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Autotest VW Touareg

Groß und trotzdem elegant: VW Touareg
Groß und trotzdem elegant: VW Touareg © Foto: MOZ/Hajo Zenker
Hajo Zenker / 05.03.2019, 16:10 Uhr - Aktualisiert 05.03.2019, 17:12
Berlin (MOZ) Die Marke VW macht auf dem Heimatmarkt zurzeit keine großen Sprünge. Das Jahr 2018 schloss man mit einem Plus von 1,5 Prozent (bei einem Minus von 0,2 Prozent des Gesamtmarktes) ab. Die ersten beiden Monate 2019 schlagen mit einem Minus von 1,4 Prozent bei VW (Gesamtmarkt: plus 0,6 Prozent) zu Buche. Der Touareg als neues VW-Flaggschiff dagegen ist ein voller Erfolg – er hat gewaltige Zuwachsraten.

Motor

Bisher gibt es den Touareg ausschließlich mit Sechszylindermotoren - als Benziner mit 340 PS und als Diesel mit 231 PS sowie 286 PS. Da kommt jetzt aber noch mehr: Gerade hat VW nämlich auf dem Autosalon in Genf den V8 TDI mit 421 PS und unfassbaren 900 Newtonmeter Drehmoment vorgestellt. Aber schon der von uns gefahrene 286-PS-Selbstzünder ist mit seinen drei Litern Hubraum kein Kind von Traurigkeit, schließlich bringt er es bereits auf stolze 600 Newtonmeter maximales Drehmoment und hat keine Mühe, das Zwei-Tonnen-Gefährt in Schwung zu bringen. Und so kann man in 6,1 Sekunden von 0 auf Tempo 100 kommen und auf der Autobahn 238 km/h erreichen. Dass das alles mühelos vonstattengeht, liegt auch an der serienmäßigen Acht-Gang-Automatik, die sehr gut zum Motor passt. Angesichts der Erfüllung der Abgasnorm 6d-Temp, mit Dieselpartikelfilter und der Harnstofflösung AdBlue, kann man zudem sicher davon ausgehen, mit einem sauberen Diesel unterwegs zu sein.  

Autotest VW Touareg 2019
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VW Touareg 2019

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Karosserie/Ausstattung

Seit dem Wegfall des Phaeton fungiert der Touareg als Flaggschiff der Marke VW. Und das merkt man der Neuauflage des Geländewagens auch an. So viel hochwertiges Material, dass man unwillkürlich die Fahrt in Schmutz und Dreck meiden möchte. Obwohl der 4,88 Meter lange Touareg doch gerade da seine absoluten Stärken ausspielen kann. Generell lässt sich sagen, dass der seit 2002 produzierte Touareg in seiner dritten Generation die Rundungen verloren hat und mit seinen klaren, scharfen Konturen eindeutig nobler aussieht. Ohne die Verwandtschaft zu den beiden Vorgängern zu leugnen. Der Innenraum ist nicht nur riesig (Kofferraum 810 Liter) und hochwertig, sondern auch hochmodern, mit großen Displays und digitalen Anzeigen. Das macht Spaß. Ab Werk gibt es Zwei-Zonen-Klima, Navi, automatisches Licht, beheizte Außenspiegel, Tempomat und Assistenten für das Halten der Spur und Verkehrszeichenerkennung.

Fahrverhalten

Auch wenn die Geländereduktion mangels Nachfrage verschwunden ist, bleibt im Gegensatz zu den vielen Schönwetter-SUV der Touareg ein wirklicher Geländewagen, der locker über Stock und Stein gehen kann. Wer aber lieber die Kraftreserven auf der Autobahn austesten möchte, kann auch das problemlos. Denn der Wagen lässt sich bei hohen Geschwindigkeiten und engen Kurven nicht ins Wanken bringen. Und trotzdem ist das Fahrwerk im Normalfall umwerfend komfortabel. Faszinierend: Der Wagen ist viel handlicher, als man sich das angesichts des Anblicks vorstellen kann.

Wirtschaftlichkeit

Den Einstieg in einen Touareg gibt es ab 58.615 Euro. Der von uns gefahrene 286-PS-Diesel startet bei 62.305 Euro. Das ist schon eine stolze Summe - die sich aber angesichts der Aufpreisliste locker um eine viele Tausender steigern lässt. Der Verbrauch beträgt nach Norm 6,6 Liter Diesel auf 100 Kilometer (173 g/km CO2). Anderthalb Liter mehr sollte man im wahren Leben einkalkulieren.

Fazit

Ein wahres Flaggschiff und so eine wahre Fahr-Freude. Aber auch zu einem Luxuspreis - der zwar gut zur Qualität des Autos, aber nur schlecht zum Namen Volkswagen passt. 

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