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Straussee
Ein blaues Leibchen für den Ministerpräsidenten

Begehrter Gast: Dietmar Woidke begrüßte die Mitglieder der Bürgerinitiative, die sich um den Straussee sorgt.
Begehrter Gast: Dietmar Woidke begrüßte die Mitglieder der Bürgerinitiative, die sich um den Straussee sorgt. © Foto: Gerd Markert
Jens Sell / 15.03.2019, 19:00 Uhr
Strausberg (MOZ) Zu einem Gutachten über die Ursachen des sinkenden Strausseepegels müssten alle Analysen auf den Tisch. Darin ist sich Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) mit den Aktivisten der Bürgerinitiative für die Erhaltung des Straussees einig. Die Schirmherrschaft für das Anliegen wolle er sich aber erst mal überlegen.

So schnell lässt sich ein Ministerpräsident vom Format Dietmar Woidkes nicht eine Schirmherrschaft überhelfen, auch wenn Kerstin Behlau viel anerkennenden Beifall für ihren couragierten Vorstoß erhielt: "Ich werde es mir genau überlegen. Es ist mir eine große Ehre, dass Sie mir das antragen", sagte er besonnen, als das Vorstandsmitglied der Bürgerinitiative für die Erhaltung des Straussees ihn kurz vor Ende des Bürgerdialogs am Dienstag eindringlich fragte. Ein original verpacktes blaues Leibchen hatte er da schon entgegengenommen, ebenso die Petition der Bürgerinitiative. Vorsitzender Frank Weber hatte sie ihm nach seinem Statement übergeben, in dem er proklamiert hatte: "Wir geben uns nicht mit der Aussage zufrieden, dass das Sinken des Strausseepegels am Klimawandel liegt. Von Juli bis heute ist der Pegel um 17 Zentimeter gesunken, im Jahresvergleich um fast 40 Zentimeter." Das Gutachten von 2009 sage schon, das Sinken sei nicht aus dem Klima allein zu erklären, aber erst 2016 hätten die Stadtverordneten endlich beschlossen, die Ursachen zu klären, 2018 sei das Gutachten in Auftrag gegeben worden. Nun brauche es abermals eineinhalb Jahre, bis die Ergebnisse auf dem Tisch lägen. "Das ist ein Zustand, den akzeptieren wir nicht", rief Weber und fragte: "Wie kann uns die Landesregierung bei der Rettung des Straussees helfen?"

Dietmar Woidke wollte Entscheidungen möglichst auf wissenschaftlicher Grundlage treffen: "Wir haben Fördermittel für das Gutachten gezahlt. Man muss doch die Ursachen zunächst einmal kennen, bevor man Maßnahmen einleitet." Dazu seien sicher auch Angaben über die Fördermengen von Trinkwasser hilfreich, aber man brauche ja auch in Strausberg Trinkwasser. "Wir werden alles tun, um zu unterstützen, dass der Wasserhaushalt stabilisiert wird." Aber wenn es in den letzten zehn bis 20 Jahren zu wenig geregnet habe, habe das schon ein bisschen mit dem Klimawandel zu tun und wirke sich auf die Seen aus. Bürgermeisterin Elke Stadeler stellte in Aussicht, auf der Verbandsversammlung des Wasserverbandes am Mittwoch anzuregen, die Förderung der Brunnen am Bötzsee testweise zu drosseln: "Dann werden wir sehen, ob das Auswirkungen hat, wenn man die Trinkwasserförderung auf andere Gebiete verlagert." Kerstin Behlau  forderte Transparenz aller Analysen und Unterlagen und Unterstützung für ihr Anliegen. Elke Stadeler hat dem Wasserverband Strausberg-Erkner bereits in dieser Sache mit Terminsetzung geschrieben: "Ich gehe davon aus, dass dann auch geliefert wird."(js)

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