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Richtfest für stationäres Hospiz in Woltersdorf gefeiert / Eröffnung für Jahresende geplant

Krankenpflege
In allen Zimmern Sonne

Beim Richtfest: Katja Thielemann, Vize-Geschäftsführerin des Krankenhauses Strausberg, Cord Meyer, Geschäftsführer des Woltersdorfer Krankenhauses, der Bundestagsabgeordnete Martin Patzelt, Bürgermeisterin Margitta Decker, Udo Schmidt, Chef der Immanuel  Albertinen Diakonie, Angelika Behm, Chefin des Hospizes und Architekt Markus Legiehn (von links)
Beim Richtfest: Katja Thielemann, Vize-Geschäftsführerin des Krankenhauses Strausberg, Cord Meyer, Geschäftsführer des Woltersdorfer Krankenhauses, der Bundestagsabgeordnete Martin Patzelt, Bürgermeisterin Margitta Decker, Udo Schmidt, Chef der Immanuel  Albertinen Diakonie, Angelika Behm, Chefin des Hospizes und Architekt Markus Legiehn (von links) © Foto: Annette Herold/MOZ
Annette Herold / 13.03.2019, 07:00 Uhr
Woltersdorf (MOZ) Anfang Oktober war der erste Spatenstich, am Dienstag ist Richtfest für das erste stationäre Hospiz in Oder-Spree und Märkisch-Oderland gefeiert worden. Im Herbst soll der Bau in Woltersdorf mit 14 Plätzen übergeben werden. Ende des Jahres können die ersten Gäste einziehen.

Kein einziges Zimmer geht nach Norden. Osten, Süden und Westen, in diese Himmelsrichtungen werden die Gästezimmer – alles Einzelzimmer – im neuen Hospiz ausgerichtet sein, mit Morgen-, Tages- und Abendsonne. Jeweils in diese Richtung sind auch die Terrassen angeordnet, mit denen alle Zimmer ausgestattet werden. Mit breitem Zugang und sichtgeschützt, sodass ein Sterbender in seinem Pflegebett Zeit an frischer Luft verbringen kann, wenn er das möchte.

Denn das ist der Anspruch an das neue Haus, wie Angelika Behm, Geschäftsführerin der Diakonie-Hospiz Woltersdorf, beim Richtfest am Dienstag berichtete: "Menschen sollen hier Gäste sein. Sie sollen sich umsorgt fühlen wie in einer Herberge." Es gehe um Menschen, die Tage, Wochen oder auch Monate in dem Haus in der Schleusenstraße 46 leben, wohl wissend, dass ihre Lebenszeit begrenzt ist. "Wer zu Hause sterben möchte, soll das können", sagte die Geschäftsführerin. Das stationäre Hospiz, das das Woltersdorfer Krankenhaus, die Krankenhausgesellschaft von Märkisch-Oderland und die Diakonie Hospiz Wannsee GmbH gemeinsam bauen, sei ein Angebot an Menschen, für die Sterben zu Hause nicht möglich ist: wegen einer aufwändigen Schmerztherapie, weil sie nachts nicht gut versorgt sind oder die Pflege des Todkranken den Angehörigen zu viel wird.

"Es geht um hohe Lebensqualität bis zuletzt", betonte Angelika Behm und nannte einen weiteren Anspruch des Hauses. "Wir wollen hier das Schwere nicht wegfeiern, aber dennoch das Leben feiern."

In den neuen Bau sollen nach früheren Angaben der Diakonie 3,2 Millionen Euro investiert werden. "Den Kosten- und den Zeitrahmen halten wir ein", sagte Architekt Markus Legiehn beim Richtfest. Er führte auch Besucher durch den zweigeschossigen Rohbau mit den ebenerdig angeordneten Zimmern. In der oberen Etage sollen Verwaltungsräume untergebracht werden und auch ein Gästezimmer für Angehörige Platz finden. Im Foyer wird es eine besondere Wand geben, an der eine Kerze entzündet wird, wenn ein Gast gestorben ist. Gleich nebenan befindet sich der Raum der Stille zum Innehalten und Kraft schöpfen.

Im Hospiz soll es 19 Vollzeitstellen geben, und noch werden Mitarbeiter gesucht, wie Geschäftsführerin Behm sagte. "Wir freuen uns auf Bewerbungen von Menschen, die dem Hospiz ein Gesicht geben." Gesucht werden vor allem Pflegekräfte.

Ein prominentes Gesicht hat die Hospiz-GmbH schon für das neue Haus gefunden: Professor Dietrich Grönemeyer, durch seine Bücher zum Thema Gesundheit bekanntgeworden, hat die Schirmherrschaft für den Bau übernommen. Zum Richtfest habe er grüßen lassen und angekündigt, zur Einweihung in Woltersdorf dabei zu sein. Noch vorher können sich Interessierte ein Bild von dem Hospiz machen, auch wenn es dann noch nicht fertiggestellt sein wird: Am 19. Mai lädt die Diakonie zum Tag der offenen Baustelle ein.

www.diakonie-hospiz-woltersdorf.de

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