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Filmstar bellt auf Kommando

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Melanie Reinsch / 06.05.2010, 08:15 Uhr - Aktualisiert 06.05.2010, 08:16
Eberswalde (In House) Mit großen Schäferhundaugen und wedelndem Schwanz verfolgt Hanuck jede Bewegung seines Frauchens Janin Hapke. Besonders der bunte Gummiball mit der Kordel in ihrer Hand hat es ihm angetan – nichts scheint den Rüden in diesem Moment mehr zu interessieren.

Janin Hapke führt ihre Hand mit dem Ball am Bein vorbei. Blitzschnell huscht der Hund zwischen ihren Beinen hindurch, rennt um das Bein herum und wieder zurück, immer und immer wieder im Slalom, den Ball nicht aus den Augen verlierend. „Das war das Erste, was ich ihm beigebracht habe, nur einmal habe ich ihm das gezeigt und schon hatte er es drauf“, sagt die Besitzerin.

Hanuck ist kein normaler Hund, denn der fünfjährige Mischling ist ein Filmstar auf vier Pfoten. An der Seite von Horst Krause wird er künftig im „Polizeiruf 110“ den Kommissar begleiten und mit ihm Verbrecher jagen. Hanuck löst den neunjährigen Hund Vera ab, der inzwischen zu alt für den Trubel am Filmset geworden ist. Heute haben die Dreharbeiten für die ersten Folgen mit dem neuen Duo Hanuck-Krause begonnen.

Doch um der neue Polizeiruf-Hund zu werden, musste Hanuck nicht nur sein Schlappohr beim Casting in die Kamera halten. „So ein Tier muss intelligent sein, großen Spieltrieb und einen starken Willen besitzen. Und er muss der Situation beim Dreh gewachsen sein und natürlich Tricks aus dem Effeff beherrschen. Kamera und Tonangel – das alles darf kein Problem für ihn darstellen“, weiß Peter Swidnitzky von der Hundeschule „dogs Barnim“ aus Eberswalde, der Hanuck zusammen mit der 29-jährigen Besitzerin ausgebildet hat. Außerdem dürfe ein Filmhund nicht zu niedlich sein, sonst stiehlt er den Schauspielern die Show. Horst Krause war beim Casting selbst dabei und hatte Einfluss auf die Entscheidung, welcher Hund künftig sein neuer Kollege wird.

Inzwischen ist Hapke selbst bei „dogs barnim“ angestellt und fährt vier-, bis fünfmal die Woche von ihrem Wohnort Liebenwalde nach Eberswalde, um mit Hunden und ihren Besitzern das Einmaleins des Grundgehorsams zu pauken.

Peter Swidnitzky hat schon öfter Hunde für Filmproduktionen vermittelt und so war es auch bei Hanuck. Hapke kam regelmäßig mit ihren Hunden zur Hundeschule nach Eberswalde. Er fragte sie, ob sie Lust hätte, mit ihrem Hund am Casting einer Filmproduktion teilzunehmen und bekam prompt die Zusage.

Seitdem wird trainiert: Bellen auf Kommando, Pfötchen geben, Stehenbleiben, Loslaufen, auf zwei Beinen stehen, Winken. Hanuck kann sich sogar schämen, dann versteckt er seine nasse Schnauze unter seinen Vorderpfoten.

Das Schwierigste für einen Hund ist allerdings das Stillsitzen. Das würde Hunde langweilen und sie würden irgendwann einfach aufstehen. „Wie bei uns Menschen“, sagt Hundetrainer Swidnitzky, „in der Schule ist das lange Sitzen auch am Schwersten“.

An drei bis vier Drehtagen im Monat heißt es für Hanuck jetzt „Kamera an, Ton läuft“. Vor jedem Drehtag bekommen Swidnitzky und Hapke eine Dispo, in der in etwa drin steht, was auf Hanuck zukommt. Heute, am ersten Drehtag, muss der Schäferhundmischling gleich im Beiwagen eines Motorrads mitfahren. „Das haben wir am Montag extra noch geübt“, sagt Hanucks Frauchen. „Das laute Geräusch des altem Motorrades fand Hanuck anfangs nicht so gut, aber nach dem zweiten Mal hat es geklappt.“

So leicht war es nicht immer mit dem Vierbeiner. Janin Hapke hat ihren Hund aus einem Tierheim bei Berlin bekommen, da war der kleine Welpe gerade mal ein halbes Jahr alt und völlig verängstigt. „Er kam gebeugt, mit dem Schwanz unter dem Bauch in den Raum“, sagt die 29-Jährige. Er hatte vor allem und jedem Angst, sogar vor herunterfallenden Blättern.

Langsam und mit sehr viel Geduld hat die junge Frau Hanuck seine Angst genommen. Das hat sich bezahlt gemacht, denn inzwischen ist der quirrlige Vierbeiner alles andere als scheu. Und auch der ungarische Name, den ihre Mutter ausgewählt hat, passt einfach: Der bedeutet nämlich „süß“.

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Saskia Schlößin 13.04.2013 - 17:50:00

echt cool

Mein Hund ist auch in der Hundeschule und kann gerade mal 24 Kommandos die meisten hat er sich von Haduck abgeckugt. Als wir uns anschauen durften was der Hund alles kann kamen wir aus dem staunen nicht mehr herraus. xD

Britta June 17.06.2012 - 10:01:49

Total lustig

der hund kann 56 Kommandos total geil

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