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Künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema „Baukultur im Oderbruch“ im Altranfter Museum

Oderbruch-Museum
Mit Partnern in den Startlöchern

In ihrem Büro in der Schneiderstraße: Lars Fischer (l.) und Kenneth Anders koordinieren die Programmarbeit im Oderbruch-Museum Altranft.
In ihrem Büro in der Schneiderstraße: Lars Fischer (l.) und Kenneth Anders koordinieren die Programmarbeit im Oderbruch-Museum Altranft. © Foto: Michael Anker
Michael Anker / 28.02.2019, 07:00 Uhr - Aktualisiert 28.02.2019, 17:57
Altranft ( ) Im Oderbruch-Museum Altranft beginnt mit dem Jahresthema „Baukultur im Oderbruch“ das vierte Jahr der Transformation. Handwerk, Wasser und im vergangenen Jahr Landwirtschaft waren bisher die thematischen Schwerpunkte der Umgestaltung des ehemaligen Freilichtmuseums.

„Jedes dieser Jahresthemen ist wie die Strophe eines Liedes. Jetzt erkennt man nach und nach das Gesamtwerk“, sagt Lars Fischer. Er ist neben Kenneth Anders für die programmatische Ausrichtung des Museums verantwortlich. Mit jedem Jahresthema wachse der Fundus an Dokumenten und der Erkenntnisgewinn über die Region verdichte sich.

„Baukultur im Oderbruch“ sucht in diesem Jahr nach architektonischen Spuren, welche die Bewohner in der Landschaft hinterlassen haben. „Typische Bauformen des Oderbruchs sind die Loose-Höfe und die Kolonisten-Häuser. Aber wir beschäftigen uns auch mit den Hausbesitzern, die ihr Leben lang ihre Häuser umbauen, die den Umbau leben“, erläutert Fischer den Ansatz der Programmleitung. Es gäbe zudem eine große Vielfalt und Breite an Architekturformen, die nicht typisch für die Region seien. „Das können wir alles gar nicht abbilden.“

Kernstück jedes Jahresthemas sind Interviews mit Akteuren im Oderbruch. Sie erscheinen, ergänzt durch Fotografien, im sogenannten Jahresband. Parallel dazu vergibt das Museum Aufträge an Kooperationspartner. In der Regel münden diese in künstlerischen Auseinandersetzungen mit Aspekten des Jahresthemas. Der Programmbeirat, dem unter anderem Vertreter des Landkreises, der Kulturstiftung des Bundes, von Kulturland Brandenburg, der Handwerkskammer Frankfurt (Oder)-Region Ostbrandenburg und der Sparkasse MOL angehören, hatte im November neun Kooperations-projekte ausgewählt.

Das Spektrum reicht von Dokumentarfotografie und Malerei über Installation bis zum Puppenspiel. Künstlerisches Hauptprojekt soll Jakob Rüdrichs Bild-Klang-Installation im Keller des Schlosses Altranft werden. Damit wird dann auch ein bisher nicht zugänglicher Teil der Architektur des Schlosses, das Kellergewölbe, für Besucher geöffnet.

„Aus dem Koffer“ heißt ein Puppentheater-Stück, das Geschichten zu den einzelnen Gebäuden des Museums erzählen soll. Es wird gemeinsam mit dem Figurentheater Ernst-Heiter entwickelt. Die Grenzland-Fotografen untersuchen mit unterschiedlichen Handschriften diverse Formen der Baukultur. Diese Arbeiten werden in einer Gruppenausstellung im Kunstspeicher Friedersdorf gezeigt. Volker Seelig aus Frankfurt fotografiert und beschreibt seit langem Loose-Gehöfte. Zur Saison-Eröffnung des Museums am Ostersonntag will er schon einen Teil der Arbeiten zeigen. Seelig möchte mit den Besuchern ins Gespräch kommen und so Hinweise auf bisher von ihm unbearbeitete Objekte finden. Eine Kabinett-Ausstellung mit Fotografien zur Agrararchitektur von Ulrich Seifert-Stühr zeigt das Schul- und Bethaus Altlangsow. Parallel dazu gibt es eine Kunstausstellung mit Arbeiten von Erika Stürmer-Alex, Sophie Natuschke, Monique Schramm und Dieter Duschek. Die Gemeinde Letschin lässt Relikte der DDR-Architektur fotografisch dokumentieren. In der solidarischen Landwirtschaft CSA Hof Basta in Letschin will man ergründen, wie gemeinschaftliches Wohnen und Arbeiten im ländlichen Raum aussieht. „Wie wird man heimisch im Oderbruch?“ Dieser Frage geht der Kunstladen in Wilhelmsaue auf den Grund. Auf jeweils einer Fläche von einem Quadratmeter soll die Geschichte der Bewohner eines Hauses erzählt werden. Mit einem zur mobilen Werkstatt ausgestatteten Bus wollen zwei Künstlerinnen auf Recherche-Tour durch das Oderbruch gehen und mit den Bewohnern darüber ins Gespräch kommen, was Bauen bedeutet. Dunklen Spuren in der Region folgt Detlef Mallwitz. Er beschäftigt sich mit zwei Nazigrößen: Bildhauer Arno Brecker und Architekt Albert Sperr haben in Eichwerder, Wriezen und Altranft Abdrücke im Raum hinterlassen oder hatten Baupläne in der Schublade.

Eine Woche früher als im vergangenen Jahr wird die Ausstellung zum diesjährigen Jahresthema am 23. Juni im Schloss Altranft eröffnet.

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