodenpreisindexreihe, welche die Relation von durchschnittlichen Bodenpreisen zu verschiedenen Jahren ausweist. Für das Berliner Umland zeigt sich eine Anstiegt von 2010 bis 2018 von 100 als Basiswert auf  286 Prozent. Die Bodenpreisindexreihe für die Mittelzentren Fürstenwalde, Eisenhüttenstadt und Beeskow dagegen bewegt sich vom Basisjahr 2010 mit dem Basiswert 100 nur in kleinen Schritten zum Indesxwert 132 im Jahr 2017 und ist im vergangenen Jahr sogar wieder auf 120 gefallen.

Insgesamt sind 84 der über 480 Bodenrichtwertezonen im Landkreis Oder-Spree gestiegen. Prozentual war die höchste Steigerung in Neu Golm um satte 100 Prozent, allerdings von einem relativ niedrigen Niveau, nämlich von 30 auf 60 Euro. In Eisenhüttenstadt hat es nur eine Veränderung gegeben nämlich in der Zone Beeskower Straße, von 14 auf 22 Euro im Mischgebiet. Auch in Beeskow ist nur eine Richtwertzone von Veränderung betroffen, der Bereich Kolonie, wo es um fünf Euro auf 35 Euro in die Höhe ging. Stabil ist auch Fürstenwade, obwohl die Spreestadt über Zuzug verfügt und durch die RE 1-Strecke auch immer mehr für Menschen attraktiv wird, denen das Leben in Berlin oder im Umland zu teuer ist. Aber Fürstenwalde, so könnte eine Interpretation lauten, verfügt noch über ausreichend Bauland, zumindest so, dass sich das noch nicht im Preis bemerkbar macht.

Sehr viel Bewegung ist im Kurort Bad Saarow, wo acht von insgesamt 15 Bodenrichtwertzonen gestiegen sind. In Bad Saarow befindet sich auch wieder das teuerste Pflaster im  gesamten Landkreis. Es ist nicht mehr die Wasserlage Alten Eichen mit 220 Euro pro Quadratmetern. Vielmehr wird nun im Gebiet Bad Saarow Zentrum Am Kurpark mit 240 Euro pro Quadratmeter am meisten verlangt.

Info

Eisenhüttenstadt

Schönfließ (M) 80/80

Neuzeller Str. (W) 100/100

Lindenallee (MK) 80/80

Kirschplantage (W) 75/75

Am Kanal (W) 70/70

Stadthafen (W) 85/85

Scheunenviertel (W) 75/75

Heuweg (M) 45/45

Ahornweg (W) 60/60

Diehlo, Wohnbaugebiet 40/40

Müllrose

Am Bahnhof (M) 40/50

Seeallee (W) 65/75

Katharinensee (W) 90/90

westlich vom See (W) 55/55

Kaisermühl (Mord (M)35/35

Neuzelle (M) 40/40

Kummro (M) 25/25

Br.-Finkenheerd (W) 35/35

Wohngebiet neu (W) 45/45

Bomsdorf (M) 10/10

Breslack/Coschen (M) 12/12

Fünfeichen (M) 30/30

Wohngebiet neu (W) 50/50

Göhlen (M) 15/15

Groß Lindow Ortslage (M) 33/35

Schulweg (W) 60/60

Grunow (M) 10/10

Lawitz (M) 35/35

Mixdorf (M) 21/21

Pohlitz (M) 35/35

Rießen Wohngebiet neu 35/35

Schernsdorf (M) 28/28

Vogelsang (M) 27/27

Wellmitz (M) 10/10

Ziltendorf (M) 27/27

W: Wohnen., M: Mischg., Euro pro Quadratmeter

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