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Schulgeld
Empfehlung abgelehnt

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Symbolbild © Foto: Marijan Murat
Margrit Meier / 15.03.2019, 06:45 Uhr - Aktualisiert 15.03.2019, 08:20
Neuenhagen (MOZ) Der Kulturausschuss hat sich in einer Sondersitzung intensiv damit ausei-nander gesetzt, ob die Gemeinde Schulgeld für die Kinder zahlt, die an der IB-Oberschule lernen und wie es in Sachen weiterführende Schule im Ort weitergeht.

Einigermaßen überraschend ging nach mehr als einstündiger Diskussion die Abstimmung über das Schulgeld aus. Denn hatten die Zuhörer während des Gedankenaustausches noch den Eindruck, dass die Stimmung durchaus pro Zahlung war, hieß es dann: Zwei Ja-Stimmen, vier Nein-Stimmen bei einer Enthaltung, also keine Empfehlung für die Gemeindevertretersitzung.

Der Hintergrund: Marianne Hitzges von der SPD-Fraktion hat den Antrag eingebracht, dass Neuenhagener Kindern, die an der Oberschule des Internatinalen Bundes (IB) lernen, von der Gemeinde das Schulgeld von 120 Euro im Monat erlassen wird. Denn die SPD vermutet, dass Eltern deshalb diese Schule nicht anwählen. Die Verwaltung hat diesem Ansinnen vehement widersprochen. Nach ihrer Rechtsauffassung sei das unstatthaft. Schulleiter Falko Böhme hingegen sprach eher von einer Art Stipendium für Schüler, die sich an seiner Oberschule durch gute Leistungen auszeichnen. Schulverwaltungsamtsleiter Tobias Seyfarth bestätigte, dass der Kreis eine schnelle Lösung für mehr Plätze an weiterführenden Schulen braucht. In Altlandsberg wird die dortige Schule um zwei Züge ergänzt, in Fredersdorf kommt ein Zug hinzu und beim IB in der Ziegelstraße Neuenhagen könnten zwei Züge hinzukommen. Was denn passiere, wenn Kinder der Erst- und Zweitwunsch zum Wechsel auf die weiterführende Schule versagt wird, ob sie dann zum IB müssten, wurde gefragt, worauf Seyfarth antwortete, dass es bisher immer Lösungen gegeben habe. Allerdings stellte er in Aussicht, dass, wenn der IB den Mehrbedarf abdecken würde, dafür der Kreis zahlt, Eltern dann kein Schulgeld zahlen müssten. Mit Bauchschmerzen hörten dies einige Ausschussmitglieder. Denn hier bediene sich der Kreis einer privaten Schule, um staatliche Aufgaben zu erfüllen. Wenn dies eine temporäre Lösung wäre, könnte man eventuell mitgehen, hieß es zudem.

Zuvor hatten Eltern an die Gemeindevertreter appelliert, endlich für den Bau einer staatlichen Oberschule am Gruscheweg zu stimmen. Dies sei schon dreimal abgelehnt worden, betonte Bürgermeister Ansgar Scharnke. Dagegen verwahrten sich mehrere Gemeindevertreter (GV). Vorsitzende Ilka Goetz (Linke) stellte klar, dass sie und ihre Kollegen versuchen, immer für Neuenhagen das Beste zu erreichen. Und dass sie auch ganz klar dafür sind, dass die Kinder möglichst kurze Wege zu ihrer weiterführenden Schule haben sollen. Allerdings war die GV nicht bereit, einen Schnellschuss zu unternehmen, sondern hatte den Bürgermeister beauftragt, sich mit den Nachbargemeinden ins Benehmen zu setzen, um gemeinsam in der Region nach dem besten Standort zu suchen. So, wie es beim Gymnasium vorbildlich erfolgt sei.

Scharnke schlug vor, die Schulentwicklungskonzeption für Neuenhagen rasch zu überarbeiten, um festzuzurren, dass am Campus Gruscheweg neben Grund- und Förderschule auch die Oberschule mitgeplant wird. Dafür bliebe mit Blick auf den Architektenwettbewerb jetzt noch ein winziges Zeitfenster. Georg Stockburger (B 90/Grüne) hatte starke Zweifel, ob das Tempo, das Scharnke im Auge hat, einen Beschluss noch vor der Kommunalwahl am 26. Mai zu erwirken, möglich ist. Denn auch wenn, wie Seyfarth bestätigte, der Kreis neue Oberschulen über Abschreibungen innerhalb von 80 Jahren mitfinanziere, muss die Gemeinde zuerst finanzieren.

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Jeannette Rüdiger 15.03.2019 - 19:49:53

Schulgeld und Schulstandort

Ist mit der möglichen erweiterten Zweizügigkeit an der IB Oberschule in Neuenhagen, die Eröffnung von zwei Fussball-Klassen ab Klasse 7 gemeint? Wie lange will man noch alle Anzeichen elternlichen Unmutes ignorieren, wie lange wird noch vorbildlich geprüft, ob nun eine dringend benötigte weiterführende Oberschule in Neuenhagen bzw. in zumutbarer Nähe gebaut wird? Eine Schule muss und soll solide geplant sein. Es werden Jahre vergehen, bis sie letztlich eröffnet werden kann. Die Schülerzahlen werden stetig steigen. Ein hinauszögern oder weiteres Vertagen wird die Situation nicht verbessern. Es wird nur verschärft. In Berlin geht man nun neue Wege. Von Planung bis Eröffnung vergehen knapp drei Jahre. Man muss nicht immer das Rad neu erfinden. Nachmachen führt auch oft zum Ziel.

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