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Kritik an Umgang mit Frontfrau
Linke streiten über Grund für Wagenknechts Rückzug

Wagenknecht hat nach dreieinhalb Jahren an der Fraktionsspitze erklärt, dass sie im Herbst nicht wieder antreten will.
Wagenknecht hat nach dreieinhalb Jahren an der Fraktionsspitze erklärt, dass sie im Herbst nicht wieder antreten will. © Foto: dpa/Britta Pedersen
DPA / 13.03.2019, 15:26 Uhr
Berlin (dpa) Nach der Rückzugs-Ankündigung von Sahra Wagenknecht streiten die Linken über den Umgang mit ihrer Fraktionschefin. Der Bundestagsabgeordnete Thomas Lutze warf der Parteispitze vor, Wagenknecht unwürdig behandelt zu haben.

"Für eine linke Partei war der Umgang mit Sahra Wagenknecht ein unwürdiges Schauspiel", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Die Parteivorsitzenden hätten ihre Verantwortung nicht wahrgenommen. Andere Linke-Politiker widersprachen entschieden - und mahnten, vor den Wahlen in diesem Jahr den Zoff sein zu lassen.

Wagenknecht hatte angekündigt, im Herbst nicht erneut für den Fraktionsvorsitz zu kandidieren und gab als Gründe ihre Gesundheit, Stress und Überforderung an.

"Ich kann nur vermuten, dass auch die Form der innerparteilichen Angriffe, besonders die persönlichen, sie bei ihrer Entscheidung beeinflusst haben", sagte Lutze, der wie Wagenknecht im Saarland lebt. Auch Wagenknechts Stellvertreterin Sevim Dagdelen zieht sich aus dem Fraktionsvorstand zurück.

Die "Bild"-Zeitung zitierte am Dienstag einen nicht näher genannten "Insider" mit den Worten: "Der Mobbing-Terror gegen Wagenknecht und Dagdelen geht auf keine Kuhhaut." Mehrere Abgeordnete rund um die Parteichefs Bernd Riexinger und Katja Kipping zögen permanent über sie her. Der linke Parteiflügel um Wagenknecht und Dagdelen verlange deshalb den Rücktritt der Parteichefs.

Völlig anders sieht das der Bundestagsabgeordnete Matthias W. Birkwald: "Diese Vorwürfe sind alt und sie sind falsch", sagte er der dpa. Es stünden wichtige Wahlen bevor, die Wagenknecht mit der Partei bestreiten wolle. "Darum sollten all jene, die jetzt aus Frust persönliche Angriffe starten, abrüsten und sich intensiv im Wahlkampf engagieren."

Der Ostbeauftragte der Fraktion und frühere Bundesgeschäftsführer der Partei, Matthias Höhn, warnte seine Parteifreunde davor, öffentlich "dreckige Wäsche" zu waschen. "Ich erwarte von allen, dass sie sich darüber im Klaren sind, welche Bedeutung die anstehenden Wahlen in diesem Jahr für die Linke haben", sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Donnerstag).

Im Mai wird das Europaparlament neu gewählt, außerdem stehen in diesem Jahr vier Landtagswahlen und Kommunalwahlen an. "Jeder, der meint, er müsse jetzt in der Öffentlichkeit dreckige Wäsche waschen und über andere in der Partei herfallen, handelt verantwortungslos", mahnte Höhn.

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Niels Neudeck 14.03.2019 - 18:25:52

Mobbing macht krank

Und Politiker sind davon auch nicht frei. In Potsdam werden wohl sie Sektkorken knallen, gerade die brandenburgische Linke hat sich da besonders verdient gemacht. Erinnert sei an die Drohung Thomas Nord aus der Bundestagsfraktion aus zutreten, wenn Sahra Wagenknecht weiterhin Fraktionsvorsitzende bleibt oder die Angriffe seiner Ehefrau und Sozialsenatorin in Berlin Elke Breitenbach auf Parteitag 2018. In anderen Parteie wäre Thomas Nord aus der Partei ausgeschlossen wurden oder hätte zumindest eine schwere Verwarnung bekommen. In Brandenburg stellt sich der komplette Parteivorstand hinter ihm. Aktuell hat Die Linke Brandenburg 5800 Mitglieder, 1000 weniger als noch vor 5 Jahren, Tendenz stark fallend. Wem wundert es. Wer Sahra Wagenknecht und Oskar Lafontaine Nähe zur AfD vorwirft , was eine Frechheit ist. Sollte erstmal bei sich schauen , mit den neuen Polizeigesetzt ist Die Linke in Brandenburg der AfD näher als es es andere je waren. Ich hab den Landesverband gewechselt und bin in NRW wo ich arbeite gemeldet, gesundheitlich besser für mich. In Brandenburg ist bei die Linken eh alles verloren, und das werden die auch nicht nach der Landtagswahl begreifen wo es nach 2014 den nächsten Tritt geben wird. Wie sagt eine führende Politiker der Linken vor Jahren so schön "Parteien sind sind schön, wenn es keine Mitglieder geben würde". Die Linke Brandenburg tut ihr Bestes dieses Ziel zu erreichen.

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