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Bessere Unterstützung von anerkannten Flüchtlingen in der Uckermark / Sozialarbeiter sollen Probleme beseitigen

Flüchtlingsarbeit
Vier Johanniterinnen als helfende Engel

Haben am 1. Februar ihre Arbeit aufgenommen: In superleisen Elektroautos sind Ulrike Fritz, Eryca Willinger, Kerstin Zablocki und Ludmilla Lautenschläger in der Uckermark unterwegs, um Flüchtlingsfamilien in ihren Wohnungen aufzusuchen.
Haben am 1. Februar ihre Arbeit aufgenommen: In superleisen Elektroautos sind Ulrike Fritz, Eryca Willinger, Kerstin Zablocki und Ludmilla Lautenschläger in der Uckermark unterwegs, um Flüchtlingsfamilien in ihren Wohnungen aufzusuchen. © Foto: Oliver Schwers
Oliver Schwers / 21.02.2019, 07:00 Uhr - Aktualisiert 21.02.2019, 08:53
Angermünde (MOZ) Seit 1. Februar sind sie unterwegs: Vier Frauen in Johanniterkleidung. Mit schicken leisen Elektro-Autos fahren sie zu Flüchtlingen nach Hause, um denen zu helfen. Der Landkreis startet damit ein zweijähriges Projekt zur besseren Migrationssozialarbeit.

Ulrike Fritz kennt sich aus mit Problemen von Zuwanderern. Sie hat schon in Prenzlau unbegleitete Minderjährige aus verschiedensten Herkunftsländern betreut. Plötzlich der Anruf der Johanniter, ob sie nicht weiter mit Flüchtlingen arbeiten würde. Ulrike Fritz sagt zu. Sie gehört jetzt zu einem vierköpfigen Frauenteam, ausgestattet mit Elektro-Autos, das jeden Tag durch den Landkreis düst.

Hinter der Idee steckt das uckermärkische Sozialamt. Mit Unterstützung durch Landesgelder sind vier neue Stellen geschaffen worden, um anerkannten Flüchtlingen den Einstieg in die deutsche Kultur, in den Alltag und die Arbeitswelt zu erleichtern. Es geht vor allem um diejenigen, die in Wohnungen leben, manchmal sehr zurückgezogen, und sich oft weder mit Behörden noch mit den Gepflogenheiten der Uckermark auskennen. „Auf ein vorübergehendes oder dauerhaftes Leben in Deutschland sind sie nicht vorbereitet“, erklärt Sozialamtsleiter Marko Ulrich.Weil viele Flüchtlinge schon jahrelang hier leben und weitere hinzukommen, steigt der Bedarf an Unterstützung. Beratungsdienste, Jobcenter und Sozialamt können das aber allein nicht leisten.

Damit fehlt vor allem Syrern, Menschen aus Afrika oder Afghanistan und anderen Nicht-EU-Ländern persönliche soziale Unterstützung. Und die Probleme steigen: Fehlende Sprachkenntnisse sind bis heute nicht beseitigt. Die Arbeitsaufnahme bleibt schwer. Unpünktlichkeit, das Fehlen von Kindern in der Schule, Ausbildungsabbrüche – all das erschwert den Alltag. Wer nach Deutschland kommt, wird mit einem Wust an Behördenpost im unverständlichen Amtsdeutsch überschüttet. Außerdem tauchen immer wieder Nachbarschaftsprobleme auf wegen Ruhestörung oder einfach nur wegen Missverständnissen.

Ulrike Fritz ist künftig im Raum Angermünde unterwegs. Ludmilla Lautenschläger, Eryca Willinger und Kerstin Zablocki kümmern sich um Schwedt, Templin und Prenzlau. Die vier Sozialarbeiter der Johanniter-Unfallhilfe gehen direkt zu den Familien. Sie wollen Kontakte aufbauen, Probleme beseitigen, einen unbehördlichen Zugang zu den Flüchtlingen finden. Im Notfall steht ein ehrenamtlicher Kreis von Sprachmittlern zur Verfügung. Nachbarschaftshilfe und ehrenamtliche Betreuer können die Johanniter ohnehin nicht ersetzen. Aber sie sollen Flüchtlingen helfen, schneller ein eigenes Leben zu führen, Sprache zu verbessern und überall dort Unterstützung anbieten, wo es eben nicht funktioniert.

Migrationsarbeit

■ In Angermünde, Prenzlau, Schwedt und Templin haben die Johanniter feste Standorte und Sprechzeiten eingerichtet. Hier können sich Flüchtlinge und Betreuer in vielen Fällen Hilfe geben lassen und Informationen erhalten. Angermünde: Berliner Straße 45, Telefon 0173 6196141; Schwedt: Auguststraße 2, Telefon 0173 6196175.

■ Die Sozialarbeiter sollen helfen bei Arbeit, Ausbildung, Anerkennung von Schul- und Berufsabschlüssen, Gesundheit und Krankenkasse, Kita und Schule, Sprachkursen, Wohnangeboten und Freizeit.

■ Unterstützung gibt es auch bei Kontakten zu Behörden, beim Stellen von Anträgen, bei Terminvereinbarungen und persönlichen Problemen. Ebenso stehen die Sozialarbeiter Ämtern und Behörden sowie ehrenamtlichen Helfern beratend zur Seite.

■ Ansprechpartner: msa-angermuende.nbrb@johanniter.de oder msa-schwedt.nbrb@johanniter.de

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