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Gymnasiums-Standort
Doppelstimme für KWO-Gelände

Das ist das sogenannte KWO-Gelände am S-Bahnhof Hoppegarten. Die Gemeinde will das Areal kaufen und hat die Veränderungssperre im Januar 2019 um ein Jahr verlängert
Das ist das sogenannte KWO-Gelände am S-Bahnhof Hoppegarten. Die Gemeinde will das Areal kaufen und hat die Veränderungssperre im Januar 2019 um ein Jahr verlängert © Foto: Margrit Meier/MOZ
Uwe Spranger / 16.02.2019, 06:30 Uhr
Neuenhagen/Hoppegarten (MOZ) Neuenhagen und Hoppegarten wollen gemeinsam Schulentwicklung für weiterführende Schulen betreiben. Neuenhagen werde dem Kreis kein Grundstück für ein Gymnasium anbieten, sondern das frühere KWO-Gelände am S-Bahnhof Hoppegarten unterstützen.

Am Mittwoch habe es ein Treffen mit seinem Hoppegartener Amtskollegen Karsten Knobbe gegeben, berichtete Neuenhagens Bürgermeister Ansgar Scharnke am Donnerstagabend im Hauptausschuss. Bei der Runde habe man sich abgestimmt, wie die Gemeinden auf ein Schreiben aus Seelow reagieren. Der Landkreis hatte bis 15. März um Standortvorschläge für ein weiteres Gymnasium im Schulplanungsbezirk (SPB) II gebeten, der Fredersdorf-Vogelsdorf, Petershagen-Eggersdorf sowie Hoppegarten und Neuenhagen umfasst.

Abgesprochen worden sei, informierte Scharnke, dass Neuenhagen kein eigenes Grundstück offerieren werde. „Neuenhagen unterstützt stattdessen vollumfänglich den von Hoppegarten eingebrachten Standort auf dem sogenannten KWO-Gelände direkt am S-Bahnhof Hoppegarten“, heißt es in der Stellungnahme an den Landkreis. Im Gegenzug werde Hoppegarten Neuenhagen im Bemühen unterstützen, eine eigene staatliche Oberschule am Gruscheweg zu errichten, wird Bürgermeister Karsten Knobbe in einer am Donnerstag verbreiteten Mitteilung aus den Rathäusern beider Gemeinden zitiert.

Für die Errichtung eines weiteren Gymnasiums in Hoppegarten sähen beide Bürgermeister gute Gründe, heißt es darin ebenfalls. Der SPB II verfüge gegenwärtig nur über ein Gymnasium mit 125 Plätzen je Jahrgang. Mehr als 230 Kinder wollten aber nach der 6. Klasse aufs Gymnasium. „Das Defizit beträgt also aktuell vier Züge, der Deckungsgrad nur 53 Prozent der Nachfrage. Mit anderen Worten: Fast die Hälfte aller Kinder im SPB II findet keinen Platz für das Abitur im eigenen Schulplanungsbereich – und die Tendenz ist weiter steigend.“

Im SPB I, zu dem auch Strausberg gehört, gebe es dagegen zwei Gymnasien sowie das Oberstufenzentrum und die Bundtstift-Schule mit der Möglichkeit zum Erlangen des Abiturs. Den aktuell 300 Plätzen je Jahrgang stehe dort eine Nachfrage von nur 188 Plätzen gegenüber, wird argumentiert. Dort bestehe folglich heute eine Überkapazität von vier Zügen.

Weiter wird darauf verwiesen, dass das einstige Kabelwerk-Gelände den Kriterienkatalog des Landkreises erfülle. Aus Neuenhagener Sicht besonders zu unterstreichen sei, dass Synergien mit dem Einstein-Gymnasium Neuenhagen möglich wären, die Größe des Grundstücks die geforderten 14 000 Quadratmeter übersteigt und das Areal zentral zwischen Hoppegarten und Neuenhagen unmittelbar am S-Bahnhof gelegen ist, an dem auch fünf Buslinien halten. „Damit ist der Standort innerhalb weniger Minuten mit dem öffentlichen Nahverkehr aus allen Gemeinden des SPB II sowie aus Altlandsberg im SPB I zu erreichen“, sagte Neuenhagens Bürgermeister. Der Bedarf werde dort befriedigt, wo er entstehe, ergänzte Knobbe.

Laut Rathaus habe Ansgar Scharnke seinem Hoppegartener Kollegen andererseits verdeutlicht, dass für Neuenhagen eine staatliche Oberschule am Gruscheweg dringend notwendig sei, um auch hier steigendem Bedarf Rechnung zu tragen. Karsten Knobbe habe zugesagt, die Nachbarkommune in diesem Bestreben dem Landkreis gegenüber zu unterstützen.

Im Neuenhagener Hauptausschuss gab es am Donnerstagabend auch etwas Verwunderung über das Vorgehen des Bürgermeisters. Die Gemeindevertreter wollten da mitreden, befand Marianne Hitzges (SPD). Sie verwies auf Altlandsberg, wo es eigens eine Sondersitzung der Stadtverordneten zu diesem Thema gegeben hatte. Inhaltlich hatten sie und ihre Kollegen allerdings nichts an der Unterstützung für Hoppegarten auszusetzen. Zur Gemeindevertretersitzung am kommenden Donnerstag wird das Rathaus nun noch eine Beschlussvorlage vorbereiten, die dies untermauert.

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