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Mehr als 1200 Hinweise
Keine Spur von Rebecca im Brandenburger Wald - Vater spricht von Drogenfahrt des Schwagers

Christopher Braemer/Dietrich Schröder/dpa / 09.03.2019, 11:00 Uhr - Aktualisiert 28.03.2019, 15:06
Kummersdorf (MOZ/dpa) Rebecca bleibt verschwunden: Die intensive Suche nach der 15-jährigen Schülerin in einem brandenburgischen Wald zwischen Kummersdorf (Oder-Spree) und Wolzig (Dahme-Spreewald) ist am Sonnabend mit Einbruch der Dunkelheit beendet worden. Nach drei Tagen wurde nichts gefunden. Weitersuchen wollen die Ermittler dort nicht. Die Polizei konzentriert sich jetzt auf die Abarbeitung von 1200 Hinweisen.

Ihr Schwager Florian R. gilt als dringend tatverdächtig. Im Fokus der Ermittlungen stand zuletzt vor allem eine Autofahrt, die er am Tag des Verschwindens der Schülerin unternahm. Angeblich soll er gegenüber dem Vater von Rebecca gesagt haben, dass er an dem Tag nach Polen fuhr, um einen Drogendeal abzuwickeln. Das berichtete die "Bild"-Zeitung am Sonntagabend.

„Es werden alle notwendigen Schritte unternommen, um die Ermittlungen fortzuführen“, sagte Heidi Vogt, Sprecherin der Berliner Polizei am Sonntag. Zuvor durchkämmten drei Tage lang knapp 100 Polizisten den Wald bei Storkow. Dabei kamen auch ein Hubschrauber und insgesamt 13 Leichen- und Personenspürhunde  unter anderem aus Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen zum Einsatz. 

„Die Ermittler der dritten Mordkommission arbeiten mit Hochdruck an der Auswertung der eingegangenen Hinweise“, sagte die Sprecherin. Inzwischen seien mehr als 1200 Hinweise zum Verschwinden des Mädchens eingegangen. Diese müssten alle bearbeitet werden. Die Hinweise würden nach Bedeutung gewichtet. Darunter seien auch viele, die nicht brauchbar seien. Es ist nicht auszuschließen, dass die Suche an einem anderen Ort fortgesetzt wird.

Auf der Suche nach der seit gut zwei Wochen verschwundenen 15-jährigen Rebecca aus Berlin hat die Polizei eine großangelegte Suchaktion eingeleitet.
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Suche nach Rebecca in Brandenburg

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Der Suche mit Leichen- und Personenspürhunden aus Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen und Hubschrauber ging ein konkreter Hinweis auf das auffällige himbeerrote Auto des Schwagers voraus. Ein potenzieller Zeuge habe gesagt, es könnte sein, dass er den Twingo in diesem Wald gesehen habe, bestätigte die Sprecherin. Der Hinweis sei aber mit Konjunktiven versehen gewesen, es habe kein Foto oder ähnliches gegeben.

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Neue Suchaktionen im Fall Rebecca

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Das Auto ist der Familie nach Angaben der Polizei am vergangenen Freitag zurückgegeben worden. Darin hatten die Ermittler Haare von Rebecca und Fasern einer Fleecedecke, die zusammen mit dem Mädchen aus dem Haus verschwunden war, sichergestellt. Die Spurensuche sei am Donnerstagabend beendet gewesen, sagte die Sprecherin. Es sei ein normaler Vorgang, dann das Auto an die Familie zurückzugeben. Es gebe keine rechtliche Handhabe, dieses Eigentum zurückzuhalten.

Rebecca verschwand am 18. Februar aus dem Haus ihrer Schwester und ihres Schwagers in Berlin-Britz und erschien morgens nicht in der Schule. Als dringend tatverdächtig gilt der 27 Jahre alte Schwager, der in Untersuchungshaft sitzt  – und weiter schweigt. Die ermittelnden Beamten gehen davon aus, dass Rebecca getötet wurde.

Autofahrten nach Brandenburg hatten den Verdacht gegen den Schwager erhärtet. Das Auto der Familie der Schwester wurde am Vormittag des 18. Februar und am Abend des 19. Februar auf der A12 zwischen Berlin und Frankfurt vom automatischen Kennzeichenerfassungssystem „KESY“ registriert. Das bis dahin unbekannte System ist durch den Fall Rebecca – zum Leidwesen der Ermittler – öffentlich bekannt geworden.


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