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Die Fotografen Ulrich Seifert-Stühr und Stefan Schick arbeiten eng mit dem Oderbruch-Museum Altranft zusammen

Foto
Momentaufnahmen aus dem Bruch

Michael Anker / 12.03.2019, 07:30 Uhr
Altranft Kaum ein Besucher kann sich dem Bann zweier Installationen im Oderbruch-Museum Altranft entziehen – dem "Gespinst" von Antje Scholz, das das Wassersystem des Oderbruchs darstellt und den großflächigen Fotowänden auf dem Weg dorthin.

An der Stirnwand des ersten Saales im Schloss hängen 42 großformatige Fotos in Schwarzweiß. An einer Seitenwand weitere 30 Aufnahmen. Sie stammen von Ulrich Seifert Stühr und Stefan Schick. Seit langem arbeiten beide mit dem Museum eng zusammen. Schwarz-Weiß sei das Konzept, um vom Ausdruck nicht durch Farbe abzulenken, erklären sie.

Der ehemalige Möbelschreiner Stefan Schick ist aus Hessen ins Oderbruch gezogen und wohnt seit 2003 in Biesdorf. Über die Kunst-Loose-Tage bekam er schnell Kontakt in die Szene der Oderbruchkünstler. Wie viele andere vor ihm, faszinierte ihn die besondere Landschaft des Bruchs und so blieb er.

Für den Oderbruchpavillon von Kenneth Anders fotografierte Schick 2014 Mitglieder und Gerätehäuser der Freiwilligen Feuerwehren. Aus den zahlreichen Interviews mit Kameraden der Wehren entstand das Theaterstück "Die Feuerwehr ist da" und ein gleichnamiges Buch mit mehr als 150 Fotografien. Danach war es nur noch ein kleiner Schritt zur Zusammenarbeit mit dem Museum, dessen Leitung in den Händen von Kenneth Anders und Lars Fischer liegt. Stefan Schick dokumentiert seit Beginn des Transformationsprozesses des Museums alle öffentlichen Aktionen. Zudem fotografierte er Interviewpartner zu einzelnen Jahresthemen.

Ulrich Seifert-Stühr lebt seit 1993 in Neubarnim. Der einstige Berliner Dokumentarfilmer und Produzent ist seit dem Jahresthema "Wasser" im Oderbruch-Museum dabei. Er hatte ein Kooperationsprojekt eingereicht und wollte in Zusammenarbeit mit dem in Seelow ansässigen Gewässer- und Deichverband (GEDO) das Wassersystem des Oderbruchs mit seinen Anlagen und Bauwerken ablichten. Ein Teil dieser Aufnahmen hingen mit Schicks Porträts erstmals 2017 an der großen Fotowand.

Zu jedem Jahresthema entsteht auch ein Buch, in dem neben Interviews ein Teil der Fotografien veröffentlicht werden. Im vergangenen Jahr, zum Thema Landwirtschaft, wurde das Foto-Konzept der Einzelaufnahmen zu Gunsten von Fotogeschichten geändert. Zwar zeigt die Fotowand im Museum wieder Porträts der Protagonisten des Themas und ihre Geräte und Anlagen, aber im Jahresbuch sind erstmalig Bildserien ausgewählter landwirtschaftlicher Betriebe zu sehen.

Ulrich Seifert-Stühr dokumentierte zum Beispiel die "Solidarische Landwirtschaft" Hof Basta in Letschin, die Milchviehanlage NOGA Agrar GmbH in Altbarnim oder die Schafhaltung und Käserei des Milchschafhofs Pimpinelle in Quappendorf. Stefan Schick hielt in seinen Fotoserien den Landwirt Günter Luckow fest, wie dieser mit Pferden seinen Acker in Alttrebbin bestellt. In einer weiteren Serie beschrieb er den Familienbetrieb Uwe Möwis aus Neuküstrinchen. Die Bilder zeigen, wie Spargel geerntet und verkauft wird. "Diese fotografischen Dokumente zeigen die Vielfalt der landwirtschaftlichen Praxis im Oderbruch und legen Spuren in deren Vergangenheit", schreibt Kenneth Anders dazu im Jahresband Landwirtschaft.

Beiden Fotografen gemein ist, dass sie sich monatelang mit den Themen beschäftigten und immer wieder die dokumentierten Betriebe besuchten. Aber nicht nur das, seit ihrem Zuzug ins Oderbruch fotografieren Schick und Seifert-Stühr alles, was sie umgibt, erklären sie unisono. "Das Erste, was mir auffiel und was ich fotografierte, waren die unterschiedlichen Buswartehäuschen. Das ist so eine typische DDR-Bauweise. Das Interessante hier ist, wie sich die Zeit mit den Menschen reibt", erzählt Stefan Schick. Der Fokus von Ulrich Seifert-Stühr liegt eher auf klassischer Landschaftsfotografie. "Über Jahre hinweg habe ich das in Schwarz-Weiß fotografiert, auch 1997 zum Oder-Hochwasser".

Derzeit arbeiten beide am 2019-er Jahresthema Baukultur. Bei der Vielzahl der Aufnahmen, die bereits vorhanden sind und die noch entstehen, wird die große Fotowand nicht ausreichen um alle Facetten des Themas darzustellen, glaubt Seifert-Stühr. Das Ausstellungsteam überlegt deshalb, einen Teil der Fotoserien auf Monitoren zu präsentieren. Am 26. Juni wird das neue Jahresthema im Museum der Öffentlichkeit vorgestellt.

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