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Breitbandausbau im Barnim: Telekom erhält Zuschlag / Glasfaser für 4300 Haushalte, Betriebe und Einrichtungen

Internetausbau
In 36 Monaten zu Highspeed

Warten auf den Anschluss: Dank Glasfaser und Förderung durch den Bund könnten die Letzten die Ersten werden. In Kürze soll der Ausbau im 1-Gbit/s-Standard im Barnim starten.
Warten auf den Anschluss: Dank Glasfaser und Förderung durch den Bund könnten die Letzten die Ersten werden. In Kürze soll der Ausbau im 1-Gbit/s-Standard im Barnim starten. © Foto: dpa
Viola Petersson / 21.02.2019, 07:45 Uhr
Eberswalde (MOZ) Gut 160 weiße Flecken gibt es noch im Barnim. In drei Jahren sollen sie getilgt sein bzw. kräftig in Magenta leuchten. Der Kreisausschuss hat den Zuschlag für den Breitbandausbau in bislang unterversorgten Bereiche erteilt. Er ging nach EU-weiter Ausschreibung an die Telekom.

Überholen ohne einzuholen. Oder von null auf 100. So könnte ironisch-salopp das Projekt umrissen werden. Innerhalb von 36 Monaten soll Branchenprimus Telekom den Barnim telekommunikationstechnisch ausbauen und mit schnellem Internet versorgen. 160 Ausbaugebiete zwischen Werneuchen und Lunow hat die Kreisverwaltung dafür definiert. Dort werden zirka 4300 Haushalte, Einrichtungen, darunter Schulen, und Betriebe mit Breitband erschlossen.

Das Maß der Dinge sei nunmehr  eine Geschwindigkeit von 1 Gbit/s, erklärt Wilhelm Benfer, der das Vorhaben im Paul-Wunderlich-Haus koordiniert und managt. Für die Umsetzung stellt der Landkreis 2,6 Millionen Euro bereit. Dabei handelt es sich um den Eigenanteil. 90 Prozent der Projektkosten tragen Bund und Land. Dieser Zuschuss, so heißt es, decke die „Wirtschaftlichkeitslücke“.

„Sobald uns der finale Zuwendungsbescheid vorliegt, kann der Auftrag ausgelöst, können die Verträge mit der Telekom unterzeichnet werden“, so der Bauamtsleiter weiter. Der Bund hatte das Förderprogramm bereits 2016 aufgelegt. Woraufhin der Landkreis Barnim gleich Anfang 2017 einen Antrag stellte. Im Zuge des langwierigen und nicht eben schnellen Verfahrens habe der Bund die Standards verändert. Er wurde gewissermaßen selbst von der rasanten Entwicklung auf dem Gebiet der Telekommunikation überholt. Zunächst war man nämlich von einem Ausbau mit mindestens 50 Mbit/s ausgegangen. Im Herbst 2018 korrigierte der Bund, legte nach und definierte als neues Ziel  1 Gbit/s. Bei einem gleichzeitigen Technologie-Upgrade: von Kupfer auf Glasfaser.

Als weiße Flecken und damit als Ausbaugebiete gelten laut Richtlinie jene Areale, in denen derzeit nur 30 Mbit/s und weniger „anliegen“. Dank des nunmehr höheren Standards bei der Erschließung, der Highspeed ohne Limit verspricht,  sei allerdings auch klar, dass jene Kunden, die derzeit etwa mit 50 Mbit/s versorgt sind, die „neuen grauen Flecken“ sein werden, so Benfer.

Denn die Zukunft liege nun mal im Glasfasernetz. Die Telekom setze laut Angebot bei der Erschließung auf das FTTH-Prinzip (Fibre to the home), heißt: Glasfaser bis zum Haus bzw. zur Wohnung. Für den kostenlosen Anschluss werden die Grundstückseigentümer durch die Telekom angeschrieben.

Mit dem Auftrag geht das magenta-farbene Unternehmen die Verpflichtung ein, einerseits die technische Infrastruktur zu schaffen, das hießt Leitungen zu legen und Kabelverzweiger aufzubauen, sowie das Netz mindestens sieben Jahre lang zu betreiben, erklärt Benfer. Im Barnim seien etwa 180 Kilometer Gräben auszuheben bzw. Trasse neu zu bauen. „Die spannende Frage wird sein, ob es der Telekom gelingt, dafür die Tiefbaukapazitäten im entsprechenden Zeitfenster zu binden“, sagt der Amtsleiter.

Ein Blick auf die Karte des Landkreises Barnim, auf der die Ausbaugebiete verzeichnet sind, zeigt: Es handelt sich um eine Vielzahl kleiner und kleinster Splitterflächen. Zwischen Neu-Schwanebeck im Süden und Parlow im Norden sowie zwischen Wandlitz im Westen und Oderberg im Osten. Schwerpunkte sind dabei unter anderem Teile von Joachimsthal, Teile von Finowfurt sowie die Dörfer Melchow und Tuchen-Klobbicke. Etwas größere Gebiete gibt es zudem in Lunow, in der Waldsiedlung (Bernau) sowie in Althüttendorf und Neugrimnitz. Offenbar gut versorgt ist bereits der Bereich Bernau/Panketal. Wie der Niederbarnim überhaupt schon deutlich besser erschlossen ist. Wohingegen es im Oberbarnim Nachholbedarf gibt.

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