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Kreisunfallkommission Barnim plant weitere Maßnahmen / Polizei stellt Schulwegpläne zusammen

Unfallbilanz
Weniger Unfälle, mehr Verletzte

Wird entschärft: Die Schönower Chaussee in Bernau gilt als Unfallschwerpunkt, vor allem für Radfahrer. Mit verschiedenen Maßnahmen soll die Strecke nun sicherer gemacht werden.
Wird entschärft: Die Schönower Chaussee in Bernau gilt als Unfallschwerpunkt, vor allem für Radfahrer. Mit verschiedenen Maßnahmen soll die Strecke nun sicherer gemacht werden. © Foto: Sergej Scheibe
Kai-Uwe Krakau / 15.03.2019, 07:30 Uhr
Bernau (MOZ) Bernau. Auf den Straßen im Barnim gab es 2018 deutlich weniger Unfälle – aber mehr verletzte Personen. Insgesamt acht Menschen verloren ihr Leben. Im Vorjahr waren es sieben Verkehrstote.

Nach der vorgelegten Bilanz ereigneten sich zwischen Lunow, Ahrensfelde und Basdorf 5251 Unfälle. Im Jahr 2017 waren es noch 5693 (Rückgang um 7,8 Prozent). Dabei wurden 963 Männer, Frauen und Kinder verletzt (2017: 954). Dies bedeutet einen Anstieg um  0,9 Prozent).

Besondere Sorgen bereiten dem Leiter der Verkehrsunfallkommission Barnim dabei die Radfahrer. "Sie gehören zu den schwächsten Verkehrsteilnehmern", sagte Marcel Kerlikofski. Die Zahl der Unfälle stieg von 257 im Jahr 2017 auf  294 im Vorjahr. Inzwischen seien mehr Radfahrer unterwegs und das nicht nur in der klassischen Saison. "Für kurze Wegstrecken wird immer mehr das Rad genutzt", so Kerlikofski. Die Unfallursachen seien eine falsche Benutzung von Geh-/Radwegen, die Missachtung der Vorfahrt sowie Alkohol.

In Bernau gibt es insgesamt vier Schwerpunkte für Radfahrunfälle. Für einen, die Schönower Chaussee bis zum Paulus-Praetorius-Gymnasium, wurden nun erste Maßnahmen festgelegt. So ist geplant, den Gehweg auf der gesamten Strecke auch für Radfahrer freizugeben. Bisher ist das noch nicht der Fall. "Die entsprechende Beschilderung soll im April stehen", so der Kommissionsleiter.

An der Einmündung der Werner-von Siemens-Straße soll zudem die Haltelinie vorgezogen werden, um eine bessere Sicht für die Autofahrer zu erreichen. Verkehrsteilnehmer, die von der Konrad-Zuse-Straße auf die Schönower Chaussee fahren wollen, werden darüber hinaus künftig durch ein Dialog-Display vor Radfahrern gewarnt. "An der Fichtestraße prüfen wir die Aufstellung einer Ampelanlage", sagte Kerlikofski weiter. Dabei handele es sich aber eher um eine mittelfristige Maßnahme. Dies treffe auch auf einen Fußgängerüberweg zu, der möglicherweise am Kreisverkehr entstehen könnte.

In besonders schwere Geschwindigkeitsunfälle sind im Barnim immer wieder Motorradfahrer verwickelt. Als Schwerpunkte gelten der Bereich Gorinsee, die Bundesstraße 158 sowie der Werbellinsee. "Im Niederbarnim sind die Fahrer vor allem Geschädigte, im nördlichen Bereich des Landkreises eher die Verursacher", so Kerlikofski. Als Beispiel nannte er die Strecke zwischen Liepe und Oderberg. Dort werde oft mit überhöhter Geschwindigkeit gefahren.

Da Senioren immer länger eigenständig mobil unterwegs sind, steigt auch ihr Anteil am Unfallgeschehen. Im Landkreis Barnim gab es 2018 den Angaben zufolge insgesamt 1349 Unfälle. Dabei wurden 258 Menschen, die älter als 65 Jahre alt sind, verletzt.

Im Bereich der Schulwegsicherung gibt es erfreulicherweise direkt vor den Bildungseinrichtungen keine Probleme. "Wenn es Unfälle gibt, dann eher auf dem Weg dorthin", betonte der Leiter der Verkehrsunfallkommission. Die Polizei werde daher verstärkt Schulwegpläne zusammenstellen. Diese sollen dann zu Beginn eines neuen Schuljahres an die Mädchen und Jungen übergeben werden.

Als Schlussfolgerung aus der Unfallbilanz kündigte Kerlikofski weitere präventive und repressive  Maßnahmen an. So werde es Geschwindigkeitsüberwachungen, aber auch sogenannte Anhalte-Kontrollen bei Lastkraftwagen und Motorrädern geben. "Wir wollen gemeinsam mit der Polizei mit den Verkehrsteilnehmern ins Gespräch kommen", so der Leiter der Unfallkommission. Im Oktober, kurz vor Beginn der dunklen Jahreszeit, seien zudem "Tage der Sichtbarkeit" geplant.

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