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Areal im Tränkeweg
Müllberge und kein Ende in Sicht

Seit 2014 stillgelegt: ehemalige Abfallsortieranlage im Tränkeweg.
Seit 2014 stillgelegt: ehemalige Abfallsortieranlage im Tränkeweg. © Foto: Annemarie Diehr
Annemarie Diehr / 06.03.2019, 06:00 Uhr
Fürstenwalde (MOZ) Eine Gefahr für die Umwelt gehe von den Abfällen auf dem Gelände der ehemaligen Kabelwerke im Tränkeweg nicht aus. Zu diesem Ergebnis führte eine Begehung des Grundstücks durch den Landkreis. Offen ist, wie der Eigentümer gedenkt, den Müll zu entsorgen.

"Das ist eine Herkulesaufgabe", sagt Thomas Driebusch, Sachgebietsleiter der Unteren Abfallwirtschafts- und Bodenschutzbehörde des Landkreises Oder-Spree, über die Beräumung der Abfälle im Tränkeweg. Fünf Müllberge mit einer geschätzten Menge von 35 000 Tonnen lagern dort ohne Genehmigung auf einem Grundstück, für dessen Überwachung der Kreis zuständig ist.

Daran angrenzend befinden sich drei Anlagen, die in Betrieb sind: ein Holzlager, ein Zwischenlager für Beton-Recycling und eine Bauschuttrecyclinganlage. Die genehmigten Anlagen wurden Anfang Januar durch das Landesamt für Umwelt (LfU) kontrolliert, so geht es aus einer Informationsdrucksache der Stadt hervor, die damit auf einen Antrag von FDP und Grünen reagierte, über das Vorgehen im Tränkeweg zu informieren und dort eine Brandverhütungsschau durchzuführen.

Diese fand Ende vergangenen Jahres statt, allerdings nur auf einem Teil des Geländes, nämlich dem Teil zwischen Tränkeweg und Spree, auf dem von 2003 bis 2008 eine Abfallverbrennungsanlage in Betrieb war. Dort war die Feuerwehr zwischen 2003 und 2013 37 Mal wegen Bränden im Einsatz. Von der Brandschutzdienststelle der Stadt wurde der Grundstückseigentümer, Bodo Grabs, nun beauftragt, die Zufahrt zur Löschwasserentnahmestelle Spree freizuschneiden und mit einem Schild zu kennzeichnen.

Rund 3 700 Tonnen Müll lagern weiterhin auf diesem Grundstück, für dessen Überwachung das LfU zuständig ist, ebenso wie für zwei weitere Grundstücke auf dem Areal: eine stillgelegte Abfallsortieranlage, von der 3400 Kubikmeter Bau- und hausmüllähnliche Gewerbeabfälle zurückgeblieben sind, sowie eine stillgelegte Anlage zur Herstellung von Ersatzbrennstoffen mit rund 12 400 verbliebenen Sortierresten und Bauabfällen.

Laut Information der Stadt könne die Eigentümergesellschaft der beiden letztgenannten Grundstücke die für die Entsorgung benötigten Mittel von einer Million Euro nicht aufbringen, weshalb sie der Stadt angeboten habe, die Fläche zu übernehmen. Nicht öffentlich hätten sich die Stadtverordneten dazu bereits beraten, jedoch ohne Ergebnis, wie Sprecherin Anne-Gret Trilling auf Nachfrage sagt.

Unabhängig von der Kontrolle der in der Zuständigkeit des LfU befindlichen Grundstücke sah sich der Landkreis Ende vergangenen Jahres auf der Fläche um, auf der neben 35 000 Tonnen Müll Tanks lagern, die durch Teilabrisse bestehender Gebäude freigelegt wurden. "Das einzig Gute in all dem Schlechten", sagt Driebusch, "ist, dass von ihnen keine Gefahr für Schutzgüter ausgeht."

Die zwei vorgefundenen Behälter mit einem Fassungsvermögen von 10 Kubikmetern waren zu knapp einem Viertel mit einem Öl-Wasser-Gemisch befüllt; schädliche Bodenveränderungen seien nicht festgestellt worden. "Die Behälter stehen fest und wurden mit einer Plane gegen Witterungseinflüsse gesichert", erklärt Driebusch. Das Areal, auf dem sich zudem eine alte Industriehalle mit 600 Tonnen Baumischabfällen befindet, ist inzwischen mit einem Zaun gegen den Zutritt Unbefugter gesichert.

Bis Ende Januar sollten die Tanks durch Bodo Grabs, den Grundstückseigentümer, zerlegt und entsorgt werden. Das sei laut Driebusch bisher nicht geschehen. Telefonisch sei Grabs momentan schwer greifbar; auch die MOZ erreichte ihn nicht. Der Landkreis wartet nun den März ab: Bis Ende des Monats soll Grabs darlegen, wie er gedenkt, die Abfälle zu entsorgen.

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