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Bewegende Tanzdemo One Billion Rising vereint in Angermünde Hunderte gegen Gewalt an Frauen und Kindern

One Billion Rising
300 von einer Milliarde

Daniela Windolff / 17.02.2019, 07:00 Uhr - Aktualisiert 17.02.2019, 13:50
Angermünde (MOZ) Mehr als 300 Menschen tanzten auf dem Marktplatz gemeinsam zur Hymne von One Billion Rising. Die weltweite Tanzdemo gegen Gewalt an Frauen und Kindern fand schon zum vierten Mal in Angermünde statt und wurde wieder zu einer bewegenden Protestaktion.

Jeden zweiten Tag wird in Deutschland eine Frau von ihrem Partner getötet. 435 Frauen und Mädchen starben hierzulande im vergangenen Jahr an Folgen häuslicher Gewalt. Ungezählt sind die Dunkelziffern von sexuellem Missbrauch, psychischer Gewalt, Stalking oder Mobbing.

Mit diesen bedrückenden Fakten sensibilisieren die Aktivisten der Angermünder Projektgruppe One Billion Rising die Öffentlichkeit für ein Tabuthema, das am 14. Februar weltweit Menschen auf die Straße zieht, um sich gemeinsam gegen Gewalt an Frauen und Kindern zu erheben und den Opfern eine Stimme zu geben. Seit vier Jahren gehört auch Angermünde zu dieser großen internationalen Solidaritätsgemeinschaft. Man tanzt und singt gemeinsam und lebt für diesen Moment das Credo der Aktion One Billion Rising – eine Milliarde erhebt sich. Die Frauen, Kinder und Männer, die in Angermünde zur diesjährigen Aktion am Valentinstag auf den Marktplatz kommen, sind 300 von einer Milliarde. Ein kleiner Tropfen, der weltweit zu einer großen Welle des Protestes und zum Symbol für weltweite Frauensolidarität wächst.

Mehr als 300 Menschen tanzten zu One Billion Rising auf dem Angermünder Marktplatz.
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One Billion Rising 2019

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Die Initiativgruppe aus Frauen und Schülerinnen um Christina Greßmann, Tanzlehrerin der Uckermärkischen Musik- und Kunstschule, hat für diesen Tag wieder ein berührendes und im wahrsten Sinne des Wortes bewegendes Programm auf die Beine gestellt und es wieder geschafft, dass sich junge und alte Menschen, Freunde und Fremde für einen Moment mitten im Alltag wie auf einem großen fröhlichen Familienfest fühlen.

Mit dabei sind auch Frauen und Kinder aus dem Angermünder Flüchtlingsheim, die Leiterin Sigrid Korepkat mitgebracht hat. Dajana Nulle sowie Sebastian und Heiko Sandberg halten sich in ihren Warnwesten zwar im Hintergrund, weil sie die Veranstaltung mit absichern, tanzen und wippen aber trotzdem mit. „Wir gehören zur Firma Umzüge Bartz und helfen schon von Anfang an ehrenamtlich beim Auf- und Abbau der Bühne mit. Es ist uns einfach ein Bedürfnis, diese tolle Aktion zu unterstützen. Und als Mitglieder der Feuerwehr müssen wir auch auch so manches Drama miterleben“, erzählt Heiko Sandberg.

Trotz des ernsten Hintergrundes der Aktion bestimmen Fröhlichkeit, Musik und vor allem natürlich Tanz die ausgelassene Stimmung, die auch berührende Momente beschert. Zum Beispiel als der Kinderchor der Uckermärkischen Musik- und Kunstschule mit dem Publikum den Welthit „We are the world“ singt und dazu hunderte Lichter und Wunderkerzen die Dämmerung auf dem Marktplatz erleuchten. Das ist Gänsehaut pur. Die Frauen und Mädchen der Projektgruppe heizen mit eingängigen Tanzrhythmen und Choreographien, die leicht nachzutanzen sind, dem kalten Februartag ein. Höhepunkt ist wie immer die emotional eindringliche One-Billion-Rising-Hymne „Break the Chain – Sprengt die Ketten“, die viele Besucher schon auswendig mitsingen und mittanzen können. Schließlich findet One Billion Rising schon zum vierten Mal in Angermünde statt. Christina Greßmann hat viele Kinder ihrer Tanzgruppen aus der Musikschule mitgebracht, die die Bühne vor dem Rathaus rocken.

Sie hatte 2016 die Aktion erstmals in Angermünde ins Leben gerufen, die 2012 in New York von der Frauenrechtlerin und Künstlerin Eve Ensler initiiert wurde, die selbst sexuellen Missbrauch und Gewalt erleben musste. Seitdem findet One Billion Rising auf der ganzen Welt immer mehr Mitstreiter in inzwischen schon 190 Ländern der Erde. In Deutschland finden Aktionen in über 170 Städten statt. Angermünde ist dabei.

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