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Autos und Busse mit E-Antrieb sind in Deutschland noch immer die Ausnahme / VDV legt Zahlen vor

Geringe Zahlen
Elektromobilität läuft nicht an

Diesel statt E-Bus: Auf deutschen Straßen fahren von 35.000 Bussen insgesamt nur 97 mit elektrischem Antrieb.
Diesel statt E-Bus: Auf deutschen Straßen fahren von 35.000 Bussen insgesamt nur 97 mit elektrischem Antrieb. © Foto: dpa/Andreas Arnold
Dorothee Torebko / 14.02.2019, 09:00 Uhr
Berlin (MOZ) Eberswalde hat es zwar vorgemacht, doch im Rest der Republik läuft die Elektromobilität  nicht an: Wie aus aktuellen Zahlen hervorgeht, rollen sowohl elektrisch betriebene Busse als auch Pkw hierzulande nur in geringer Stückzahl über die Straßen.

Wie der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) am Mittwoch verkündete, fahren hierzulande von 35 000 Bussen bisher nur 97 mit Elektroantrieb. Auch der Pkw-Markt für E-Autos hat sich enttäuschend entwickelt. Die vom Bund ausgelobte Prämie für den Kauf von E-Autos oder Hybridwagen wird kaum angenommen. Im Topf liegen 600 Millionen Euro. Bisher wurden bei 100 000 Anträgen aber nur 134 Millionen ausgezahlt. Nun will der Bund diese verlängern. Doch das bringt nur wenig, meinen Verbände.

Der Markt für E-Busse und E-Autos hat ähnliche Probleme: Die elektronischen Fahrzeuge sind im Vergleich zu teuer. Der VDV hat errechnet, dass ein E-Bus 570 000 Euro kostet, ein Dieselgefährt des neuesten Schadstoffstandards Euro 6 hingegen nur 220 000. Zudem sind die Preise für die Batteriefahrzeuge gestiegen, seitdem die Busse vom Bund bezuschusst werden. „Diese Zahlen belegen, dass die Einführung und Etablierung der Elektromobilität im Busbereich deutlich teurer ist, als die Neubeschaffung moderner Dieselbusse“, sagt VDV-Präsident Ingo Wortmann. Deshalb werden die Verkehrsunternehmen auch in Zukunft auf Dieselbusse setzen.

Ähnlich ist es beim Pkw-Markt. Weil die Infrastruktur in Form von Ladesäulen fehlt und weil die Wagen im Vergleich zu Dieseln oder Benzinern teurer sind, haben bisher nur wenige auf den Prämientopf der Bundesregierung für E-Autos zugegriffen. Diese hatte das Ziel ausgegeben, bis 2020 eine Millionen E-Autos auf die Straßen zu bringen. Das Ziel hat sie kassiert. Nun ist von 2022 die Rede. Ist das realistisch?

Wenn man sich die Lieferfristen ansieht, könnte es knapp werden. Bis zu einem Jahr warten Pkw-Käufer bisher auf ihren E-Flitzer, bei Bussen dauert es bis zu anderthalb Jahren. Deshalb setzen die Verkehrsunternehmen nicht auf deutsche Hersteller, sondern auf europäische und asiatische. „Bei den chinesischen Modellen ist die Karosserie zwar verbesserungswürdig, doch die Reichweite stimmt und sie sind schnell zu haben“, sagt Wortmann. „Die deutschen Hersteller haben zu spät überlegt, wohin sich der Markt entwickelt“, erläutert VDV-Hauptgeschäftsführer Oliver Wolff. „Jetzt müssen sie aber liefern, sonst schaffen wir die Klimaschutzziele nie.“

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