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Fridays for Future
Schüler werben im Landtag und auf der Straße für mehr Klimaschutz

Julia Lehmann und dpa / 15.03.2019, 06:00 Uhr - Aktualisiert 15.03.2019, 17:32
Potsdam/Eberswalde (dpa) Kurz vor Beginn ihrer Demonstration in Potsdam haben mehrere Schüler der Bewegung „Fridays for Future“ im Brandenburger Landtag eindringlich für mehr Klimaschutz geworben. Der Potsdamer Schüler Simon Jüngling sagte bei dem Besuch am Freitag: „Ich bedaure es sehr, dass Umweltziele aufgegeben werden.“ Er betonte: „Manche von uns sind wirklich richtig sauer.“ Es gehe nicht darum, wann gestreikt werde, sondern wofür.

Die Potsdamer Schülerin Miriam Eichelbaum sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Wir wollen, dass die Politik umdenkt in der Umweltfrage.“ Sie berichtete, dass es aschon Schulverweise für Schüler gegeben habe, die bei den Schulstreiks mitmachten. Auf Transparenten vor dem Landtag war zum Beispiel zu sehen: „Unsere Parole: Raus aus der Kohle!“

Landtagspräsidentin Britta Stark lobte das Engagement der Schüler: „Ich begrüße das sehr, dass ihr Flagge zeigt, ihr seid die nächste Generation.“ Mit den Schülern diskutierten Politiker der Fraktionen SPD, Linke, CDU und Grünen. Allein in Brandenburg wollten Schüler in mindestens acht Städten für mehr Klimaschutz demonstrieren.

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Fridays for Future-Demos in Brandenburg

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Die Bewegung bekommt immer weiter Zulauf. Viel Zulauf. Am Freitag haben sich schätzungsweise 400 Unterstützer an der „Fridays For Future“-Demo in Eberswalde beteiligt. Weit mehr als bei der ersten Ausgabe in der Waldstadt im Januar. Auffällig viele Studierende, Lehrer, Eltern und Großeltern liefen diesmal an der Seite der Schüler durch die Stadt. Organisiert haben den Protest in der Waldstadt Schüler vom Humboldt-Gymnasium, Gymnasium Finow, OSZ und Paulus-Praetorius-Gymnasium in Bernau. Woche für Woche werden es mehr Menschen, die so die Politik zum Tätigwerden in Sachen Klimaschutz bringen wollen. Ausgehend von der Tatsache, dass die junge Generation es ist, die mit den Folgen der Erderwärmung leben muss. Auch beim zweiten Klimastreik in der Waldstadt begann der Demonstrationszug auf dem Bahnhofsvorplatz. Gemeinsam zogen die Massen bis zum Marktplatz im Stadtzentrum. Gut 100 Flyer waren im Vorfeld gedruckt worden. Die Druckerei Nauendorf aus Angermünde übernahm dies kostenfrei.

Mehr als 500 Schüler und Erwachsene beteiligten sich an der zweiten Eberswalder "Fridays for Future" - Demo. Nach einem Prolog auf dem Bahnhofsvorplatz ging es unter Polizeigeleit durch die Stadt zum Marktplatz.
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Fridays for Future - Demo

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Dass für die Protestaktion Unterricht ausfalle, nehmen einige zum Anlass dagegen zu schießen. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke finde es „nicht gut“, dass die Jugendlichen dafür Schulstoff versäumen. Für die Schülerbewegung an sich fand er aber lobende Worte. Damit der Unterricht für den Klimastreik nicht ausfallen muss, verschieben viele Schüler den Start ihrer Demo auf den Nachmittag. In Eberswalde ist das nicht so. Hier hat man den Beginn für die zweite Aktion in der Waldstadt sogar noch um eine gute halbe Stunde nach vorn verlegt. „Es soll ein wirklicher Schulstreik sein“, sagte Boy Ibisch (16) zur Begründung. Eigentlich wäre am Humboldt-Gymnasium an diesem Tag bis 15 Uhr Unterricht gewesen. Schulleitung und Eltern hätten ihn aber frei gestellt, sagte er. Der Gymnasiast hält zusammen mit Hannes Reutter (16) eine der zentralen Ansprachen auf dem Bahnhofsvorplatz.Ihren Fokus haben sie diesmal auf eben diesen Vorwurf gelegt. Dass Schule schwänzen der „leichtere Weg“ sei, statt sich in der Freizeit zu engagieren, wie es Armin Laschet (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, den Protestlern vorwarf, weisen die beiden zurück. „Sich entschuldigen zu müssen, birgt immer Unannehmlichkeiten“, so Hannes Reutter. Sie fordern politische Rahmenbedingungen, die es jedem möglich machen, sich für seine Umwelt einzusetzen und Natur und Ressourcen zu schützen.Dem Vorwurf von FDP-Chef Christian Lindner aus dieser Woche, die Schüler hätten keine Ahnung und sollten lieber zur Schule gehen, stellen sich inzwischen Wissenschaftler entgegen. Sie sagen: Die Schüler haben recht. Insgesamt 12.000 Wissenschaftler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz haben eine Petition unterzeichnet. Sie wollen, dass die Forderungen der jungen Generation umgesetzt werden. Und auch in Eberswalde nahmen die Schüler am Freitag darauf Bezug: „Wir wissen nicht alles, aber wir hören zumindest auf die Profis“, sagte etwa Boy Ibisch.Ins Leben gerufen hat die Aktion die schwedische Schülerin Greta Thunberg, die seit Monaten freitags in den Schulstreik tritt und sich stattdessen vor dem schwedischen Parlament positioniert. Inzwischen unterstützt sie auch deutsche Städte bei deren Protestaktionen wie etwa Anfang des Monats in Hamburg. In 100 Ländern und allein 200 deutschen Orten beteiligten sich am Freitag Schüler am Protest.

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Ralf Cornelius 16.03.2019 - 08:49:32

Nüchtern betrachtet...

... sind Greta und die Schüler soetwas wie menschliche Schutzschilde gegen rationale Argumente. Losgelöst von jeglichen gesellschaftlichen Zusammenhängen werden unerfüllbare Forderungen gestellt, deren Folgen die Teenager nicht übersehen (können). Sie werden instrumentalisiert und bekommen von einem Teil der politischen Klasse auch noch auf die Schultern geklopft, ebenso, wie die Medien, auch MOZ, das Steikansinnen noch befeuern. Bestenfalls löst sich der Spuk in den Ferien oder zu den Prüfungen auf, schlechtestenfalls bleiben die Art Ökoterroristen übrig, wie die, die gegen die Abholzung des Hambacher Forstes demonstrieren und gleichzeit Bäume für ihre Baumhäuser roden. Aber das alles ist immer noch nicht radikal genug. Man nehme die Lehrerin, die aus ökologischen Gründen den Kinderverzicht predigt. Damit hätten sich die Proteste irgendwann selbst erledigt. Keine Menschen mehr...

Ralf H. Janetschek 16.03.2019 - 07:32:17

Abschaffung der Schulpflicht

Es wäre nur konsequent und folgerichtig die Schulpflicht abzuschaffen!

Kurt Cr. 15.03.2019 - 22:36:59

Kinder zu instrumetalisieren hat in unserem Land eine lange Tradition

https://www.hdg.de/lemo/bestand/medien/video-junge-pioniere.html

kay-uwe granz 15.03.2019 - 21:39:31

Nichts ist unmöglich, To............, lautete doch mal der Werbeslogan.

https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/diesel-affaere/deutsche-umwelthilfe-bekommt-geld-von-toyota-14256098.html

Paul Müller 15.03.2019 - 20:06:51

Ford und VW tun ja schon was - für das Klima :) ....

... 7000+5000 Arbeitnehmer werden in Zukunkt viel weniger CO2 produzieren ...

Werner Matzat 15.03.2019 - 17:38:23

Wissenschaftler unterstützen „Friday for future“-Proteste - Die Schüler haben Recht - Greta Thunberg für Nobelpreis nominiert

Wissenschaftler unterstützen „Friday for future“-Proteste. Angela Merkel schafft es, die „schulschwänzenden“ Schülerinnen und Schüler gleichzeitig zu verunglimpfen, sie seien eine „Cyberbedrohung, gesteuert aus Russland“, und gleichzeitig ihr Engagement zu bewundern. Um Inhalte scheint es nicht zu gehen, sondern nur noch um Meinungen und wer die bessere Propaganda hat. Was aber wirklich passiert und was getan werden kann oder muss, um die Lebensgrundlage für die Menschheit auf der Erde auch für künftige Generationen sichern zu können, scheint keine Rolle mehr zu spielen. Wie erfrischend ehrlich und klar kommt dagegen der Aufruf deutschsprachiger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler daher, die sich inhaltlich hinter die demonstrierenden Schülerinnen und Schüler stellen. Bis zum 12. März sammelten Klimaforscher unter dem Motto „#Scientists­4Future“ über 12000 Unterschriften von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Sie wissen, dass die Fakten dafür sprechen, dass die aktuellen Klimaveränderungen vom Menschen gemacht sind. Es bleibt aber nicht bei der „Meinung“, im Anhang werden wissenschaftlich belegbare Fakten und Forderungen aufgeführt. Insgesamt werden 21 Fakten zusammengetragen, um die Debatte wieder auf eine fundierte Grundlage zu stellen. Zwei Punkte scheinen dabei beachtenswert zu sein: Zum einen machen die Wissenschaftler deutlich, dass nicht nur der Klimawandel unsere Lebensgrundlagen gefährdet, sondern auch die Zerstörung der Biodiversität. Die aktuelle Produktionsweise verbraucht und zerstört die biologische Vielfalt. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler schlagen vor, dass dem Verursacherprinzip Rechnung getragen werden muss. Im Rahmen des Kapitalismus soll eine CO2-Abgabe sozialverträglich eingeführt werden. Das bedeutet, sie muss entweder durch Steuererleichterungen oder durch Barauszahlungen an die Bürger gegenfinanziert werden (Punkt 20). Greta hat es etwas deutlicher gesagt, wenn das System die Situation nicht ändern kann, dann muss also das System geändert werden. Quelle: https://www.unsere-zeit.de/de/5111/innenpolitik/10741/Die-Sch%C3%BCler-haben-Recht.htm --- passend dazu die Meldung in der Märkischen Oderzeitung, vom 15. März 2019, auf Seite 4: Greta Thunberg für Nobelpreis nominiert: Kopenhagen. Ihr Einsatz für das Klima hat der jungen schwedischen Aktivistin Greta Thunberg eine Nominierung für den Friedensnoberpreis eingebracht. Drei Abgeordnete der Sozialistischen Linkspartei sprachen sich dafür aus, dass der 16-Jährigen die Auszeichnung überreicht wird, wie die Zeitung "Verdens Gang" berichtete. Dem schwedischen "Aftonbladet" zufolge wurde sie auch von zwei Politikern aus Schweden nomieniert. (Ende) Und hier: Die Anstalt vom 12. März 2019 --- In der aktuellen Folge geht es zusammen mit Philipp Weber, Tahnee und Martin Zingsheim um Lobbyismus, Feinstaub, den Diesel, das Klima und Lungenärzte. Quelle: https://www.zdf.de/comedy/die-anstalt/die-anstalt-vom-12-maerz-2019-100.html --- Als ehemaliger Alleinerziehender Vater stehe ich voll an ihrer Seite. Sie müssen unbedingt bei ihrer angepassten, unterwürfigen Schlaf-Schaf-Eltern-Großeltern-Untertanengeneration dauerhaft beständig Druck ausüben, sonst verändert sich nie etwas. Dazu zählt in allererster Linie die Politik. Der Mensch ist nicht auf der Welt, um jemandens Opfer zu sein. George Bernhard Shaw, 1856-1950, irischer Dramatiker, Politiker, Satiriker, Musikkritiker und Pazifist, rät mit seinem Zitat zur Vorsicht vor der Gefährlichkeit der ALTEN: "Alte Leute sind gefährlich, sie haben keine Angst vor der Zukunft". Wenn die Schüler standhaft bleiben gehen sie in die Geschichte ein, denn ALLE die die NICHTS tun sind die Schuldigen. Mit allerbesten Grüßen und Wünschen zum durchschlagenden Erfolg, bei ihren Aktionen, von einem engagierten Vater ohne Flugreisen, Schiffsreisen und Autobesitz.

Kurt Cr. 15.03.2019 - 08:35:03

Das Medien-Konstrukt "Greta Thunberg"

Man nehme ein 16-jähriges Mädchen mit einer psychischen Behinderung, lasse sie glauben, sie hätte den Auftrag die Welt zu retten, lege ihr einige Phrasen in den Mund und lasse sie mit Sponsorengeldern und professioneller Medienarbeit im Hintergrund weltweit auftreten. Es funktioniert.

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