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5. Landschaftstag in Kienitz sehr gut besucht / Region bewirbt sich im Herbst auf das Europäische Kulturerbe-Siegel

Zusammenarbeit
Das Oderbruch als Klein-Europa

Cornelia Link-Adam / 04.03.2019, 07:00 Uhr - Aktualisiert 05.03.2019, 12:43
Kienitz (MOZ) Mehr als 120 Vertreter aus allen 25 Oderbruch-Gemeinden sind am Sonnabend in Kienitz zum 5. Landschaftstag Oderbruch zusammen gekommen. Im Mittelpunkt vieler Vorträge stand die Bewerbung auf das Europäische Kulturerbe-Siegel. Gebildet werden soll dafür nun eine kommunale Arbeitsgemeinschaft.

Märkisch-Oderlands Landrat Gernot Schmidt blieb der Übersicht halber am Samstagvormittag lieber in der Tür vom Saal des Kienitzer Gasthofs „Am Hafen“ stehen. Von dort hatten er, wie die mehr als 120 Besucher, einen guten Blick auf gut zweieinhalb Stunden voller Vorträge beim 5. Landschaftstag Oderbruch. Eingeladen hatte die kommunale Arbeitsgruppe, bestehend aus Gemeinde-Bürgermeistern, Vertretern vom Landkreis, Amtsdirektoren, Akteuren der Stiftung Oderbruch sowie vom Oderbruch Museum Altranft, dessen Netzwerk Kulturerbe Oderbruch die Fäden zusammenhält.

Seit 2015 wird dank finanzieller Unterstützung vieler  daran gearbeitet, in Brüssel das Europäische Kulturerbe-Siegel für das Oderbruch zu bekommen. „Wir sind in der entscheidenden Phase des Bewerbungsverfahrens“, stellte AG-Sprecher Horst Wilke, zugleich Bürgermeister von Neulewin klar. Im Herbst wolle man über den Landkreis die Bewerbung „Menschen machen Landschaft“ beim Land einreichen. Schirmherr ist Jörg Vogelsänger (Landwirtschaftsministerium) und unterstützt wird es bereits auch vom Wissenschafts-Ministerium. Folgt die Befürwortung vom Bundes-Kultusministerkonferenz, geht die Bewerbung weiter nach Brüssel. Jedes EU-Mitgliedsland darf alle zwei Jahre zwei Erbestätten für die Auszeichnung vorschlagen, eine davon bekommt das Siegel.

Ihre weitere Unterstützung stellte auch Brandenburgs Kulturministerin Dr. Martina Münch  in ihren Grußworten klar. Sie bekam viele Info-Materialien und ein kleiner  Drainspaten als Anstecknadel überreicht. Das Symbol als Blechschild schmückt mittlerweile viele Kulturerbe-Stätten im Oderbruch, darunter Heimatstuben und Firmen. Münch zeigte sich beeindruckt von den Bewerbungsunterlagen  – vom Zusammenbringen von Historie, Landschaft, Wasser-Technik, Tourismus-Angeboten und den Menschen, die das Oderbruch zu einem Klein-Europa machen. Dieses von Lebus bis hinter Hohensaaten zu bündeln, darüber berichtete Dr. Kenneth Anders vom Oderbruch-Museum Altranft ausgiebig und hoffte für 2020 auf den Siegel-Zuschlag. Sein Kollege Tobias Hartmann stellte das Prozedere vor. Im Rahmen des Programmes "Trafo", das von der Kulturstiftung des Bundes gefördert wird, wurden bereits 28 Kulturerbe-Orte unterstützt. Weitere werden folgen. Allen Akteuren überreichte er Oderbruch-Memory-Spiele.

„Gut 23 000 Euro wird das Verfahren 2019 kosten“, stellte Uwe Siebert (Stiftung Oderbruch) im Finanzbericht klar. Geld gaben bislang Städte, Gemeinden, Firmen, und private Spender. Dass man bislang seit 2015 schon fast 70 000 Euro ausgegeben habe, fügte Karsten Birkholz an. Der Amtsdirektor von Barnim-Oderbruch regte die Bildung einer rechtlich sicheren kommunalen Arbeitsgemeinschaft an.

Diese könne, mit Personal aus der schon bestehenden Arbeitsgruppe, die bislang noch unklaren Folgekosten des Siegel  mit den Kommunen über Vereinbarungen regeln. „Und ein Landschaftstag wie heute, könnte ein tolle Mitgliederversammlung sein.“ Darüber wurde im Saal nicht diskutiert. Stattdessen gab es aus dem Publikum für die Arbeitsgruppe viel Lob und ein paar Anregungen im Endspurt zur Bewerbung um das Siegel.

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