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Kreis soll 132 Kilometer Fahrbahn übernehmen / Gemeinden in Sorge vor weiteren Abstufungen

Unberechenbare Kosten
Große Angst vor Straßengeschenken

Der Flickenteppich: Zwischen Fredersdorf und Zichow ist die Fahrbahn desolat. Ebenso in der Ortslage Fredersdorf. Die Gemeinde muss jetzt die frühere Kreisstraße sanieren lassen.
Der Flickenteppich: Zwischen Fredersdorf und Zichow ist die Fahrbahn desolat. Ebenso in der Ortslage Fredersdorf. Die Gemeinde muss jetzt die frühere Kreisstraße sanieren lassen. © Foto: Oliver Schwers
Oliver Schwers / 17.03.2019, 09:00 Uhr
Zichow (MOZ) Vor einer Übernahme von Landesstraßen durch den Landkreis warnt der Zichower Bürgermeister Martin Röthke "aus eigener bitterer Erfahrung", wie er selbst sagt. Im Gespräch sind Strecken im Umfang von 132 Kilometern, die das Land abstufen und an die Uckermark übertragen will. Details dazu hat das Bauamt gerade bekannt gegeben. "Wenn das Land Straßen abstuft, dann stuft auch der Kreis seine Straßen ab und die Gemeinden haben das Nachsehen. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche", so Röthke.

Seine Gemeinde hatte schon vor Jahren gegen deren Willen und unter größtem Widerstand die Kreisstraße von Fredersdorf nach Zichow vom Landkreis übernehmen müssen. Die Fahrbahn war damals schon nicht besonders brauchbar und ist inzwischen ein einziger Flickenteppich. Die rund zwei Kilometer Asphalt müssen unbedingt saniert werden. Jedes Jahr kosten Bewirtschaftung, Winterdienst und Instandsetzungen rund 30 000 Euro. Viel zu viel für das Gemeindesäckel. "Wir haben damals kein Geld bekommen und müssen uns jetzt allein um Fördermittel kümmern", schimpft Röthke, immer noch ärgerlich über die verlorene Klage. Was den Bürgermeister so ärgert: Der Kreis denkt darüber nach, die 132 Kilometer tatsächlich vom Land zu übernehmen, wenn entweder die Straßen vorher saniert werden oder es Gelder für die Ertüchtigung gibt. Außerdem verlangt die Behörde auch noch Unterhaltskosten über zehn Jahre. "Toll", reagiert Martin Röthke. "Wir haben zehn Jahre lang gar keine Gelder bekommen. Für nichts."

Um weitere Fälle solcher Art zu verhindern, warnt Zichow umliegende Gemeinden und Städte, die dann auf einem Kostenberg sitzen bleiben würden. So ist beispielsweise die Verbindung von Fredersdorf nach Polßen ebenfalls eine Kreisstraße und teilweise in einem miserablen Zustand, obwohl erst Mitte der 90er-Jahre komplett neu gebaut. Auch von Fredersdorf nach Golm fährt man quasi von Ortsteil zu Ortsteil über eine Kreisstraße. Auch hier haben die Gemeindevertreter größte Angst vor einer Abstufung.

Wie teuer eine Sanierung ist, zeigt sich gerade an der umstrittenen Verbindung nach Zichow. Hier sind fast 300 000 Euro veranschlagt, um die Fahrbahn zweimal abzufräsen und mit einer neuen Asphaltdecke zu versehen. Der Landesbetrieb Straßenwesen gibt dazu Fördermittel.

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