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Werner und Veronika Wilczek aus Güstebiese geben zum Jahresende ihr Geschäft mit den Kutschfahrten auf

Abschied
Pferde und Kutschen stehen still

Nadja Voigt / 17.03.2019, 12:00 Uhr
Güstebieser Loose (MOZ) Das Glück der Erde liegt hinter dem Rücken der Pferde: Und zwar auf dem Kutschbock. Zumindest für Werner Wilczek. Denn dort saß er am liebsten. Doch nach zehn Jahren ist nun gesundheitsbedingt Schluss.

Sie mussten in die Tierklinik: "Lars" und "Lucie", die beiden schmerzgeplagten Friesen von Werner und Veronika Wilczek aus Güstebieser Loose. Dort gab es die niederschmetternde Diagnose. "Beide Tiere haben Arthrose", bedauert Werner Wilczek, der mit seinen Tieren mitgelitten hat. Und schweren Herzens eine Entscheidung treffen musste – mit den Kutschfahrten aufzuhören. Seit zehn Jahren bieten er und seine Frau zu verschiedenen Anlässen Fahrten mit dem Glas-Landauer, der Victoria-Kutsche, der Hochzeitskutsche oder dem Achenbach-Gesellschaftswagen an. Für Brautleute natürlich, aber auch als Überraschung für Geburtstagskinder jeden Alters, Silberne oder Goldene Hochzeitspaare. Egal ob am Oderdeich, im Schlosspark in Neuhardenberg, in Wulkow oder in Reichenow, in Altranft oder in Kunersdorf – überall konnten sich die Gäste in den feudalen Gefährten zurücklehnen und die Fahrt genießen. Und die Herzlichkeit der Wilczeks.

Zuletzt tat das die von beiden sehr verehrte Ursula Karusseit. "Das war uns eine besondere Ehre", sagt Werner Wilczek und bedauert den Tod der beliebten Schauspielerin. Einen ganzen Nachmittag verbrachte sie im vergangenen Sommer mit den Wilczeks in Güstebieser Loose, lernte die Familie und die Pferde kennen. Und wurde schließlich anlässlich der Feier zum 20. Geburtstag des Theaters am Rand mit der Kalesche nach Zollbrücke gebracht. Wie sehr sie die Fahrt und die Stunden in Güstebieser Loose genossen hat, davon zeugt ihr herzlicher Eintrag ins Gästebuch.

Von diesen unzähligen Einträgen sowie Fotos und Videos werden Veronika und Werner Wilczek zehren, wenn dann dauerhaft Ruhe auf dem Hof eingekehrt ist. "Es hat sehr viel Spaß gemacht und wir hatten tolle Erlebnisse", zieht der 67-Jährige ein Resümee. Und Veronika Wilczek sagt: "Ich bin nicht traurig, dass die Zeit vorbei ist, sondern glücklich, dass ich sie hatte."

Bevor die Kutschen und Wagen neue Besitzer bekommen, wird es noch ein Wiedersehen im Theater am Rand geben. Schon im vergangenen Jahr hat die Victoria-Kutsche der Wilczeks in zehn Vorstellungen mitgespielt. Beim Jubiläumsstück "Die Glut" von und mit Tobias Morgenstern und Thomas Rühmann. Auch für dieses Jahr sind für die gerade beginnende Spielzeit Auftritte in Zollbrücke geplant.

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