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Lebensretter
Die Dose für den Fall der Fälle

Sie alle haben eine Notfalldose daheim und fühlen sich so sicherer: Heidrun Jordan, Karin Thiele und Rosel Friedrich.
Sie alle haben eine Notfalldose daheim und fühlen sich so sicherer: Heidrun Jordan, Karin Thiele und Rosel Friedrich. © Foto: B. Kraemer
Bärbel Kraemer / 18.02.2019, 11:23 Uhr
Bad Belzig (MOZ) Gleich hinter der heimischen Wohnungstür deutet ein grün-weißer Aufkleber darauf hin, dass Rosel Friedrich aus Bad Belzig daheim eine Notfalldose hat. Ein weiterer, vollkommen identisch aussehender Hinweis, klebt in der Küche am Kühlschrank. In der Kühlschranktür wiederum bewahrt sie die etwa zehn Zentimeter hohe Plastikröhre auf, die im Notfall helfen kann, ihr Leben zu retten.

„Wie wichtig das sein kann, habe ich im letzten Jahr gemerkt“, so die 78-Jährige. Sie erzählt von jenem Tag, als ihr Blutdruck derart in Turbulenzen geraten war, dass sie mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht werden musste. Damals hatte sie zwar bereits von den Notfalldosen gewusst, eine solche besessen hatte die 78-Jährige jedoch noch nicht.

Nachdem sich die Selbsthilfegruppe Fibromyalgie Bad Belzig kürzlich des Themas angenommen hatte, stand für Rosel Friedrich fest, mit einer Notfalldose Vorsorge treffen zu wollen. Bald darauf hatte die 78-Jährige das inliegende Notfallinfoblatt ausgefüllt, die Dose wie empfohlen in der Kühlschranktür und die auf sie hinweisenden Aufkleber platziert.

Seitdem fühlt sich die Bad Belzigerin ein Stück sicherer und ist mit diesem Gefühl nicht allein.

Heidrun Jordan und Karin Thiele, die wie Rosel Friedrich Mitglieder der Selbsthilfegruppe sind, nicken bestätigend und erzählen, sich ebenfalls für die Notfalldose entschieden zu haben. Damit allen Gruppenmitgliedern die Bedeutung derselben näher gebracht wird, machten sie die grün-weiße Plastikröhre kurzerhand zum Thema eines Gruppentreffs.

Dr. Rüdiger Hartung wurde als Referent gewonnen, der das Augenmerk auf das inliegende Notfallinfoblatt lenkte. Auf dem werden unter anderem wichtige Informationen zum Gesundheitszustand, über Allergien und Medikamente notiert, so dass Retter im Falle eines Falles noch schneller und besser auf die jeweilige Notsituation reagieren können.

„Seit dem letzten Jahr weiß ich, wie wichtig das ist“, so Rosel Friedrich weiter. Wie sie, haben längst auch Heidrun Jordan und Karin Thiele den Empfehlungen folgend die Notfallinfoblätter ausgefüllt sowie Notfalldose und Klebchen an den von den Herstellern empfohlenen Stellen platziert.

„Mit den Aufklebern wissen Retter im Notfall sofort, dass der Patient eine Notfalldose hat und wo sie aufbewahrt wird“, erklärt Karin Thiele. Heidrun Jordan ergänzt: „Die Menschen werden immer älter und die Zahl der zwei bzw. ein Personen-Haushalte steigt, da gilt es neue Wege zu gehen. Mit zunehmendem Alter erhöht sich ja auch die Anfälligkeit für Erkrankungen und gesundheitliche Notfälle“. Die Notfalldose ist in ihren Augen ein neuer Weg, mit der Zeit für schnelle Hilfe gewonnen werden kann.

„Darum geht es ja auch“, sind sich die drei Damen einig. Dann kommen sie noch einmal auf den Vortrag des Mediziners zu sprechen. „Es war ein sehr informativer und spannender Vortrag von Dr. Hartung. Gleichzeitig ließ er es sich nicht nehmen, gewissenhaft und einfühlsam auf die vielen Fragen unserer Gruppenmitglieder zu antworten“, loben sie und hoffen, dass viele Menschen die in den Dosen liegende Chance erkennen. „Sie ist in Apotheken erhältlich“, rät Heidrun Jordan.

Auch künftig wird sich die Gruppe wichtiger Themen rund um die Gesundheit annehmen. Etwas von der gesundheitlichen Wirkung des Singens erfahren sie beispielsweise im April durch einen sachkundigen Referenten.

Gegründet wurde die Selbsthilfegruppe Fibromyalgie Bad Belzig 2001. Sie zählt aktuell elf Mitglieder und lädt als offene Gruppe auch Menschen ein, die nicht von der Krankheit betroffen aber interessiert sind. Die Monatstreffs finden bei der AWO auf dem Rollberg. Daneben gibt es vielfältige Aktivitäten.

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