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Ausbildung
Pflegeberuf schmackhaft machen

Haben viel zu erzählen:Renée Lorenz und Sophie Klaue,Gesundheits- und Krankenpflegerinnen im zweiten Lehrjahr, unterhalten sich mit Sarah Sonnenberg (v. l.). Sie hat sich für eine Ausbildung im Oder-Spree Krankenhaus beworben.
Haben viel zu erzählen:Renée Lorenz und Sophie Klaue,Gesundheits- und Krankenpflegerinnen im zweiten Lehrjahr, unterhalten sich mit Sarah Sonnenberg (v. l.). Sie hat sich für eine Ausbildung im Oder-Spree Krankenhaus beworben. © Foto: Jörn Tornow
Larissa Benz / 14.02.2019, 09:00 Uhr
Beeskow (MOZ) Einen Informationstag für die Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger bot das Beeskower Krankenhaus am Mittwoch an. Auszubildende standen dort Rede und Antwort.

Für Jasmin Tabat steht ihr Berufswunsch fest. Die 18-Jährige Eisenhüttenstädterin möchte Krankenpflegerin werden: „Ich möchte Leuten helfen“, sagt sie. Ein Praktikum im Eisenhüttenstädter Krankenhaus bestärkte sie in ihrem Ziel. Insgesamt hat sich die Schülerin an sechs Häusern für ihren Ausbildungswunsch beworben. Dass sie mit einem Abitur nicht studieren möchte, ist für sie nicht ungewöhnlich: In ihrem Umfeld gebe es einige, die sich für eine Ausbildung interessieren würden.

Um eine Vorstellung von den Inhalten und Anforderungen zu bekommen, erzählen am Informationstag die beiden Auszubildenden Reneé Lorenz und Sophie Klaue von ihren Erfahrungen. Die beiden sind im zweiten Lehrjahr und besuchen abwechselnd die Berufsschule in Eisenhüttenstadt und ihre Praxisstation im Beeskower Krankenhaus. „Ich mag eigentlich alles an dem Job“, betont Sophie Klaue. Momentan gefalle ihr besonders die Chirurgie gut. Besonders, wie unterschiedlich die Wunden versorgt werden, sei spannend.

Die 19-Jährige und ihre 23-jährige Kollegin Renée Lorenz wohnen in Beeskow und verbringen auch privat Zeit miteinander: „Ich würde das eher als Vorteil sehen, in einer Kleinstadt zu wohnen“, sagt Sophie Klaue. Auch in der Ausbildung sei das von Vorteil, die Atmosphäre familiär, die Praxisanleiter immer ansprechbar.

Pflegedienstleiter Michael Rochow stellt am Informationstag das Oder-Spree-Krankenhaus genauer vor: „Das Arbeiten im Team ist bei und wichtig“, sagt er. In Beeskow kenne man die Auszubildenden noch beim Namen, betont er. Für den Job im Drei-Schicht-System müsse man allerdings körperlich und psychisch belastbar sein. Nach der  dreijährigen Ausbildung könne man sich außerdem in verschiedenen Fachbereichen wie der Inneren Medizin oder Psychiatrie spezialisieren.

Ihre Bewerbungsmappe hat Sarah Sonnenberg dabei, die die Fachoberschule in Lübben besucht. Die 16-Jährige macht im Juni ihren mittleren Bildungsabschluss: „Ich habe keine Berührungsängste bei der Arbeit mit Menschen“, betont sie. Auch sie hat bereits ein Praktikum in dem Bereich absolviert, das sie bestärkte.

Laut Personalleiterin Juliane Schulze geht es an dem Tag auch darum, potentiellen Bewerbern die Möglichkeit zu geben, das Haus näher kennenzulernen. Obwohl in Beeskow noch kein Bewerbermangel festzustellen sei, sei die Veranstaltung nötig, um junge Menschen auf die Ausbildung aufmerksam zu machen: „Man muss Anreize schaffen, um sie herzulocken“, betont sie.

Deshalb gebe es seit dem vergangenen Jahr in Beeskow eine Azubi-Wg, in der momentan drei Auszubildende aus dem ersten Lehrjahr wohnen. Die Zimmer können laut der Personalleiterin auch für 30 Euro in der Woche angemietet werden.

Für Berufsberaterin Maria Linder von der Arbeitsagentur ist die Veranstaltung in Beeskow ein Alleinstellungsmerkmal: „Die meisten Häuser stellen sich eher auf Messen vor“, sagt sie. Dabei sei für angehende Bewerber besonders wichtig, die potentielle Arbeitsstelle vor Ort zu sehen.

Das Interesse bei jungen Leuten sei durchaus vorhanden, der Beruf beliebter als etwa die Altenpflege: „Hier haben viele junge Menschen Angst vor der Konfrontation mit dem Tod oder der engen Bindung zu den älteren Menschen“, sagt sie. Allerdings scheitere die Ausbildung zum Krankenpfleger teilweise am fehlenden Abschluss oder einem zu schlechten Zeugnis, bedauert sie.

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