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BarnimBau bringt Hausträumer und Profis zusammen / Vielen Handwerkern fehlt für Messepräsenz die Zeit

BarnimBau
Weniger Aussteller, mehr Besucher

Ellen Werner / 17.03.2019, 19:40 Uhr - Aktualisiert 17.03.2019, 19:59
Eberswalde (MOZ) Die Branche boomt und das macht sich bemerkbar: Deutlich weniger Aussteller als noch vor zwei Jahren nutzten die BarnimBau, um ihre Auftragsbücher zu füllen. Am Sonnabend und Sonntag  hat die Baumesse mit regionalem Schwerpunkt ihre Tore im Familiengarten geöffnet.

Zwischen 45 bis 65 Aussteller hatte die BarnimBau stets nach eigenen Angaben. Diesmal standen im Anbieterverzeichnis der Messe gerade mal um die 35 – und das, obwohl der langjährige Veranstalter den Takt der einstmals halbjährlichen Marktschau nun bereits auf zwei Jahre ausgedehnt hat. "Wir wollen das regionale Handwerk motivieren – das ist im Moment aber schwierig, weil die Auftragsbücher voll sind", sagt Nadin Dankert von der Firma Messe Consult Dankert. Zum einen seien viele Handwerker so ausgelastet, dass sie keine Zeit für die Messe hätten. Zum anderen "können viele nicht einmal gewährleisten, das sie in diesem Jahr überhaupt noch Aufträge erfüllen können."

Dennoch  habe man "eine gute Mischung" zusammenbekommen, findet die Mitorganisatorin und hofft zu Messebeginn am Sonnabend auf gute Besucherzahlen für die zwei Tage. Vor zwei Jahren seien es circa 1000 gewesen. Unter anderem Garagentore, Finanzierungsberatung, Fertighäuser, Beschattungsanlagen, Mähroboter und, gemäß einem der Messeschwerpunkte, Anlagen für regenerative Energien sind im Angebot. Doch nicht für jeden ist etwas dabei. Karolin Schulz (29) und Christoph Bodenbach (24) beenden ihren Rundgang nach wenigen Minuten. "Wir interessieren uns eigentlich für den Holzhausbau – aus ökologischen Gesichtspunkten. Das war hier nicht vertreten", sagen die Eberswalder.

Kathrin (34) und Stefan Boehk (39) vermissen etwas anderes: "Wir wollen bauen", sagt sie, "eher groß, wir haben zwei Kinder." Allerdings: "Das Haus ist schon da, aber das Grundstück fehlt", ergänzt er. "Viele Bauträger verkaufen ihre Häuser nur mit Grundstück, anders kommt man da nicht ran." Der Markt sei voll, haben die Eberswalder, die in Berlin arbeiten, festgestellt. Seit einem Jahr suchen sie intensiv in Finow oder Finowfurt. Auf der BarnimBau hatten sie auf Grundstücksvermittler gehofft.

Bei Charleen Schramm und Domenic Daß ist dagegen alles schon beisammen. Die 21-jährigen Eltern eines sechs Monate alten Sohnes können auf einem geerbten Grundstück mitten in Eberswalde bauen und haben auch eine Firma dafür. "Wir sind nur noch auf der Suche nach den Gadgets", sagt sie – nach einem Zaun zum Beispiel. So lassen sie sich von Michael Scheel beraten. Der ist als Vertriebspartner eines polnischen Zaunbauers und Firmenchef der MService Zaun- und Toranlagen Eberswalde erstmals auf der Messe. "Wir arbeiten seit acht Jahren zusammen und wollten hier mal präsent sein", sagt er.

Erstmals vorgestellt auf der Messe hat sich auch der Verein Haus & Grund Eberswalde. Die Organisation vertrete in der Mehrheit sogenannte Kleinvermieter, Hausbesitzer, bei denen der Vermieter meist mit im Haus wohnt, erklärt Vereinschef Wolfram Hey. "Wir wollten einfach mal die Möglichkeit nutzen, unser Leistungsangebot darzustellen. Wer vermietet, braucht Unterstützung und Austausch und das bekommt er bei uns."

Dass in schlechten Zeiten mehr Aussteller auf die Messen zurückgreifen, ist Hey genauso klar wie die Tatsache, dass die nächste "konjunkturelle Senke" kommen wird. Und dann, betont er, werde es wieder wichtig, dass kontinuierliche Auftraggeber da sind – wie die Vermieter von Haus & Grund.

"An die 1500 kommen wir ran", schätzt Messechef Achim Dankert schließlich die Besucherzahlen. Die nächste BarnimBau findet im März 2020 in Bernau statt.

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