Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Steuern
Spitzenverdiener müssen 23,5 Millionen Euro nachzahlen

Die Berliner Finanzämter trieben 2018 bei Vermögenden, deren Jahreseinkommen 500.000 Euro übersteigt, zusätzliche Steuern in Höhe von 23,5 Millionen Euro ein.
Die Berliner Finanzämter trieben 2018 bei Vermögenden, deren Jahreseinkommen 500.000 Euro übersteigt, zusätzliche Steuern in Höhe von 23,5 Millionen Euro ein. © Foto: dpa/Oliver Berg
dpa / 14.02.2019, 12:09 Uhr - Aktualisiert 14.02.2019, 13:33
Berlin (dpa) Manche Berliner Spitzenverdiener nehmen es mit der Steuer offensichtlich nicht so genau: Die Finanzämter trieben 2018 bei vermögenden Berlinern, deren Jahreseinkommen 500 000 Euro übersteigt, zusätzliche Steuern in Höhe von 23,5 Millionen Euro ein.

Der Löwenanteil entfiel auf den Zuständigkeitsbereich des Finanzamtes Prenzlauer Berg: Allein hier mussten elf Wohlhabende, bei denen das Finanzamt eine sogenannte Außenprüfung vornahm, 21,4 Millionen Euro Steuern nachzahlen. Das geht aus der Senatsantwort auf eine parlamentarische Anfrage der Linken-Fraktion hervor, über die am Donnerstag zuerst die „Berliner Zeitung“ berichtete.

Insgesamt prüften die Finanzämter im Vorjahr 51 „Steuerpflichtige mit besonderem Einkommen“, wie es in der Behördensprache heißt. Jeder von ihnen musste im Durchschnitt 461 000 Euro Steuern nachzahlen.

Die Gesamtsumme von 23,5 Millionen ist ungewöhnlich hoch. In den vergangenen zehn Jahren lag sie - bei einer unterschiedlichen Zahl jährlicher Prüfungen - zwischen 600 000 und und 9,3 Millionen Euro. 2017 ergaben sich aus 67 Prüfungen 5,5 Millionen Euro Steuernachzahlung.

In Berlin lebten 2016 genau 489 Wohlhabende mit mehr als einer halben Millionen Euro Jahreseinkommen. Ihre Zahl wird alle drei Jahre erhoben, also erst Mitte 2019 wieder.

Hotspot der Reichen ist der Südwesten: Allein im Bereich des Finanzamtes Zehlendorf leben 114 Menschen, die zu D-Mark-Zeiten als Einkommensmillionäre bezeichnet wurden. Es folgen Wilmersdorf (80), Charlottenburg (63), Mitte/Tiergarten (59), Steglitz (30) und Prenzlauer Berg (23). Die Finanzämter Wedding, Marzahn-Hellersdorf und Pankow/Weißensee betreuen jeweils weniger als fünf Vermögende dieser Art.

Aus den Unterlagen ergibt sich, das die Finanzämter in unterschiedlichem Ausmaß Außenprüfungen bei Spitzenverdienern vornehmen. Besonders aktiv waren 2018 die Finanzämter Zehlendorf (12 Prüfungen), Prenzlauer Berg (11) und Charlottenburg (10). Die Finanzämter Schöneberg, Spandau, Wedding, Marzahn-Hellersdorf und Lichtenberg kommen auf der Liste dagegen gar nicht vor.

„Regelmäßige Außenprüfungen bei Einkommensmillionären lohnen sich“, erklärte der rechtspolitische Sprecher der Linke-Fraktion, Sebastian Schlüsselburg. „Innerhalb von einem Jahr haben sich die Steuermehreinnahmen fast verfünffacht. Das ist nicht nur ein Beitrag zu mehr Steuergerechtigkeit, sondern auch zur Finanzierung des Gemeinwohls.“

Übrigens muss eine Steuerprüfung des Finanzamtes nicht zwingend zu Nachzahlungen führen, im Gegenteil: In 2 der 51 Prüffälle 2018 erhielten die Betreffenden satte Steuerrückzahlungen von 1,9 Millionen beziehungsweise 4,4 Millionen Euro.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG