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KWO-Gelände
Der „bestmögliche Standort“

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Symbolfoto © Foto: pixabay
Uwe Spranger / 23.02.2019, 08:00 Uhr
Neunhagen (MOZ) Die Gemeindevertretung hat sich einstimmig hinter den Vorschlag gestellt, gemeinsam mit Hoppegarten das ehemalige KWO-Gelände als Bauplatz für ein neues Gymnasium zu unterstützen. Dies sei der bestmögliche Standort, wurde argumentiert.

Schon im Hauptausschuss eine Woche zuvor hatte es Rückhalt für die Absprache der beiden Bürgermeister gegeben, dass Neuenhagen auf Anfrage des Landkreises keinen eigenen Standort anbietet, sondern Hoppegarten volle Unterstützung für das Gelände am dortigen S-Bahnhof gibt. Und auch in der Gemeindevertretersitzung am Donnerstagabend kam von allen Seiten nur Zustimmung.

Corinna Fritzsche-Schnick (CDU) sprach von einem „zukunftweisenden Beschluss“. Es gebe keinen besseren Standort. Der habe nicht nur die geforderte Mindestgröße von 14 000 Quad­ratmetern, sondern auch noch Platz für das angestrebte Hallenbad. Noch nie hätten sich die Bürgermeister der beiden Orte so gut abgesprochen, hob sie hervor, zudem binnen kurzer Zeit. Denn erst im Januar hatte der Landkreis die Kommunen um Standortvorschläge für ein Gymnasium gebeten, nachdem zuvor der Bedarf speziell im Randberliner Bereich anerkannt worden war. Bis 15. Februar blieb den Gemeinden Zeit zum Reagieren. Bürgermeister Ansgar Scharnke berichtete nun noch von einer Information am Rand des Neujahrsempfangs des Landkreises am Mittwoch, wonach schon im März die Entscheidung fallen soll.

Klaus Ahrens (CDU) unterstrich, dass das das erste große Projekt des gemeinsamen Mittelzentrums Neuenhagen/Hoppegarten werden könnte. Man müsse deutlich machen, dass die politischen Gremien voll dahinterstehen. Der frühere Hoppe-gartener Bürgermeister erinnerte daran, dass Hoppegarten die Fläche eigens planerisch für solche Zwecke freigehalten und von zunächst aufgekommenen Bebauungsideen Abstand genommen hatte. Sogar für einen Regionalbahnhalt sei Platz freigehalten worden.

Auch Georg Stockburger (Grüne/B  90) sprach sich dafür aus, mit Hoppegarten an einem Strang zu ziehen. Das Areal sei der beste Platz für den Zweck, verwies er auf die Nahverkehrsanbindung mit S-Bahn und fünf Buslinien. Dass gegebenenfalls Berliner Schüler die Einrichtung nutzen könnten, ist für ihn kein Problem, denn Austausch gebe es auch in die andere Richtung.

Einzig Jürgen Hitzges (SPD) wollte sich zunächst nicht auf Hoppegarten festlegen, sondern nur auf den Schulplanbezirk (SPB) II, wo Gymnasiumsplätze fehlen. Laut Zahlen der Bürgermeister verfügt der SPB II derzeit nur über ein Gymnasium mit 125 Plätzen je Jahrgang. Mehr als 230 Kinder wollten aber nach der 6. Klasse aufs Gymnasium. Deckungsgrad: 53 Prozent der Nachfrage. Fast die Hälfte aller Kinder finde also keinen Platz für das Abitur im eigenen SPB, Tendenz steigend. Im SPB I, zu dem auch Strausberg gehört, gebe es dagegen zwei Gymnasien sowie das Oberstufenzentrum und die Bundtstift-Schule mit der Möglichkeit zum Abitur. Aktuell 300 Plätzen je Jahrgang stehe dort eine Nachfrage von nur 188 Plätzen gegenüber.

Hitzges hatte Bedenken, weil Hoppegarten noch nicht Eigentümer der Fläche ist. Scharnke machte deutlich, dass auch Strausberg nicht Eigentümer des ins Spiel gebrachten ehemaligen Polizeistandorts ist und Fredersdorf-Vogelsdorfs Angebot ebenfalls unter Vorbehalt stehe. Zudem gab er die Hoffnung seines Hoppegartener Amtskollegen Karsten Knobbe weiter, dass noch vor den Wahlen im Mai die Verträge für das frühere Kabelwerk-Gelände unterschrieben werden können.

Dagmar Schultz (die Parteilosen) äußerte, dass dort sogar schon ein Bebauungsplanverfahren für einen Schulstandort eingeleitet sei. Sie sei froh, dass in kurzer Zeit eine gemeinsame Haltung erreicht worden sei. Nun erwarte sie auch vom Kreistagsabgeordneten Hitzges, dass er in diesem Gremium für diesen Vorschlag eintrete. Und Corinna Fritzsche-Schnick mahnte, die Kreistagsabgeordneten aus den Kommunen müssten nun „richtig ranklotzen“. „Vielleicht sollten sie wieder eine Nachtsitzung machen“, schlug sie vor. Das Votum für das Einstein-Gymnasium sei seinerzeit in solch einer Sitzung gefällt worden.

Arno Gassmann (Linke) befand, es sei nunmehr alles gesagt. „Wir müssen uns gegen Strausberg durchsetzen, und wir haben die politische Kraft dazu“, glaubt er.

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