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Gieslind Malessa aus Crussow wurde zum wiederholten Mal zum Sturmopfer / Ortsvorsteher überbringt Spenden

Sturmschaden
Windhose reißt halbes Haus weg

Kerstin Unger / 11.03.2019, 21:30 Uhr
Crussow (MOZ) Als Gieslind Malessa aus Crussow am Montag vor einer Woche von der Arbeit nach Hause kam, war von ihrem Haus nur noch die Hälfte übrig. Sie wurde Opfer eine Windhose. Das Haus ist derzeit unbewohnbar.

Stürme ziehen momentan über Deutschland. Sie decken Dächer ab, entwurzeln Bäume und legen den Bahnverkehr lahm. Es gab sogar Tote. Die Uckermark kam ziemlich glimpflich davon, als Sturmtief Bennet vor einer Woche wütete. Nur Crussow hatte es wieder einmal heftiger erwischt, wie schon öfter in der Vergangenheit. Auch Gieslind Malessas Haus am Ende der Angermünder Straße in Richtung Stolpe steht scheinbar in einer Windschneise. Vor zwei Jahren wurde es bei einem Sturm beschädigt. Das Siedlungshaus haben ihre Großeltern in den 1950er-Jahren gebaut. Heute lebt sie auf dem Grundstück, allein mit ein paar Hühnern.

Gieslind Malessa arbeitet als MAE-Kraft des Uckermärkischen Bildungsverbunds Schwedt auf dem Jugendlandhof in Crussow. Am 4. März hatte sie um 13.15 Uhr Feierabend. Doch eine knappe halbe Stunde vorher heulte plötzlich die Sirene. "Ich dachte noch: Hoffentlich ist bei dir nicht wieder was passiert", erzählt sie. Es kam schlimmer als befürchtet. Kurz darauf meldeten sich ihre Nachbarn: "Komm bloß nach Hause!" Allein die Information weiterzugeben, war nicht so einfach. Die Telefonleitung war unterbrochen. Eine Windhose hatte mehrere Bäume umgekippt. Die Nachbarn hörten es laut knallen, als der Wirbelsturm das Dach teilweise abdeckte und den halben Dachstuhl zusammenbrechen ließ. Mauern stürzten ein. Dachsteine flogen durch die Gegend. Der hintere Hausteil, der früher als Stall diente, ist völlig weg. Der Wohnbereich ist zwar innen kaum in Mitleidenschaft gezogen worden, aber wohnen kann Gieslind Malessa darin vorerst nicht.

"Ich bin bei einer Bekannten in Angermünde untergekommen", erzählte sie am Montag Ortsvorsteher Dieter Grenz. Er hat sie an ihrer Arbeitsstätte auf dem Jugendlandhof besucht, um ihr Hilfe anzubieten und eine anonyme Spende von 100 Euro zu überbringen. "Eine Frau aus einem anderen Ort, die die Überreste des Hauses gesehen hat, war davon so emotional ergriffen, dass sie helfen wollte", sagt Dieter Grenz. Er und seine Frau haben ebenfalls eine Spende dazugetan. "Es ist ein Tropfen auf den heißen Stein. Aber jeder Euro hilft sicherlich", meint er.

Die Crussowerin war zum Glück versichert, erzählt sie. "Noch am gleichen Tag wurde ein Sachverständiger geschickt. Alles muss komplett neu gemacht werden." Auch vom Bauamt der Stadtverwaltung sei jemand da gewesen. Der Dachdecker ist bereits informiert und wird in den nächsten Tagen das Haus provisorisch abdecken, damit der Regen keinen weiteren Schaden im Haus anrichtet. Die Kollegen vom Jugendlandhof haben Unterstützung angeboten. Es läuft, meint die ruhige, bescheidene Frau.

Sie ist froh, dass ihr nichts passiert ist. Ihre Hühner haben sich bei der Katastrophe selbst in Sicherheit gebracht. Derzeit sind sie bei den Nachbarn in Pension. Gieslind Malessa war am Tag des Unglücks natürlich völlig fertig. Sie geht davon aus, dass sie noch in diesem Jahr wieder in das Haus ihrer Familie zurückkann.

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