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Lesung
Voll das Leben - mit Adriana Altaras

red / 17.03.2019, 09:00 Uhr
Rädigke Der Witz geht so: Es diskutieren ein katholischer Priester, ein evangelischer Pfarrer und ein Rabbi darüber, wann genau das Leben anfängt. "Bei der Befruchtung", sagt der Katholik. "Bei der Geburt", sagt der Protestant. Da meint der Rabbi: "Das Leben fängt dann an, wenn die Kinder aus dem Haus sind und der Hund tot ist!"

Im neuen Buch von Adriana Altaras "Die jüdische Souffleuse" hört oder erzählt sich die Hauptakteurin immer dann jüdische Witze, wenn sie traurig ist. Die Hauptakteurin heißt Adriana Altaras und ist Opernregisseurin. Die reale Adriana Altaras ist neben ihren Tätigkeiten als Schauspielerin (zuletzt im Kroatien-Krimi) und Buchautorin auch wirklich Opernregisseurin. Das Buch ist also wieder sehr persönlich und fantasievoll. Nachdem sie in ihrem ersten Bestseller "Titos Brille" ihre Vergangenheit humorvoll beleuchtete und im zweiten Buch "Doitscha" ihre Gegenwart mit Familie abbildete, berichtet sie nun von ihrer Arbeit. Dabei ist natürlich ihr Thema Nr. 1 - das jüdische Leben in Deutschland – wieder von entscheidender Bedeutung.

Mit viel Witz berichtet Altaras von den üblichen kleinen Katastrophen im normalen Opernalltag. Aber in diese "Betriebssatire", die mit Tempo und guter Laune erzählt wird, bricht die tiefgehende Geschichte der überspannten und durchgedrehten Souffleuse hinein. Adriana wehrt sich erst, wird dann aber in die Vergangenheit dieser Susanne, der Sissele, der "Süßen", dieser Holocaust-Nachgeborenen hineingezogen. Ihr Lebenslauf ist verwirrend. Sie sucht ihre Familie. Ihr Vater arbeitete in einem KZ-Sonderkommando, denn Juden mussten es sein, die die Juden in die Verbrennungsöfen transportierten…

Daraus entwickelt sich ein Roadtrip durch Deutschland, Tschechien, Österreich bis hin nach Kanada und zurück. Und dazwischen streut Adriana Altaras immer wieder Persönliches ein: ihre Erinnerungen an das West-Berlin der frühen 1980er Jahre, ihr Leben als Schauspielerin, Regie-Ideen für Opern, Probleme mit den Söhnen, die gerade das Haus verlassen. Also, das volle Leben!

Die Gäste dürfen sich am kommenden Freitag, 22. März, auf einen turbulenten, witzigen und tief berührenden Abend mit Adriana Altaras in der Fläming-Bibliothek Rädigke freuen. Die Moderation übernimmt Bernd Fredrich. Die Veranstaltung beginnt um 19.00 Uhr. Der Eintritt kostet 8 Euro. Vorbestellung bei Doris Moritz unter der 033848/60292.

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