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Fremdes Revier fordert heraus

Setzt Mast und Segel: Die neunjährige Annabell Dammaschke bereitet den Oceanracer. für eine Fahrt vor.
Setzt Mast und Segel: Die neunjährige Annabell Dammaschke bereitet den Oceanracer. für eine Fahrt vor. © Foto: MOZ/Gerrit Freitag
Hagen Bernard / 07.05.2010, 07:58 Uhr
(In House) Müllrose Am Sonnabend beginnt für die meisten Segler des Müllroser SV der Ernst ihres Sportes. Dann werden die bis 14-jährigen Kinder ihre seit gut einem Jahr erworbenen seglerischen Fertigkeiten bei einer sogenannten Krümel-Regatta für Anfänger auf dem Zeuthener See testen.

Gegenwärtig sind es zehn Kinder zwischen sechs und 14 Jahren, die sich bei der im August 2008 gegründeten Segel-Abteilung des Müllroser SV sich auf den Segelsport vorbereiten. Im Winter überwiegend mit Theorie, in der wärmeren Jahreszeit jeweils für drei Stunden am Sonnabend auf ihrem etwa 2500 Quadratmeter großen Areal am Strandbad. Das hatte die Kommune unentgeltlich zur Verfügung gestellt, ist jedoch wie der etwa zwölf Quadratmeter große Container provisorisch.

Geübt wird mit den etwa 35 Kilogramm schweren Optimisten-Jollen. Von diesen Anfängerbooten verfügt der Verein mittlerweile über zehn sowie über ein 420er Boot. Geplant ist die Anschaffung weiterer größerer Boote wie Cadett und das 420er, da laut Abteilungsleiter Jörg Steffen mit den Optimisten bei Regatten maximal 15-Jährige noch segeln.

Laut Marek Hörnigk, der mit Max (6) und Charlotte (9) gleich zwei Kinder in der Müllroser Segel-Abteilung hat, sei das alles nur eine Frage der Zeit. Sobald sich die Kinder für das Segeln begeistert haben und bei der Stange bleiben, interessieren sie sich auch für neue Herausforderungen.

Das ist für die meisten noch Zukunftsmusik. Schließlich haben sich die jungen Segler noch nicht an große Starterfelder gewöhnt. „Sie müssen lernen in Revieren zu segeln, wo es mehr gibt als sechs Boote und hin und wieder einen Angler wie hier“, sagt Marek Hörnigk. Schließlich sei der große Müllroser See sehr überschaubar und die Winde dort sehr gleichmäßig.

Was einem Anfänger sehr gelegen kommt, ist für den Fortgeschrittenen eher langweilig. Vielleicht sind daher auf dem Müllroser See nur selten Segelboote zu entdecken, obwohl es dort davon etwa 25 gibt. Doch die Eigentümer probieren sich lieber auf dem größeren Scharmützelsee oder gleich im Meer aus wie der 70-jährige Dieter Metze, der den Segelsport in Müllrose unbedingt wieder etablieren will. Der ehemalige Vorsitzende des Tourismus-Ausschusses der Stadt Müllrose plant im Sommer einen Korso von etwa 25 Booten, um für seinen Sport in der Region nachhaltig zu werben.

Sicherlich werden dann auch die jungen Segler mit ihren Optimisten names „Flotte Mücke“, „Weißer Hai“ oder „Roter Blitz“ zugegen sein, die an diesem Wochenende vor ihrem ersten Härtetest stehen.

Die unmittelbare Vorbereitung dazu hatte bereits am vergangenen Sonnabend begonnen. Doch die Generalprobe war bei Nieselregen der Windstille zum Opfer gefallen. Stattdessen hatte Steffen noch auf einem Segel eine Startnummer aufgebracht, waren einige Boote gesäubert worden und letzte Vorbereitungen abgesprochen. So das Beflocken der Shirts, in denen die Kinder am Wochenende ihren Verein vertreten wollen.

Ansonsten gibt es beim Samstag-Training einen festen Rhythmus. Um 9 Uhr beginnt das Training. In einer halben Stunde sind die Boots-Rümpfe umgedreht, sind Masten und Segel aufgetakelt und werden Ruder, Pinne und Schwert eingesetzt. Nach zwei Stunden auf einem abgesteckten Dreieckskurs im Wasser, auf dem die Segler per Motorboot betreut werden, geht es wieder zurück. Dann wird alles gesäubert und verstaut. Die Vor- und Nachbereitung nimmt damit für die Anfänger fast genauso viel Zeit in Anspruch wie das Segeln.

Dennoch seien laut Steffen die Kinder bislang bei der Stange geblieben. Aufgrund der Anzahl der Boote und der zur Verfügung stehenden Erwachsenen ist die Kapazität für weitere Segler begrenzt. Dennoch sei jeder willkommen, auch wenn sich der eine oder andere etwas gedulden muss.

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