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Genossenschaft Bremer Höhe macht ehemaliges Gemeinschaftshaus hübsch / Drei Neubauten entstehen

Gemeinschaftshaus
Wohnen im sanierten Denkmal

Andrea Linne / 17.03.2019, 12:30 Uhr
Hobrechtsfelde (MOZ) An der Dorfstraße regt sich Leben. Schon am 29. März soll Richtfest gefeiert werden. Die Genossenschaft Bremer Höhe bindet damit das frühere Gemeinschaftshaus in ihr bauliches Gesamtkonzept in dem Zepernicker Ortsteil ein und ergänzt es um drei Neubauten.

Die Bauarbeiter haben das Sagen in dem stark in Mitleidenschaft gezogenen Gemeinschaftshaus des ehemaligen Stadtguts Hobrechtsfelde. Das wurde schon 1910/11 gebaut, diente der Versorgung und Unterbringung von Saisonarbeitskräften für den landwirtschaftlichen Betrieb des Stadtguts. Bis zu 60 Arbeitskräfte kamen zeitweise unter, später diente das Haus als Kantine und für Sprechstunden der Ärzte. 1913 kam der 350 Quadratmeter große Saal hinzu, samt Bühne und Balkon. Familien- und Betriebsfeiern lockten Hunderte bis zur Wendezeit in die Gaststätte.

Der Traum, dieses Denkmal neu zu beleben, geht nun in Erfüllung. Denn in enger Absprache mit dem Barnimer Denkmalschutz  haben sich Vorstand Ulf Heitmann und Architekt Nils Kuntze, die Akteure des modernen Wohnens, den teils kostenintensiven Vorstellungen der Behörde angenähert. Zehn Wohnungen zwischen 33 und 170 Quadratmetern für die unterschiedlichsten Wohnformen stehen im Gemeinschaftshaus bereit, allesamt sollen nicht über 9,50 Euro Netto-Kaltmiete liegen. Es wird Frauen-Wohngruppen geben oder Familien, die sich Räume teilen. Die Bremer Höhe ist da offen, der Gemeinschaftsgedanke soll laut Heitmann fortleben. Ganz im Sinne der Erfinder.

Die Mitglieder der Genossenschaft können später, wenn sie sich in Hobrechtsfelde eingelebt haben, verschiedene Projekte gemeinsam nutzen – vom Garten bis zum Saal, der erhalten bleibt und sogar wieder seine Bühne erhält, von modernen Mobilitätselementen wie Carsharing, Elektrolastenrädern bis hin zum Bastel- und Fahrradkeller. Auch die elf Wohnungen in drei Neubauten – schon sind die Grundrisse abgesteckt – kommen dazu.

Sieben Millionen Euro steckt die Genossenschaft Bremer Höhe, der die weißen größtenteils schon sanierten Doppelhäuser entlang der Dorfstraße seit fast zehn Jahren gehören, in die Umsetzung der Ideen. Dabei hat sich mit Beginn der Sanierung so manche Überraschung aufgetan. "So müssen wir bei den Stahlstein- und Holzbalkendecken schauen, was bleiben kann", erläutert Heitmann. Auch die Decke im Keller muss erneuert werden. Stahlträger zum Stabilisieren mussten eingezogen werden, auch der Fahrstuhlschacht ist schon eingebaut. Neue Fenster, Türen, Elektroleitungen und Heizungen kommen in das historische Gebäude. Auf dem Dach turnen die Arbeiter und legen 800 Quadratmeter Biberschwänze aus, gebrannt nach historischem Vorbild.

"Das Ganze ist auch eine Herausforderung für uns", macht der 58-jährige Vorstand klar. "Und der Saal ist absoluter Luxus."

Wie sich die Mitglieder der Genossenschaft zusammenraufen, das liegt an ihnen selbst. Auch das Zusammentreffen mit den Alteingesessenen in Hobrechtsfelde bleibt offen. "Aber irgendwann ist jeder einmal hierher gezogen und hat sich zurechtgefunden", schaut Ulf Heitmann gelassen in die Zukunft.

Für die Berliner, die sich mit ihren Familien aufmachen und vor die Hauptstadt ziehen, öffnet sich eine Idylle. Weite Wiesen, Koppeln voller Wildpferde und Büffel, der alte Speicher, der um seine Zukunft ringt und kleine Ausflugsgaststätte – da bleibt genügend Raum für Ideen. Bis zum Ende des Jahres sollen tausend Quadratmeter im Alt- sowie 1100 Quadratmeter Wohnfläche in den Neubauten bezogen sein. Wenn der kleine Teich von der Gemeinde ausgebaggert und saniert ist, die Beete im Garten blühen, sieht das Ganze einladender aus. Das Dorf erhält einen abgerundeten Abschluss.

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